Zweifel bei Neuer wachsen – So plant der FC Bayern die zwei Szenarien im Tor

Formsache ist eine Vertragsverlängerung von Manuel Neuer in München keinesfalls. Die Bayern müssen weiter zweigleisig planen. So sehen die möglichen Szenarien aus.
Jubelt Manuel Neuer auch kommende Saison noch im FCB-Trikot?
Jubelt Manuel Neuer auch kommende Saison noch im FCB-Trikot? | Marcel Engelbrecht - firo sportphoto/GettyImages

Die große Neuer-Frage steht beim FC Bayern weiterhin im Raum: Verlängert der Kapitän seinen auslaufenden Vertrag nochmals um ein Jahr? Oder macht er im Sommer Schluss? Weitere Optionen gibt es für die Nummer eins des Rekordmeisters nicht. Laut kicker kann sich Manuel Neuer keinen Abstecher ins Ausland zum Karriereende à la Thomas Müller vorstellen.

Nach der erneuten Verletzung von Marc-André ter Stegen hatte Neuer zuletzt auch erstmals öffentlich unmissverständlich klargemacht, dass es für ihn keine Rückkehr ins Tor der Nationalmannschaft gegeb wird. Die WM im Sommer steigt definitiv ohne den Weltmeister von 2014.

Neuer will sich bis zum 40. Geburtstag entscheiden

Am 27. März wird Neuer 40 Jahre alt. In diesem Zeitraum soll laut Sport Bild auch die Entscheidung fallen, ob Neuer weitermachen möchte oder nicht. Zuletzt wirkte es häufig so, als sei seine Unterschrift unter einen neuen Einjahresvertrag in München nur noch Formsache. Nach Sport-Bild-Infos sei aus Neuers Umfeld allerdings zu hören, dass die Torwart-Ikone noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe.

Bei den FCB-Bossen sei hinterlegt, dass sich Neuer bis zu seinem Geburtstag Gedanken über seine Zukunftspläne machen möchte und dabei auch in seinen Körper hineinhört. Zuletzt zog sich der Routinier in Bremen einen Muskelfaserriss in der linken Wade zu, steht aber vor dem Comeback im FCB-Tor.

Während die Sport Bild die Chancen auf eine Neuer-Verlängerung auf 50 Prozent beziffert, soll seine Frau Anika ihrem Mann die Entscheidung überlassen. Seine Familie mit Sohn Luca stehe hinter ihm - egal wie sich Neuer entscheidet.

50:50-Entscheidung bei Neuer – So planen die Bayern-Bosse

Die Bayern-Bosse müssen derweil vorerst weiter zweigleisig planen. Klar ist, dass Sportvorstand Max Eberl Neuer einen Vertrag bis 2027 vorlegen wird, sollte dieser weitermachen wollen. Falls nicht, sollen sich die FCB-Verantwortliche auch ohne Neuer im Kader gut aufgestellt sehen. Das Szenario eines Karrieendes von Neuer sei intern bereits durchgeplant. In diesem Fall soll der 22-jährige Jonas Urbig direkt die Chance erhalten, Neuer als neue Nummer eins zu beerben.

Bis zu zehn Millionen Euro Ablöse (inklusive Boni) hatten die Münchner im Januar 2025 für Urbig an den 1. FC Köln bezahlt. Beim FC Bayern steht das Torwart-Talent bis 2029 unter Vertrag. 22 Pflichtspiele hat Urbig bislang für die Bayern absolviert. In der laufenden Saison kam er zehnmal zum Einsatz und machte dabei überwiegend einen guten Eindruck.

Schrittweise wird Urbig demnach bereits an eine mögliche Nummer-eins-Rolle beim FCB herangeführt. Je nachdem, wie sich Neuer entscheidet, könnte er ab Sommer direkt übernehmen - oder aber noch ein weiteres Jahr hinter Neuer als Nummer zwei verbringen. Dann vermutlich mit noch mehr Einsätzen.

Sollte Neuer aufhören: Wer wird Nummmer 2 hinter Urbig?

In einem Szenario, in dem Neuer im Sommer Schluss macht und Urbig zur neuen Nummer eins wird, stellt sich in München die Frage, wer die Rolle des Backups übernimmt. Sven Ulreich kommt höchstens noch als Nummer drei infrage, sollte der Routinier und Neuer-Kumpel überhaupt weitermachen wollen.

Mit Alexander Nübel käme, Stand jetzt, ein Torhüter zurück. Die Leihgabe vom VfB Stuttgart sieht sich aber nicht als Urbig-Herausforderer in München. Sollte Neuer seine Karriere nicht beenden, will Nübel ebenfalls nicht zurück zum FC Bayern, wo sein Vertrag noch bis 2030 gültig ist.

England statt Stuttgart für Nübel?

Laut Sport Bild könne sich der VfB ein Kaufpaket bei Nübel nicht leisten – das aus einer satten Ablöse (Marktwert: zwölf Mio. Euro) und hohem Gehalt besteht. Aktuell soll der 29-Jährige geschätzte zehn Millionen Euro kassieren, von denen der FC Bayern einen Großteil übernimmt. Interessenten für Nübel soll es dagegen aus der Premier League geben. Für die Bayern wäre das gute Nachrichten, da man bei den Insel-Klubs eine höhere Ablöse herausschlagen kann.

Mit Daniel Peretz gäbe es eine weitere Option. Auch der 25-Jährige ist derzeit von den Bayern verliehen. Nach dem Abbruch der Leihe zum HSV zog es den Israeli in Englands 2. Liga. Beim FC Southampton ist Peretz gesetzt, die Saints haben sich im Zuge des Deals eine Kaufoption in Höhe von acht Millionen Euro gesichert.

Die volle Kontrolle haben die Bayern bei Peretz demnach nicht. Zumal der israelische Nationalkeeper ohnehin den Anspruch hat, die Nummer eins zu sein.

Sollte – wie erwartet – also weder Nübel noch Peretz als Urbig-Backup zurückkehren, müssten die Bayern auf dem Transfermarkt nachlegen. Laut Sport Bild wäre in diesem Fall geplant, eine erfahrene Nummer zwei hinter Urbig zu verpflichten.