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XXL-Ablöse für El Mala oder ein ablösefreier Sancho: Was ergibt für den BVB mehr Sinn?

Borussia Dortmund sucht nach offensiver Verstärkung. Doch was ist der klügere Weg: Ein 50-Millionen-Euro-Paket für Kölns Said El Mala oder den ablösefreien Jadon Sancho zurückholen?
Saïd El Mala startete in seiner ersten Profisaison beim 1. FC Köln komplett durch.
Saïd El Mala startete in seiner ersten Profisaison beim 1. FC Köln komplett durch. | Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

Der Transfersommer von Borussia Dortmund gleicht in diesen Tagen einem hochkomplexen Puzzle. Ein gewaltiges Teil haben Sportdirektor Ole Book und Geschäftsführer Lars Ricken mit der Verpflichtung von Konstantinos Karetsas bereits erfolgreich eingefügt. Für rund 30 Millionen Euro plus Boni kommt der 18-jährige belgisch-griechische Spielmacher vom KRC Genk und tritt in die Fußstapfen von Julian Brandt. Mit Karetsas hat sich der BVB einen klassischen, hochkreativen Zehner geangelt, der vor allem durch seine brillante Technik, enge Ballführung und sein Auge für den finalen Pass besticht.

Diese Verpflichtung verändert die Statik der Dortmunder Transferplanung enorm und wirft eine entscheidende Frage für die noch offenen Vakanzen auf den Flügeln auf: Brauchen die Dortmunder nun eine kostspielige, pfeilschnelle Abschlussmaschine wie Said El Mala oder den ablösefreien, aber formschwachen Kreativspieler Jadon Sancho?

Die Verlockung der Sancho-Rückkehr

Auf den ersten Blick wirkt die Personalie Jadon Sancho extrem reizvoll. Der Engländer ist nach seinem Vertragsende bei Manchester United ablösefrei auf dem Markt. Der 26-Jährige kennt den Verein, das Umfeld und hat in seiner ersten Dortmunder Ära zwischen 2017 und 2021 mit 50 Toren und 64 Vorlagen absolute Weltklasse verkörpert. Zwar liegen ihm lukrative Offerten aus Katar von Al-Rayyan SC sowie Interesse von Atletico Madrid und der AC Florenz vor, doch sein Herz hängt dem Vernehmen nach weiterhin am BVB.

Trotz der fehlenden Ablöse wäre eine Verpflichtung allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Sancho müsste drastische Gehaltseinbußen auf maximal fünf Millionen Euro im Jahr akzeptieren und sich auf einen stark leistungsbezogenen Vertrag einlassen.

Das weitaus größere Fragezeichen steht jedoch hinter seiner sportlichen Verfassung. Bei seinen jüngsten Leihstationen, dem FC Chelsea und Aston Villa, glänzte er zumeist durch Abwesenheit in der Startelf und verbuchte in der vergangenen Saison lediglich einen einzigen Treffer. Ihm fehlt schlichtweg die Matchpraxis. Fußballerisch gehört Sancho zwar immer noch zu den stärksten Dribblern Europas, wenn es um das Kreieren von Großchancen auf engstem Raum geht. Doch dem modernen, physischen Fußball läuft er durch mangelnde Grundschnelligkeit und auffällig schwache Defensivarbeit oft hinterher.

Da der BVB mit dem neuen 30-Millionen-Mann Karetsas die spielerische Kreativität bereits im Zentrum gebündelt hat, ist höchst fraglich, ob ein weiterer balldominanter, aber eher langsamer Dribbler auf dem Flügel überhaupt der richtige Fit ist.

El Mala: Teures Risiko oder fehlendes Puzzleteil?

Auf der anderen Seite der Medaille steht Said El Mala. Der 19-Jährige vom 1. FC Köln hat in seiner ersten vollen Profisaison die Bundesliga aufgemischt. 13 Saisontore bei gerade einmal 31 Schüssen auf den Kasten belegen eine unfassbare Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Der deutsche U21-Nationalspieler bringt exakt das mit, was Sancho mittlerweile abgeht: Eine brachiale Dynamik im Umschaltspiel, einen direkten, vertikalen Zug zum Tor und ein enorm aggressives Pressingverhalten gegen den Ball.

Sicherlich hat El Mala noch eklatante Schwächen. Seine Ballbehauptung ist teils unsauber, und eine Passquote von 76 Prozent zeigt, dass er im Aufbauspiel noch viel lernen muss. Doch genau hier schließt sich der Kreis zu Konstantinos Karetsas. Der BVB braucht keinen zweiten Spielmacher auf dem Flügel, der die Bälle in der Breite verteilt. Dortmund braucht einen pfeilschnellen Abnehmer, der in die Tiefe sprintet und die tödlichen Pässe des neuen Zehners eiskalt verwertet.

Der große Haken an der Geschichte ist und bleibt jedoch das Preisschild. Während der BVB zuletzt ein Paket von 34 Millionen Euro Sofort-Ablöse plus sechs Millionen an Boni geboten hat, beharrt Köln stur auf den 50 Millionen Euro, die der FC Brentford zuvor bereits schriftlich geboten hatte. Allerdings scheint ein Wechsel ins Ausland derzeit keine Option für das Talent zu sein. Für Dortmund wäre diese Summe für einen 19-Jährigen ein gigantisches Risiko, das den internen Rahmen sprengen könnte.

Eiskalte Vernunft schlägt Fußball-Romantik

Die romantische Lösung? Jadon Sancho ist nach seinem Aus bei Manchester United vereinslos
Die romantische Lösung? Jadon Sancho ist nach seinem Aus bei Manchester United vereinslos | Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

Wenn Borussia Dortmund in der kommenden Saison ernsthaft um Titel mitspielen will, darf der Klub kein Reha-Zentrum für formschwache Ex-Spieler sein. Eine Rückkehr von Jadon Sancho hätte enorm viel mit Nostalgie zu tun, sportlich fehlt ihm aktuell jedoch die Explosivität und die Konstanz, um eine auf Tempo ausgelegte Offensive wirklich zu bereichern.

Said El Mala ist mit einer Forderung von 50 Millionen Euro unbestritten ein teures Pflaster, vor allem, wenn man bedenkt, dass er vor gut zwei Jahren noch für schlappe 350.000 Euro in Köln unterschrieb. Doch Qualität und Potenzial haben auf dem aktuellen Markt nun mal ihren Preis. Taktisch und sportlich betrachtet ist der Kölner Shootingstar exakt das Puzzleteil, das dem BVB noch fehlt, um Neuzugang Karetsas perfekt in Szene zu setzen.

Die Dortmunder Führung sollte das Zögern beenden: Lieber 50 Millionen Euro mutig in die dynamische Zukunft investieren, als das Gehaltsbudget mit der ablösefreien, aber formschwachen Vergangenheit zu belasten.


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