Zwischen Weltklasse und Fehlerteufel: So denkt Neuer über seinen Spielstil

Manuel Neuer steht seit Jahren für ein Torwartspiel, das Risiko bewusst einkalkuliert. Kaum ein Keeper prägt seine Position so stark wie der Bayern-Kapitän.
Manuel Neuer über seine Fehler
Manuel Neuer über seine Fehler / Christina Pahnke - sampics/GettyImages
facebooktwitterreddit

Der Spielstil von Manuel Neuer gilt seit Jahren als revolutionär. Kaum ein Spieler hat die Anforderungen an seine Position so nachhaltig verändert wie der Kapitän des FC Bayern. Lange Bälle an der Mittellinie abfangen, maßgeschneiderte Pässe bis tief in die gegnerische Hälfte spielen oder auch einmal ins Dribbling an der Eckfahne gehen – Aktionen, die man vom bald 40-Jährigen alle schon gesehen hat.

Doch so spektakulär diese Einlagen sind, so riskant können sie auch sein. Eine Fehleinschätzung kann schnell in einem Platzverweis enden und ein ungenauer Pass unmittelbar im Gegentor.

Wie geht Neuer mit seinen Fehlern um?

Allein in dieser Saison finden sich mehrere Szenen, in denen Neuer an Gegentoren oder spielentscheidenden Momenten beteiligt war. Bei Fotmob werden ihm in Bundesliga und Champions League insgesamt vier schwere Fehler mit anschließendem Gegentor zugeschrieben.

In einem Interview mit L’Équipe erklärte er dazu: "Risiko gehört zum Sport dazu. Aber je nach Spielstand, Spielphase oder Situation geht man mehr oder weniger Risiko ein. Und selbst wenn man einen Fehler macht, ist das Spiel nicht automatisch vorbei. Ich versuche, so etwas so schnell wie möglich abzuhaken. Das ist nicht einfach, aber es ist entscheidend, um weitermachen zu können."

Weiter führte er aus: "Grundsätzlich muss man immer wieder bei null anfangen - ohne sich auf gute Aktionen aus der Vergangenheit auszuruhen und ohne sich von Fehlern erdrücken zu lassen. Mental muss man den nächsten Ball so angehen, als wäre es der erste."

Der unverkennbare Ertrag seines Spielstils

Klar ist jedoch auch: Neuer wäre heute nicht fester Bestandteil der Diskussion um den besten Torhüter aller Zeiten, würde sein Spielstil nicht regelmäßig funktionieren. Ein prägendes Beispiel bleibt das WM-Duell 2014 gegen Algerien, als er mit seinem aggressiven Herauslaufen der gegnerischen Offensive immer wieder den Raum nahm.

Manuel Neuer zeigte gegen Algerien eine der besten Torhüter-Leistungen aller Zeiten
Manuel Neuer zeigte gegen Algerien eine der besten Torhüter-Leistungen aller Zeiten / Mike Hewitt - FIFA/GettyImages

Auch in der aktuellen Saison überzeugt die Nummer eins des FC Bayern mit zahlreichen Libero-Aktionen und hoch abgefangenen Bällen. Mehrfach entschärfte er dadurch Situationen, die wenig später in einer klaren Torchance gemündet wären.

Neuers Spielweise wird auch in Zukunft für riskante Momente sorgen. Am Ende überwiegen jedoch seine Qualitäten im Spielaufbau und die Vielzahl an Angriffen, die dank seines Mutes gar nicht erst gefährlich werden. Beim FC Bayern reicht es eben nicht, zwischen den Pfosten auf den Gegner zu warten – hier braucht es schnelles Handeln, Präsenz und absolute Überzeugung, um auf diesem Niveau unersetzbar zu bleiben.


Weitere FC Bayern-News lesen:

feed