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Bayern erwägt wohl Davies-Verkauf: Bitter notwendig oder totaler Blödsinn?

Der FC Bayern kann sich offenbar vorstellen, Alphonso Davies ziehen zu lassen. Doch wäre das wirklich eine gute Idee?
Alphonso Davies soll ein möglicher Verkaufskandidat sein
Alphonso Davies soll ein möglicher Verkaufskandidat sein | Ciancaphoto Studio/GettyImages

Alphonso Davies erlebt eine ganz schwierige Karrierephase. Rund ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss bleibt das Verletzungspech dem Kanadier auf den Fersen. Zuletzt sorgten ein Muskelfaserriss und eine schwere Muskelzerrung für einen erneuten Ausfall des Linksverteidigers.

Zwar soll Davies bei den kommenden Kracher-Spielen gegen Real Madrid (7. und 15. April) wieder mit von der Partie sein, jedoch dürfte es sich mit einem Startelfeinsatz kaum ausgehen, da er im Gegensatz zu Josip Stanisic und Konrad Laimer nicht im Rhythmus ist. Auf Davies warten womöglich wegweisende Wochen. Laut Angaben der Bild denkt der FC Bayern aufgrund der Verletzungshistorie von Davies sogar über einen Verkauf im Sommer nach, sollte das Angebot passen. AZ-Angaben zufolge sucht der FC Bayern bereits nach einem Neuzugang auf der linken Abwehrseite.

Doch sollten die Bayern Davies wirklich ziehen lassen, nachdem sie ihn erst vor gut einem Jahr mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet hatten? Wir werfen einen Blick auf die Gründe, die dafür und dagegen sprechen.

Pro: Davies ist zu verletzungsanfällig

Die Verletzungshistorie von Davies ist schlichtweg gewaltig. Sowohl vor als auch nach seiner schweren Knieverletzung musste der Kanadier immer wieder Rückschläge hinnehmen. Bereits in der Saison 2021/2022 verpasste Davies aufgrund einer Knöchelverletzung, Problemen am Knie und am Oberschenkel und einer Herzmuskelentzündung 27 Pflichtspiele. In der darauffolgenden Saison fehlte der Roadrunner zwar nur zehn Spiele, jedoch zog er sich unter anderem einen Muskelbündel- und einen Muskelfaserriss zu.

Nach einer weitgehend störungsfreien Spielzeit 2023/24 kam es 2024/25 knüppeldick. Schon vor dem Kreuzbandriss zog sich Davies zwei Muskelfaserrisse zu. Im Nachgang kamen ein Muskelfaserriss und eine weitere kleine Muskelverletzung hinzu. Ein Spieler mit einer solchen Historie entkommt dem Verletzungspech in der Regel auch im weiteren Verlauf seiner Karriere nicht. Man muss damit rechnen, dass Davies immer wieder ausfällt.

Kontra: Davies kam nach seinem Kreuzbandriss eigentlich gut zurück

Bedenkt man, wie lange Davies mit seiner Knieverletzung raus war, meldete er sich eigentlich ziemlich gut zurück. Der Kanadier bereitete seit seinem Comeback zwei Tore vor und machte auch gegen den Ball und im Passspiel einen recht sicheren Eindruck. Jedenfalls hatte man nicht das Gefühl, dass er so weit weg von der Topform ist wie beispielsweise Jamal Musiala. Dies erhöht natürlich die Hoffnung, dass Davies auch die jüngsten Rückschläge verarbeiten kann und bald wieder zum wichtigen Faktor wird.

Pro: Davies-Schnelligkeit leidet unter Muskelverletzungen

Ein größeres Problem als die schwere Knieverletzung sind wohl seine ständigen Muskelverletzungen. Zwar mag ein Muskelfaserriss ansich nichts Schlimmes sein, jedoch gilt hier das Sprichwort "Kleinvieh macht auch Mist". Bei so vielen Muskelverletzungen leiden oft die Spritzigkeit und das Tempo nachhaltig. Bei vielen Spielern mag das verschmerzbar sein, nicht aber bei Davies. Die Geschwindigkeit ist nunmal die größte Stärke des Kanadiers. Geht diese verloren, hat der Roadrunner kaum Fähigkeiten, die wirklich auf dem absoluten Top-Niveau sind. Der Spieler Davies steht und fällt mit seiner Schnelligkeit.

Kontra: Mit seinem Tempo passt er perfekt ins Kompany-System

Sollte Davies seinen Turbo behalten können, ist er natürlich ein Spielertyp, der hervorragend ins Kompany-System passt. Immerhin ist Schnelligkeit ein unermesslich wichtiger Faktor im System des Belgiers. Vor seinem Kreuzbandriss hat man ganz gut gesehen, dass Davies enorm von der Zusammenarbeit mit Vincent Kompany profitiert. So schnell sollte man einen Spieler nicht aufgeben, der eigentlich genau das richtige Skillset mitbringt.

Pro: Davies bezieht ein unglaubliches Gehalt

Der FC Bayern hat eigentlich gedacht, mit der Verlängerung von Davies auf Jahre Ruhe auf der Linksverteidiger-Position zu haben. Deswegen hat man die enormen Forderungen der Davies-Seite nach reichlichen Überlegungen auch erfüllt. Dabei hat man aber natürlich nicht gewusst, dass sich der Spieler kurz danach schwer verletzen würde. Die 20 Millionen Euro, die Davies pro Jahr beziehen soll, sind schon ein Knaller.

Nach der langwierigen Verletzung ist absolut nicht klar, ob Davies je wieder zum verlässlichen Top-Spieler wird. Tatsächlich hätte man sich in München eher erwartet, dass der Kanadier weitere Schritte nach vorne macht. Nur dann wären die 20 Millionen Euro im Jahr wirklich gerechtfertigt. Behält man Davies, hat man immer das Risiko, einen häufig verletzten und nicht mehr auf körperlichen Top-Level performenden Kostenfaktor mitzuschleppen.

Kontra: Davies ist in Topform ein Ausnahme-Linksverteidiger

Der FC Bayern hat auch deswegen verlängert, weil Top-Linksverteidiger rar gesät sind. Davies war auf seiner Position vor der Verletzung ein Top-fünf-Spieler und hätte alle Möglichkeiten gehabt, sogar noch besser zu werden. Einen solchen Spieler zu ersetzen, wäre fast nicht möglich gewesen. Dafür hat der Markt schlichtweg zu wenige Akteure zu bieten.

Selbst jetzt würde man sich schwer tun, einen Linksverteidiger an Land zu ziehen, der wirklich Bayern-tauglich ist. Bei Davies besteht immerhin die Möglichkeit, dass sich das Blatt wieder zum Guten wendet und er doch wieder ein Weltklasse-Linksverteidiger wird. Auf dem Transfermarkt wird man einen solchen so schnell nicht finden. Selbst im Falle des Falles wäre dieser in Sache Ablöse enorm teuer. Auch ein Stanisic ist zwar sehr ordentlich, aber nicht in dem Talent-Regal wie Davies zu verorten.

Fazit:

Der FC Bayern sollte bei Davies grundsätzlich nicht zu schnell aufgeben. Noch gibt es Hoffnung, dass er es zurück zu seinem früheren Top-Level oder sogar darüber hinaus schafft. Auch andere Stars haben schwere Verletzungen überstanden. Trotz allem sind die Sorgen der Münchner gewissermaßen berechtigt. Man sollte der Sache aber schlichtweg noch ein wenig Zeit geben. Es ist auch absolut nicht davon auszugehen, dass Davies die Bayern überhaupt verlassen möchte. Wo sonst hat er sportlich und finanziell so lukrative Gegebenheiten?

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