Analyse: Wird Kim Min-jae zum großen Problemfall für Bayern?

Kim Min-jae möchte trotz seiner festgefahrenen Situation beim FC Bayern bleiben. Wird der Südkoreaner in München zum Problemfall?
Wird Kim min-jae zum Problem für Bayern?
Wird Kim min-jae zum Problem für Bayern? / S. Mellar/GettyImages
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Für Bayern-Star Kim Min-jae läuft es dieser Tage überhaupt nicht nach Plan. Der Innenverteidiger kommt nicht an Dayot Upamecano und Jonathan Tah vorbei und stand zuletzt beim Bundesligaspiel gegen Hoffenheim nicht mal im Kader. Trotz der festgefahrenen Lage soll der Südkoreaner allerdings nicht an einen Abschied denken. Der Verein hingegen könnte sich sehr gut vorstellen, den bis 2028 gebundenen Kim im Sommer ziehen zu lassen.

Wird der Abwehrspieler nun zum größeren Problemfall für die Bayern?

1. Pro: Kim verdient viel zu viel Geld für seine Rolle

Es kursieren unterschiedliche Gehaltsangaben in Bezug auf Kim. Laut Capology verdient der Abwehr-Profi zwölf Millionen Euro plus weitere drei Millionen Euro an Bonus-Zahlungen brutto pro Saison. Dies ist natürlich für einen Ergänzungsspieler viel zu viel.

Eigentlich möchte der FC Bayern die Gehaltsstruktur so weit verändern, dass nur noch die Top-Spieler auch Top-Gehälter abgreifen. Kim gehört nicht zu den Spitzenverdienern, aber sehr wohl zu den Gutverdienern. Erhält ein Ergänzungsspieler so viel Geld, erschwert das auch die Vertragsverhandlungen mit so ziemlich jeden weiterem Spieler.

Warum sollte sich auch jemand mit weniger Geld zufriedengeben als ein Spieler, der lediglich ab und an reinrotiert, erhält?

2. Kontra: Kim ist ein starker Backup

Grundsätzlich muss man auf der Innenverteidiger-Position nicht sonderlich viel rotieren. Problematisch wird es aber dann, wenn einer der etatmäßigen Abwehrspieler verletzungsbedingt ausfällt. Der FC Bayern hat das im letzten Jahr am eigenen Leibe erfahren. Plötzlich musste Eric Dier, der eigentlich nur noch Innenverteidiger Nummer vier war, in den wichtigen K.o.-Spielen der Champions League ran.

Derartiges kann jederzeit wieder passieren. Steht dann auf einer solch elementar wichtigen Position kein guter Backup zur Verfügung, sind die Chancen auf ein Weiterkommen drastisch verringert.

Kim Min-jae mag zwar nicht immer fehlerfrei unterwegs sein, hat aber schon auch seine klaren Stärken. Es gibt athletisch, physisch und in den direkten Duellen kaum Abwehrspieler, die Kim etwas vormachen können. Folgerichtig kann er an guten Tagen auch gegen die Top-Spieler der Welt bestehen.

Hier lohnt es sich dann, einen Kim als Backup zu haben und nicht auf Josip Stanisic oder Hiroki Ito zurückgreifen zu müssen, die deutlich weniger Wucht und Präsenz mitbringen. Nicht umsonst hat Kim den Spitznamen "Monster" verliehen bekommen. Grundsätzlich passt er auch sehr gut ins Kompany-System.

3. Pro: Kim sperrt einen Kaderplatz

Solange Kim beim FC Bayern ist, wird es natürlich schwierig, einen neuen Innenverteidiger an Land zu ziehen. Kim sperrt einen Kaderplatz - sowohl mit seinem Dasein als auch mit seinem Gehalt.

Dies ist gewissermaßen ärgerlich, weil es durchaus Innenverteidiger gibt, die für den FC Bayern interessant wären. In vorderster Front wären da natürlich Nico Schlotterbeck und Luka Vuskovic zu nennen. Solange Kim da ist, wird es aber sehr wahrscheinlich kein Groß-Invest in der Innenverteidigung geben.

Mit seinen 29 Jahren liegt Kim alterstechnisch genau zwischen Upamecano und Tah. Besser wäre es, einen etwas jüngeren Spieler dazu zu bekommen, der sich hinter Upamecano und Tah entwickeln kann und sich mittel- oder langfristig zum Stammspieler entwickelt.

Kim hingegen wird - sofern alles normal läuft - auch in den nächsten Jahren hinter Tah und Upamecano auf der Bank sitzen und dann womöglich zum Vertragsende den Verein verlassen. Eine wirkliche Positiv-Wende ist kaum absehbar.

4. Kontra: Kim ist charakterlich ein Musterprofi

Wenn ein Spieler des Kalibers von Kim Min-jae auf der Bank sitzt oder wie zuletzt sogar auf die Tribüne muss, ist normalerweise Ärger vorprogrammiert. Kim ist aber nicht der Typ, der unangenehm wird oder schlechte Stimmung verbreitet, wenn es für ihn nicht nach Plan läuft - und er sich vielleicht auch mal benachteiligt fühlt.

Kim ist ein höflicher, demütiger und zurückhaltender Typ, der sich unterordnen kann und dem Erfolg der Mannschaft die oberste Priorität zuordnet. Kim stellt keine unverschämten Ansprüche oder Forderungen. Dennoch bringt er den Ehrgeiz mit, den beiden Platzhirschen den Kampf anzusagen. Genau solche Charaktereigenschaften wünscht man sich von einem Ersatz- oder Rotationsspieler.

Fazit:

Angesichts des hohen Gehalts und der Tatsache, dass es relativ einfach wäre, eine gute Alternative zu verpflichten, wäre ein Verkauf sicherlich nicht schlecht für den FC Bayern. Immerhin könnte auch noch eine nette Ablöse dabei rumkommen. Man sollte aber auch nicht so weit gehen, zu sagen, dass Kim zu einem größeren Problem werden könnte. Im schlimmsten Fall hat man eben einen zwar zu teuren Backup, aber einen, der in wichtigen Spielen auch performen kann und definitiv nicht Gefahr läuft, das Mannschaftsklima zu stören.


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