Macht Julian Nagelsmann als Bundestrainer weiter oder nicht? Diese Frage ist nach dem blamablem deutschen WM-Aus gegen Paraguay millionenfach diskutiert worden. Mats Hummels und Lothar Matthäus sprachen sich dabei beide für einen Trainerwechsel und einen damit verbundenen Neuanfang aus.
Nagelsmann selbst will aber bis 2028 weitermachen. Klar ist nur, dass es sobald wie möglich Gespräche über seine Zukunft geben wird. Dietmar Hamann, der die Bundesliga-Saison als Experte für Sky begleitet, hofft nicht, dass es dazu kommt.
Worten wurden keine Taten folgen gelassen
"Ich glaube, Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall."Dietmar Hamann (RTE Sport)
Als Experte des irischen Senders RTÉ Sport wird der Ex-Nationalspieler nach dem Spiel deutlich. "Ich glaube, Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall", erklärte er.
Anschließend holt der Ex-Liverpooler noch weiter aus: "Sie hatten ein paar Auftritte, die in Ordnung waren, aber im Durchschnitt waren die Auftritte enttäuschend. Es war so bei der EM, es war so bei der Qualifikation und es war so bei der Weltmeisterschaft. Sie reden immer über die Stimmung im Camp – es ist toll, das zu sagen, aber du musst es zeigen!"
Schaut Nagelsmann zu wenige Spiele?
"Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut. Er war nicht einmal in Mailand, um Bisseck zu sehen. (...) Er war in zweieinhalb Jahren nie in Brentford, um Schade zu beobachten, einen Spieler, der letzte Saison zehn Tore erzielt hat."Dietmar Hamann (RTE Sport)
Dabei suchte er die Schuld dafür direkt bei Julian Nagelsmann. "Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut. Er war nicht einmal in Mailand, um Bisseck zu sehen. Einen Spieler, den er mit zur WM hätte nehmen sollen. Er war in zweieinhalb Jahren nie in Brentford, um Schade zu beobachten, einen Spieler, der letzte Saison zehn Tore erzielt hat. In der Bundesliga guckt er vielleicht ein, zwei Spiele im Monat", monierte Hamann.
Dies gehe Hand in Hand mit einer schlechten Vorbereitung, erklärte der 52-Jährige weiter: "Es gab Champions-League-Spiele, wo Real Madrid spielt. Im Januar war der Afrika-Cup, wo er die Elfenbeinküste oder andere potenzielle Gegner hätte sehen können. Er ist nicht hingefahren. Bei der Klub-WM, wo in den Stadien gespielt wurde, hättest du die Umstände hier erfahren."
Portugal-Trainer Roberto Martinez, Thomas Tuchel und Didier Deschamps waren alle letzten Sommer in Amerika vor Ort, Nagelsmann hingegen nicht.
Daher fällt sein Fazit auch absolut vernichtend aus: "Deswegen habe ich keine Sympathie für ihn. Ich glaube, er und das Team haben bekommen, was sie verdient haben."
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