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5 Schlüssel und Faktoren für eine erfolgreiche BVB-Saison 26/27

Was muss passieren, um die BVB-Saison 2026/27 als Erfolg zu bewerten?
Niko Kovac muss weiter liefern
Niko Kovac muss weiter liefern | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Niko Kovac geht in seine zweite volle Saison als Cheftrainer von Borussia Dortmund. Die Ausbeute unter dem Deutsch-Kroaten war in der Bundesliga bislang stark. Kovac schaffte 24/25 noch die Champions-League-Aufholjagd und führte den BVB 25/26 auf Rang zwei. Mit 2,10 Punkten pro Bundesliga-Partie ist der 54-Jährige gemessen am Punkteschnitt der erfolgreichste Bundesliga-Trainer der schwarzgelben Geschichte – noch vor Thomas Tuchel (2,09) und Lucien Favre (2,08).

Kritikpunkte an Kovac gibt es dennoch. Rein ergebnistechnisch aufgrund des schwachen Abschneidens im DFB-Pokal und der Champions League. Vor allem aber spielerisch. Der BVB kommt unter Kovac deutlich pragmatischer daher als in der Vergangenheit. Das führt gegen den Großteil der Bundesliga-Konkurrenz zwar zu konstanteren Ergebnissen. Gegen die nationale Spitze und im internationalen Vergleich ließ Dortmund zuletzt aber Federn.

Und dennoch entschied sich die Klubführung dazu, an Kovac festzuhalten. Eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus soll zeitnah folgen. Bemerkenswert, schließlich hat man mit der Verpflichtung von Ole Book als neuen Sportdirektor einen Kurswechsel eingeschlagen. Es sollen wieder mehr vielversprechende Talente den Weg nach Dortmund finden und weniger fertige Spieler verpflichtet werden. Bislang war Kovac nicht unbedingt dafür bekannt, ein Talentflüsterer zu sein.

Bleibt die Frage, wann man die kommende BVB-Saison 2026/27 als Erfolg bewerten kann. Und was die Schlüsselfaktoren dafür sind. 90min geht auf Spurensuche.

Die Schlüssel & Faktoren für eine erfolgreiche BVB-Saison 26/27

1. Youngster sorgen für Furore

Fortuna Düsseldorf v Borussia Dortmund - Pre-Season Friendly
Wird Jobe Bellingham dem Sommer-Hype gerecht? | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Kovac selbst hatte vergangene Saison moniert, dass es keine Unterschiedsspieler früherer Tage wie Jude Bellingham oder Erling Haaland mehr im BVB-Kader gebe. 26/27 wird das zunächst so bleiben. Es tummeln sich aber einige Akteure, die sich dazu aufschwingen können.

Neben den bereits etablierten Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha vor allem die Youngster. Das 18-jährige Offensiv-Juwel Konstantinos Karetsas kommt aus Genk, in der Abwehr hat man viel Geld für den 19-jährigen Joane Gadou gezahlt. Von Jobe Bellingham (20) erwartet man den nächsten Schritt.

Dazu gibt es mit Luca Reggiani (18), Mussa Kaba (17), den Neuzugängen Justin Lerma (18) und Kaua Prates (17), Mathis Albert (17), Samuele Inacio (18) und auch Carney Chukwuemeka zahlreiche hochveranlagte Youngster mit Shootingstar-Potenzial.

Schafft es der BVB unter Kovac wieder neue Stars zu entwickeln, die dann auch schon kurzfristig den Unterschied ausmachen, kann der Paradigmenwechsel, der eher eine Paradigmenrückkehr ist, zum Start als Erfolg verbucht werden. Das wäre enorm wichtig – nicht nur für den Erfolg 26/27, sondern auch für die weitere Zukunft.

2. Weiter stabil, spielerisch glanzvoller

FIFA World Cup 2026 - round of 32Germany v Paraguay
Felix Nmecha hat noch viel mehr Potenzial | ANP/GettyImages

Einher geht dieser Punkt: Es soll spielerisch wieder mitreißender sein. Die Youngster in der Offensive können und müssen zum Großteil dafür sorgen. Mit Gadou kommt zudem ein weiterer Innenverteidiger mit gutem Spielaufbau. Und wenn das Mittelfeld-Duo Nmecha/Bellingham noch besser aufeinander abgestimmt ist, kann es durchaus dominieren.

Das Potenzial wäre da, um zwar weiterhin stabile Ergebnisse einzufahren, dann aber mit mehr Esprit und spielerischer Klasse.

3. Big Points gegen direkte Konkurrenz

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-LEVERKUSEN
Der BVB muss gegen die Topklubs besser punkten | INA FASSBENDER/GettyImages

Von der Meisterschaft träumen braucht man in Dortmund weiter nicht. An der Schale darf man den Erfolg der kommenden Saison nicht messen. Dafür sind die Bayern viel zu stark. Und der BVB in seinen neuen Strukturen noch nicht stabil genug.

Ein guter Erfolg wäre aber die Festigung von Platz zwei mit einer besseren Ausbeute gegen die direkte Konkurrenz. Dortmund muss 26/27 mehr Zähler gegen die Leipzigs, Stuttgarts und Leverkusens dieser Liga holen.

4. Pokalrun und mehr Königsklasse

1. FC Kaiserslautern v Bayer 04 Leverkusen - DFB Cup 2023/24 Final
Der BVB gewann letztmals 2021 den DFB-Pokal | Alexander Hassenstein/GettyImages

Gemessen wird Erfolg in Dortmund wie an allen Profifußball-Standorten am Ende immer auch an Zahlen. In der Champions League muss das Minimalziel weiterhin das Achtelfinale sein. Ob es ab da weitergeht, hängt dort auch immer ein bisschen am Losglück und der Tagesform.

Fast noch wichtiger ist für den BVB der DFB-Pokal. Dort liegt die größte Titelchance. Ein tiefer Run muss es diese Saison mindestens sein.

5. Mehr als ein Offensiv-Coup im weiteren Sommer-Transferfenster

Said El Mala
Said El Mala würde perfekt zum "neuen BVB" passen | Christof Koepsel/GettyImages

Stand Ende Juli hat der BVB erst drei Teenager verpflichtet plus den ebenfalls erst 18 Jahre alten Karetsas, dessen Transfer bei Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht offiziell war.

Zuletzt hieß es deshalb sogar, intern gebe es Kritiker, die Julian Brandt nicht hätten ziehen lassen. Zumal man bei Juwel Karetsas als möglichen Nachfolger zunächst etwas Geduld zeigen müsste.

Doch die BVB-Entscheider haben damit nachdrücklich untermauert, wie ernst sie es mit der neuen Strategie meinen. Book kündigte zudem an, dass noch ein zweiter Offensivspieler verpflichtet werden soll.

Wunschkandidat dürfte Said El Mala sein. Köln fordert allerdings 50 Millionen Euro für den 19-Jährigen. Der BVB bietet wohl maximal etwas über 40 Millionen Euro inklusive Boni. El Mala selbst soll gerne nach Dortmund wechseln wollen.

So oder so hängen die Saisonziele auch davon ab, wie gut der BVB bis Anfang September noch einkauft. Schlägt Karetsas und gelingt vielleicht sogar ein El-Mala-Coup, hätte man nicht nur zwei sehr talentierte neue Offensivspieler. Sondern auch ein Upgrade zu Brandt und Karim Adeyemi.


Fazit

Bei all dem ungeduldigen Warten auf weitere Verstärkungen fällt es diesen Sommer gar nicht so schwer, eine positive BVB-Prognose für 26/27 abzugeben. Allzu groß scheint der Kader-Umbruch nicht auszufallen, Kovac kann also auf ein recht stabiles Fundament setzen.

Dazu wurden Youngster mit großem Potenzial verpflichtet. Der ein (Karetsas) oder andere (El Mala) soll noch kommen. Mit Nmecha und Bellingham könnte es endlich wieder ein dominantes Mittelfeld-Duo geben, wie zu erfolgreichsten Zeiten (lese dazu: Braucht der BVB einen neuen Sechser?).

Und aus dem eigenen Nachwuchs drängt der ein oder andere auf den ganz großen Durchbruch (Reggiani, Inacio).

Als BVB-Fan sollte man in der kommenden Saison eher nicht den Fehler machen, den Erfolg der Spielzeit an Titeln zu messen. Vielmehr gilt es, auf neue BVB-Jungstars zu hoffen. Und wieder auf attraktiveren Fußball. Beides scheint greifbar und ist miteinander verzahnt.

Zum Abschluss noch eine kleine Spielerei, wie eine BVB-Topelf 26/27 aussehen könnte – mit den möglichen Transfers von Karetsas und El Mala:

Kobel – Gadou, Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Bellingham, Nmecha, Svensson – Karetsas, El Mala – Guirassy

Sieht doch vielversprechend aus, oder?


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