Die Rückkehr des FC Schalke 04 in die Bundesliga nach zuletzt drei Jahren in der 2. Bundesliga ermöglichte am gestrigen Samstag auch ein Wiedersehen mit Ex-Torhüter und Schalke-Eigengewächs Manuel Neuer, der nach seinem aufsehenerregenden Abgang aus Gelsenkirchen zum FC Bayern München im Sommer 2011 auch nach 15 Jahren noch nicht mit offenen Armen auf Schalke empfangen wurde.
Neuer nimmt Schalker Pfiffe mit Humor
Schon beim Aufwärmen sah sich der Münchner Schlussmann wüsten Beschimpfungen und einem gellenden Pfeifkonzert gegenüber. Und auch während des Spiels ließen die Anfeindungen offenbar nicht wirklich nach. Diese Szenen sorgten in der Fußballwelt für reichlich Kritik und schüttelten die Leute auf, Neuer selbst jedoch ließen sie recht kalt. Zumindest nach eigener Aussage.
"Das ist ja Liebe, das weiß ich. Und dementsprechend war das eigentlich ein Kompliment."Manuel Neuer

Der 40-Jährige nahm die eher unfreundlichen Willkommensgrüße seines ehemaligen Anhangs durchaus mit Humor und sagte nach Spielende darauf angesprochen: "Das ist ja Liebe, das weiß ich. Und dementsprechend war das eigentlich ein Kompliment."
Effenberg lobt Neuer im Umgang mit den Anfeindungen
Für seine Art, mit diesem Thema umzugehen, erhielt Manuel Neuer am heutigen Sonntag viel Zuspruch von Stefan Effenberg. Der ehemalige Bundesligastar und heutige TV-Experte, der selbst nicht immer in jedem Bundesligastadion willkommen war, lobte den 40-Jährigen für dessen lockeren Umgang mit den Schalker Fan-Anfeindungen des Vorabends.

Effenberg sagte im Doppelpass bei Sport1: "Genauso musst du das machen. Ich meine, früher ja auch – Oliver Kahn im Tor, da flogen erstmal 500 Bananen in seinen Strafraum, bevor er sich überhaupt warm machen konnte. Ich habe mich so oft ausgetauscht mit ihm, deswegen musst du das als Motivation nehmen und deine Motivation draus ziehen. Das ist ganz, ganz wichtig.“
Bayern-Boss schießt zurück
Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen, der ebenfalls Gast in der Expertenrunde war, gab Effenberg Recht und bestätigte, dass auch Manuel Neuer seine Motivation aus den Umständen gezogen habe. Der CEO des Rekordmeisters fand aber wenig Verständnis für die Schalker Anfeindungen und hatte eine kleine Spitze nach Gelsenkirchen zurück parat.
"Ich glaube nicht, dass er diese Karriere je gemacht hätte, wenn er bei Schalke geblieben wäre."Dreesen nach Neuer-Anfeindungen

"Ich finde das überflüssig nach 15 Jahren. Manuel hat so viele fantastische Spiele für dieses Land bestritten als Nationaltorwart. Ich glaube nicht, dass er diese Karriere je gemacht hätte, wenn er bei Schalke geblieben wäre", so Dreesen, der zu den Anfeindungen noch ergänzte: "Aus meiner Sicht nicht nötig."
Weitere Bundesliga-News lesen:
