Es vergeht aktuell kaum ein Tag ohne neue Transfergerüchte rund um Eintracht Frankfurt. Während die Hessen noch dringend nach Verstärkungen für die Innenverteidigung und das Sturmzentrum fahnden, gerät nun plötzlich ein etablierter Offensivstar massiv in das Visier finanzkräftiger Klubs aus dem Nahen Osten.
Im Mittelpunkt der Spekulationen steht Ritsu Doan. Der 28-jährige japanische Nationalspieler, der erst im vergangenen Sommer für rund 21 Millionen Euro vom Ligakonkurrenten SC Freiburg an den Main gewechselt war, könnte den Verein nach nur einem Jahr voller Höhen und Tiefen schon wieder verlassen. In seiner Debüt-Saison kam der quirlige Linksfuß in 40 Pflichtspielen immerhin auf sieben Tore und sechs Vorlagen.
Lukratives Angebot aus Saudi-Arabien
Wie der TV-Sender Sky berichtet, laufen derzeit Gespräche zwischen der Spielerseite und dem saudi-arabischen Top-Klub Al-Ittihad. Für die Eintracht steht dabei eine stattliche Ablösesumme im Raum, die sich auf rund 18 bis über 20 Millionen Euro belaufen soll. Für Doan, dessen Vertrag in Frankfurt eigentlich noch langfristig bis 2030 datiert ist, winkt dem Vernehmen nach ein astronomisches Netto-Jahresgehalt von bis zu neun Millionen Euro.
Bei Al-Ittihad würde der Japaner zudem auf seinen Ex-Trainer Jens Wissing treffen, der den Flügelflitzer offenbar unbedingt in die Wüste lotsen möchte. Doch während ein solches finanzielles Gesamtpaket die Frankfurter Vereinsführung durchaus zum Nachdenken zwingt, stößt das Vorhaben beim Cheftrainer auf erbitterten Widerstand.
Hütter legt sein Veto ein

Nach Informationen der Bild-Zeitung hat Adi Hütter ein klares Trainer-Veto gegen einen Verkauf eingelegt. Der 56-jährige Österreicher plant fest mit dem Japaner. "Das möchte ich natürlich nicht", machte Hütter deutlich und unterstrich den enormen sportlichen Wert seines Schützlings: "Ritsu spielt eine sehr wichtige oder gewichtige Rolle in unserer Mannschaft. Absoluter Klasse-Spieler für mich, kann auch den Unterschied ausmachen."
In Hütters sportlichem Konzept ist Doan auf der rechten Zehnerposition neben dem 20-jährigen Top-Talent Can Uzun absolut gesetzt. Ein Verkauf kommt für den Coach, der laut internen Quellen ohnehin hochgradig unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Transfersommers ist, überhaupt nicht infrage. Zwar kann mit Noah Atubolu eine neue Nummer eins für das Tor verpflichtet werden, doch Hütter drängt lautstark auf die Schließung der weiteren Baustellen im Kader.
Krösche in der Zwickmühle
Sportvorstand Markus Krösche befindet sich derweil in einer Zwickmühle. Er ist auf weitere Transfereinnahmen angewiesen, zumal aussortierte Großverdiener noch immer auf der Gehaltsliste stehen und das Budget belasten. Bei einem Angebot in dieser Größenordnung muss Krösche aus wirtschaftlicher Sicht schlichtweg über einen Verkauf nachdenken, was das Konfliktpotenzial mit Hütter weiter befeuert.
"Solange das Transferfenster offen ist, ist man als Trainer teilweise Beifahrer", räumte Hütter in Bezug auf die unberechenbaren Mechanismen des Marktes ein, machte aber sogleich klar, dass er von Krösche noch keine entsprechenden Signale für einen Verkauf erhalten habe. "Deswegen nehme ich es jetzt auch nicht so ernst", so der Trainer.
Den Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin wird Doan aufgrund hartnäckiger muskulärer Beschwerden vermutlich ohnehin verpassen. Ob er danach jemals wieder das Trikot mit dem Adler auf der Brust tragen wird, dürfte sich im Laufe eines richtungsweisenden Wochenendes entscheiden.
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