Die Entscheidung, wer 2026 zum Weltfußballer gekürt wird, ist längst gefallen. Die Stimmen für die Ballon-d'Or-Wahl sind bereits eingereicht, verkündet wird der Sieger zum 70-jährigen Jubiläum aber erst auf einer Gala am 26. Oktober. Dann nicht wie sonst üblich in Paris, sondern in London.
Überreicht werden sollte der Goldene Ball dann endlich an Kylian Mbappé. Der 27-jährige Franzose wartet schon seit etlichen Jahren auf seine absolute Krönung. Und seien wir ehrlich, Mbappé hätte den Ballon d'Or doch schon längst verdient!
Wichtig zu wissen für die Krönung in diesem Jahr: Es dreht sich ausschließlich um die Leistungen der vergangenen Saison 2025/26 – einschließlich der WM 2026. Die Auftritte der neuen Saison spielen für die Wahl keine Rolle. Zur Erinnerung: Die drei Hauptkriterien für die Wahl sollen die individuelle Leistung, der Mannschaftserfolg sowie Klasse und Fairplay des Spielers sein.
So eng wie in diesem Jahr war das Rennen derweil selten. Einen klaren Topfavoriten scheint es nicht zu geben. Gehandelt werden im Vorfeld neben Mbappé vor allem Lamine Yamal, Harry Kane, Michael Olise und Rodri. Selbst Altmeister Lionel Messi wird von einigen ins Spiel gebracht.
Warum es für die Spielzeit 25/26 Mbappé am meisten verdient hat, erkläre ich euch anhand dieser fünf Argumente:
1. Torschützenkönig hoch drei

Kylian Mbappé hat 25/26 für Real Madrid 42 Tore und sieben Assists in 44 Partien aufgelegt. Mit 25 Treffern in La Liga wurde er in Spanien erneut Torschützenkönig. Ebenso wie in der Champions League, wo ihm überragende 15 Tore und eine Vorlage in nur elf Partien gelangen.
Im Anschluss an die Klub-Saison ballerte sich Mbappé dann auch zum Torschützenkönig der Weltmeisterschaft. Dazu aber gleich mehr...
Mit Real Madrid reichte es zwar erneut nicht zu Titelgewinnen. Und in der Königsklasse ging es schon im Viertelfinale gegen den FC Bayern raus. Dennoch sollten hier vor allem Mbappés individuelle Leistungen im Fokus stehen.
Klar, ein Harry Kane hat 25/26 noch mehr Tore erzielt. Allerdings tat er dies in einer perfekt geölten FCB-Offensivmaschine und in einer etwas schwächeren Liga. Mbappé hingegen hat auf der schwierigsten Bühne (Champions League) seine Extraklasse gezeigt. Und das in einer Real-Mannschaft, in der vieles nicht gut lief.
Mbappé selbst sagte völlig richtig: "In allen großen Wettbewerben, in denen die besten Spieler der Welt gegeneinander antreten, als Torschützenkönig abzuschließen, ist bedeutend. Ich weiß nicht, ob das jemals zuvor geschafft wurde. Ich glaube, Geschichte sollte immer gewürdigt werden."
2. Mbappé schreibt WM-Historie

Dass Topfavorit Frankreich bei der WM im Halbfinale scheiterte, lag sicher nicht am Kapitän. Mbappé spielte mit zehn Toren und vier Assists eine unfassbare Weltmeisterschaft.
Dabei überholte er auch Miro Klose als erfolgreichsten WM-Torschützen aller Zeiten. Der Weltmeister von 2018 hat jetzt 22 Treffer in 22 WM-Spielen auf dem Konto. Zum Vergleich: Lionel Messi, der Klose '26 ebenfalls überholte, brauchte für seine 21 WM-Tore 34 Partien.
Allein diese WM-Glanzleistung macht den Franzosen zum Ballon-d'Or-Favoriten!
3. Trust Thomas Müller

In den vergangenen Wochen meldeten sich beinahe täglich Experten, Ex-Spieler und Vereinsverantwortliche zur Ballon-d'Or-Wahl zu Wort.
So zuletzt auch Thomas Müller, dessen Einschätzung meiner Meinung nach aufgrund seiner Expertise besonderes Gewicht haben sollte. Schließlich stand "Radio Müller" noch mit allen diesjährigen Favoriten auf dem Platz.
Überraschend plädierte Müller nicht für Ex-Teamkollege Harry Kane, sondern für zwei andere Favoriten. Neben Bayern-Star Michael Olise auch für Mbappé.
"Für mich gibt es zwei Kandidaten, die mich mit ihrer individuellen Performance am meisten begeistert haben, und das sind Michael Olise und sein kongenialer Partner bei der WM Kylian Mbappé", erklärte Müller.
Und führte aus: "Die beiden kombinieren Spektakel mit Torgefahr. Im Detail schaffen sie es, mit ihrer Finesse und Power effizient zu sein und das Ganze auch noch ultraleicht aussehen zu lassen. Das ist für mich das Material für einen Weltfußballer. Es braucht einfach einen Schuss Magie."
Diesen Schuss Magie bringen Mbappé und Olise definitiv mit. Mbappé hat diese Magie aber schon in großen Spielen gezeigt. Bei Olise ist der große Makel, dass er sowohl in den CL-Halbfinals gegen PSG als auch im WM-Halbfinale gegen Spanien nicht seine Topform abrufen konnte.
Rivale Yamal: Mbappé oder ich
Und übrigens: Selbst Barça-Rivale Lamine Yamal, der wie Mbappé für sich ordentlich die Werbetrommel gerührt hat, gibt zu, dass es neben ihm nur Mbappé als Weltfußballer geben kann:
"Mbappé und ich sind die beiden Besten der Welt. Für mich ist das ganz klar, und jeder, der sich die Spiele ansieht, weiß das."
4. Die Mbappé-Legacy muss gekrönt werden

Klar, eigentlich sind die Kriterien für die Ballon-d'Or-Wahl klar abgesteckt. Dass sogenannte "Soft-Faktoren" eine Rolle spielen, kann aber kaum geleugnet werden.
Eben jene sollten Mbappé in die Karten spielen. In den vergangenen Jahren hätte es der 27-Jährige schon mehrfach verdient, ganz oben zu stehen.
Nach dem WM-Sieg 2018 wurde er als Youngster nur auf Platz vier gewählt. 2023 reichte es erstmals fürs Treppchen, als er Dritter wurde. Bis heute war das seine beste Platzierung.
Angesichts seines Status als Superstar und der enormen Scorer-Konstanz ist das schon ziemlich überraschend.
Auch wenn bei Real Madrid bisher der ganz große Erfolg ausblieb: Mbappé wurde in allen drei Spielzeiten bei den Königlichen La-Liga-Torschützenkönig. Seine WM-Glanztaten wurden oben schon erwähnt. In der Ligue 1 wurde er vor seinem Wechsel von PSG nach Madrid sechsmal in Serie Torschützenkönig. Zweimal schaffte er das bislang in der Champions League.
5. Der gefährlichste Offensiv-Star der Welt

Zum Schluss ein recht simples, aber dafür umso schlagkräftigeres Argument. Stell dir vor, du stehst in einem großen Finale und darfst dir für deine Offensive einen Spieler wünschen: Wen würdest du auswählen?
Meine Antwort fällt klar für Kylian Mbappé aus. Er kombiniert Torgefahr, Kaltschnäuzigkeit, spielerische Klasse und Speed am besten. Dazu kann er sowohl über den Flügel als auch aus dem Sturmzentrum heraus eingesetzt werden.
Lamine Yamal ist individuell zwar ein ähnlicher Ausnahmekönner, dafür aber noch nicht ganz so effektiv wie Mbappé. Ähnliches gilt für Olise. Kane und Haaland sind dagegen waschechte Torjäger, die aber auch ihre Mitspieler brauchen.
Mbappé ist zu jeder Zeit und von überall eine Bedrohung für den Gegner und kann Spiele komplett im Alleingang entscheiden.
Diese 30 Spieler stehen beim Ballon d'Or 2026 zur Wahl
Spieler | Verein |
|---|---|
Jude Bellingham | Real Madrid |
Pau Cubarsi | FC Barcelona |
Marc Cucurella | FC Chelsea, Real Madrid |
Ousmane Dembele | Paris Saint-Germain |
Luis Diaz | FC Bayern |
Bruno Fernandes | Manchester United |
Gabriel Magalhaes | FC Arsenal |
Erling Haaland | Manchester City |
Achraf Hakimi | Paris Saint-Germain |
Harry Kane | FC Bayern |
Kvicha Kvaratskhelia | Paris Saint-Germain |
Sadio Mané | Al Nassr |
Marquinhos | Paris Saint-Germain |
Lautaro Martinez | Inter Mailand |
Kylian Mbappé | Real Madrid |
Nuno Mendes | Paris Saint-Germain |
Lionel Messi | Inter Miami |
Joao Neves | Paris Saint-Germain |
Michael Olise | FC Bayern |
Willian Pacho | Paris Saint-Germain |
Julian Quinones | Al Qadsiah |
Declan Rice | FC Arsenal |
Rodri | Manchester City, FC Barcelona |
Fabian Ruiz | Paris Saint-Germain |
William Saliba | FC Arsenal |
Ferran Torres | FC Barcelona, Paris Saint-Germain |
Dayot Upamecano | FC Bayern |
Vinicius Jr. | Real Madrid |
Vitinha | Paris Saint-Germain |
Lamine Yamal | FC Barcelona |
