Beim FC Bayern München ist seit dem Amtsantritt von Cheftrainer Vincent Kompany wieder Ruhe und Selbstverständnis eingekehrt. Das hat der Belgier seinen beiden Vorgängern Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann um Längen voraus. In diesem Zusammenhang konnte sich Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen im heutigen Doppelpass bei Sport1 auch eine kleine Spitze gegen die beiden Ex-Trainer des Rekordmeisters nicht verkneifen.
Sport1-Chefreporter: Unter Tuchel und Nagelsmann war es unruhiger
Für die Pressevertreter war es zu Bayern-Zeiten von Tuchel und Nagelsmann deutlich einfacher, medienwirksame Themen rund um den Rekordmeister zu finden. Das bestätigte auch Sport1-Chefreporter Stefan Kumberger: "Als Tuchel Trainer war, war jeder Freitag dazu geeignet, den Verein in Brand zu setzen. Das war so. Und bei Julian Nagelsmann wusste man auch: Heute darf man sich auf ein paar Bonmots freuen, die dann wieder wochenlang die Schlagzeilen füllen.“
"Als Tuchel Trainer war, war jeder Freitag dazu geeignet, den Verein in Brand zu setzen. "Stefan Krumberger

Krumberger ergänzte auch in Richtung Dreesen: "Bei Vincent Kompany ist das nicht so. Viele im Verein sind richtig froh, dass sie einen Trainer haben, der kommunikativ fast alles im Griff hat. Ich weiß jetzt nicht, wie Thomas Tuchel auf die Frage nach einem dritten Transfer geantwortet hätte. Ich wette, dass der gesagt hätte, dass ein dritter nicht schlecht gewesen wäre.“
Bayern-Boss kann sich Tuchel-Spitze nicht verkneifen
Bayern-CEO Dreesen reagierte mit "Wieso nur drei?" und sorgte dafür für den ein oder anderer Schmunzler. Auch er selbst konnte sich ein freches Lächeln nicht verkneifen. Hintergrund dazu dürfte sein, dass sich Tuchel mehrfach öffentlich über Neuzugangswünsche geäußert hatte und damit für Schlagzeilen und teils auch Unruhe sorgte.
Zwischen den Zeilen könnte man also einerseits Kritik an Tuchels Umgang mit den Medien vermuten, die für unnötiges Aufsehen sorgten. Andererseits konnte man aber auch ein Lob für Kompany herauslesen, mit dem es an der Säbener Straße deutlich ruhiger zugeht als mit seinen beiden polarisierenden Vorgängern, zu denen man auch Julian Nagelsmann zählen muss.
"Den FC Bayern darfst du nicht unterschätzen, da ist immer was los. Das ist das, was Herr Kumberger mit dem In-Brand-Setzen gemeint hat [...] Ich kenne keinen, der den Vincent nicht mögen würde, obwohl er auch nicht immer alles sagt. Er ist nur elegant im Abmoderieren. Das ist ein echter Glücksfall. "Jan-Christian Dreesen

Dreesen bestätigte diese Vermutung dann selbst. "Das kann man vorher nicht so wissen, dass das so gut funktioniert. Dass Vincent diese Kommunikation so elegant beherrscht, auch nach innen. Denn den FC Bayern darfst du nicht unterschätzen, da ist immer was los. Das ist das, was Herr Kumberger mit dem In-Brand-Setzen gemeint hat“, so Dreesen.
Und weiter: "Das nach innen zu beherrschen aber auch nach außen so verbindlich zu sein. Ich kenne keinen, der den Vincent nicht mögen würde, obwohl er auch nicht immer alles sagt. Er ist nur elegant im Abmoderieren. Das ist ein echter Glücksfall. Das haben wir vorher nicht so gewusst.“
Weitere FC Bayern-News lesen:
