Durch das 1:1 gegen Werder Bremen hat der VfB Stuttgart zwei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze liegen lassen. Das lag mitunter auch daran, dass Sebastian Hoeneß nach der anstrengenden Pokalpartie gegen Freiburg ein paar neue Kräfte bringen wollte und seine Startelf ordentlich durcheinander gewirbelt hat. Wirklich glänzen konnte von den neuen Spielern keiner.
Und so ist es vielleicht auch unfair, Dan-Axel Zagadou besonders hervorzuheben. Zumal es für den Franzosen aufgrund seiner langen Verletzungspause noch dazu der erste Einsatz seit November war. Doch der Verteidiger war gegen Werder nun einmal der größte Unsicherheitsfaktor und sah in vielen Szenen schlecht aus. Die fehlende Spielpraxis war ihm deutlich anzumerken!
War es also ein Fehler, Zagadou ausgerechnet in einem Must-win-Spiel in die Startelf zu befördern? Nein, meint zumindest Hoeneß.
"Es war klar, dass es immer ein Risiko mit sich bringt, wenn man lange nicht gespielt hat. Aber irgendwann muss der Moment kommen", erläuterte der VfB-Coach, der zudem an die schwierige Personallage in der Defensive erinnerte: "Es war bei uns auch nicht so, dass wir noch so viele personelle Möglichkeiten hatten. Hinten war die Auswahl durch die Ausfälle von Ameen Al Dakhil und Finn Jeltsch nicht so groß." Dadurch fiel die Wahl auf Daxo.
Dass Zagadou Luft nach oben hat, war allerdings auch Hoeneß bewusst: "Es war ein schwieriges Spiel. Er kann es besser", gab er zu.
Rückendeckung gab es auch von Sportchef Fabian Wohlgemuth, der Zagadou gute Trainingseinheiten attestierte, wodurch er sich die Chance verdient habe, mal wieder in die Startelf zu rücken. "Die Pässe, die Vertikalpässe, die Spielaufbaupässe haben sehr, sehr gut funktioniert", schwärmte Wohlgemuth. Doch auch er räumte ein: "Dass er in ein, zwei Zweikämpfen nicht allzu glücklich aussah, will ich aber nicht verschweigen."
Zagadou-Zukunft offen
Für weitere Einsätze konnte Zagadou sich jedenfalls nicht wirklich empfehlen. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass mit Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt noch drei schwierige Spiele in der Bundesliga warten. Insofern bleibt abzuwarten, ob der Ex-Dortmunder überhaupt noch viele Spielminuten im VfB-Trikot absolvieren darf.
Sein Vertrag läuft im Sommer aus; konkrete Gespräche gab es laut Bild-Angaben bislang nicht. Auch Wohlgemuth hielt sich bedeckt, als er vom kicker nach Zagadous Zukunft befragt wurde: "Darüber möchte ich nicht spekulieren."
Weitere VfB Stuttgart-News lesen:
