Bei Real Madrid war man im vergangenen Sommer frohen Mutes und der Überzeugung, mit Xabi Alonso in eine erfolgreiche Ära zu starten. Doch anstatt in dieser Saison um die großen Titel mitzuspielen, ist es ein Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen für die Königlichen, die sich im Pokal gegen Albacete blamierten, in La Liga weit hinter Barcelona zurückhängen und in der Champions League dem FC Bayern unterlegen waren.
Erst Rüdiger, dann Mbappé mit Fehlverhalten
Der ausbleibende Erfolg drückt auf die Gemüter in Madrid. Wie The Athletic berichtet, gab es im April gleich zwei brisante Vorfälle. Los ging es mit Antonio Rüdiger, der dem Bericht zufolge in einen "heftigen Streit" mit einem anderen Spieler der ersten Mannschaft verwickelt war. Die Auseinandersetzung soll von Rüdiger ausgelöst worden sein - längst nicht der erste Aufreger rund um den Deutschen, der allmählich zur tickenden Zeitbombe verkommt.
Immerhin scheint Rüdiger seinen Fehler eingesehen zu haben. Der 33-Jährige soll sich für sein Verhalten entschuldigt und seine Teamkollegen plus Familien kürzlich zu einem Essen eingeladen haben.
Der andere Vorfall wurde von Kylian Mbappé ausgelöst, der sich vor dem Spiel gegen Real Betis ebenfalls einen heftigen Streit mit einem Mitglied des Trainerteams geliefert haben soll. Der Mitarbeiter fungierte bei einem Trainingsspiel demnach als Schiedsrichter und gab bei Mbappé eine Abseitsstellung an. Darauf wurde der Franzose wütend und dem Trainer gegenüber ausfallend.
Nun sind solche Streitereien in einem Fußballteam erstmal nichts Dramatisches. Erst recht nicht in der aktuellen Lage, in der sich Real Madrid befindet. Laut The Athletic haben die beiden Vorfälle aber zu einer Verschlechterung der Atmosphäre beigetragen, weshalb sie intern als "bemerkenswert" eingestuft werden.
Mbappé sorgt für viel Wirbel
Insbesondere Mbappé wird dem Bericht zufolge intern kritisch beäugt. Mehrere Personen aus dem Verein sowie dem Umfeld sollen den Superstar für sein Verhalten kritisieren und verstehen auch nicht, warum die Bosse keine entschlossenere Haltung gegenüber Mbappé einnehmen.
Der sorgte in den letzten Tagen für erneute Aufregung, als er mit seiner Partnerin nach Italien in den Urlaub flog. Viele Stimmen meinen, dass der verletzte Angreifer lieber in Madrid hätte bleiben sollen - solch ein Trip ist in der aktuellen Situation schlichtweg das falsche Zeichen.
Wie The Athletic ausführt, sei auch Alvaro Arbeloa unzufrieden damit, wie der Verein die Causa Mbappé handhabt. Der Trainer gab sich zwar diplomatisch, als er auf den Urlaub seines Schützlings angesprochen wurde: "Die gesamte Planung in Bezug auf verletzte Spieler wird vom medizinischen Stab von Real Madrid überwacht und gesteuert; dieser entscheidet, wann die Spieler nach Valdebebas (dem Trainingszentrum des Vereins) kommen müssen und wann nicht." Damit machte er aber wohl nur gute Miene zum bösen Spiel.
Insgesamt, so heißt es, sei es rund um die Stimmung bei Real Madrid wirklich schlecht bestellt. Es ist die Rede von einem "Bild der Zwietracht und Niedergeschlagenheit". Vor dem Clasico, welcher am Wochenende gegen Barcelona stattfindet und die Katalanen offiziell zum neuen Meister krönen könnte, gebe es schlichtweg keinen Zusammenhalt bei den Königlichen.
Das Haifischbecken, als das die Real-Kabine seit Jahren bekannt ist, scheint seinem Ruf mal wieder gerecht zu werden. Mit Mbappé als Protagonisten.
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