Skip to main content

XXL-Ambitionen in der Jugend: So will der BVB eine zweite 'La Masia' aufbauen

Borussia Dortmund möchte künftig eine absolute Spitzenausbildung der eigenen Talente sicherstellen können. Bestenfalls würden externe Verpflichtungen eher zur Ergänzung werden.
VonYannik Möller
Borussia Dortmund hat große Ziele in der eigenen Jugendarbeit
Borussia Dortmund hat große Ziele in der eigenen Jugendarbeit | picture alliance/GettyImages

Längst ist Borussia Dortmund dafür bekannt, ein guter Verein für junge Spieler zu sein, die gerade ihre ersten Schritte im Profibereich machen. Viele Youngsters sind bereits zu Schwarz-Gelb gewechselt, haben sich dort prächtig entwickelt, konnten sportlich weiterhelfen und später auch große Millionensummen als Ablöse einbringen.

Primär handelte es sich dabei aber um Spieler, die von außerhalb gekommen sind. Jude Bellingham dürfte dafür das Paradebeispiel sein: Im Alter von gerade einmal 17 Jahren wechselte er zum BVB, wurde über Zeit zum wichtigen Stammspieler und wechselte drei Jahre später für mehr als 100 Millionen Euro zu Real Madrid.

Der vermeintliche Haken an der Story: Zunächst mussten die Dortmunder mit rund 30 Millionen Euro in Vorkasse gehen, um Bellingham überhaupt zu verpflichten. Zukünftig, so berichten es die Ruhr Nachrichten, möchte der Bundesligist solche Geschichten vorrangig mit eigens ausgebildeten Spielern schreiben können.

Jude Bellingham
Jude Bellingham hat sich beim BVB im Profifußball etablieren können | BSR Agency/GettyImages

Externe Transfers künftig nur noch als Ergänzung zur eigenen Ausbildung?

Es ist das selbsterklärte Ziel des BVB, sich innerhalb der nächsten "fünf bis 15 Jahre" zu einer der besten Talentschmieden im europäischen Fußball aufzuschwingen. Dieses Ziel wurde bereits vor einem Jahr festgehalten, nun aber nochmal ausgeführt und erklärt. Paul Schaffran, der NLZ-Leiter beim amtierenden Vizemeister, sieht dabei die berühmte La Masia des FC Barcelona als Vorbild.

"In diese Richtung muss eine Vision gehen. Wir wollen so viele Spieler wie möglich oben einbringen", erklärte Schaffran nun im Podcast der Ruhr Nachrichten. Grundsätzlich stelle man sich dabei eine Elf bestehend "aus Dortmunder Jungs" vor.

Dabei gehe es aber natürlich nicht darum, dass eine ganze Startelf oder gar Mannschaft aus eigens ausgebildeten Spielern besteht. "Wenn es am Ende vier sind und drei weitere bei Manchester City oder Real Madrid spielen, weil wir sie vorher für 100 Millionen verkauft haben, bin ich auch nicht traurig darüber", führte Schaffran aus. Es geht um das grundsätzliche Ziel: Dortmund möchte die künftigen Bellinghams nicht erst verpflichten müssen, sondern sie selbst in den eigenen U-Mannschaften ausbilden – und zwar in großer Bandbreite und bestenfalls über möglichst viele Jugendmannschaften hinweg. Das wäre "der tiefste Wunsch".

Im Optimalfall würden die externen Verpflichtungen, von denen natürlich niemals gänzlich abgesehen werden kann, eher zu einer Ergänzung werden. Dann sollten aber eben auch nicht nur Eigengewächse spielen, damit man eine gewisse Quote erfüllt. Ein hohes Niveau soll dennoch erreicht werden, um die sportlichen Ziele aufrechterhalten zu können.

Erste Schritte wurden für dieses große Ziel bereits eingeleitet. Den Ruhr Nachrichten zufolge wird die interne Ausbildung beispielsweise gezielter auf das Niveau der Champions League ausgerichtet, während die U23 noch mehr in die Entwicklungsprozesse eingebunden wird. Auch die Leihgeschäfte der jungen Spieler werden intensiver verfolgt und strategisch geplant.


Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu