Wunschkandidaten, Wahlen, Finanzen: Barças schwierige Stürmer-Suche

Das Gesicht des Angriffs beim FC Barcelona wird sich zur neuen Saison wohl deutlich verändern. Dabei spielen auch die Präsidentschaftswahlen eine Rolle.
Hinter der Zukunft von Robert Lewandowski und Marcus Rashford stehen Fragezeichen
Hinter der Zukunft von Robert Lewandowski und Marcus Rashford stehen Fragezeichen | Soccrates Images/GettyImages

Es läuft für den FC Barcelona. Durch die Niederlage von Real Madrid gegen Getafe haben die Katalanen jetzt vier Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen. Die zweite Meisterschaft unter Hansi Flick ist also zum Greifen nah.

In der Champions League erwischte die Blaugrana unterdessen die "leichte" Seite des Turnierbaums und hat so gute Chancen, Ende Mai in Bukarest um den Henkelpott zu spielen. Es wäre das perfekte Ende der Saison 2025/26 – doch im Hintergrund laufen dabei längst die Planungen für die nächste Spielzeit. Insbesondere die Mittelstürmer-Position entwickelt sich dabei zu einem echten Politikum.

Lewandowski-Abschied beschlossen?

Dass Barça im Sommer einen neuen Angreifer verpflichten will, ist schon länger bekannt. Ein Bericht von The Athletic, der sich auf mehrere vereinsnahe Quellen beruft, bringt dabei jetzt neuen Wind in die Planungen.

So heißt es, dass der Abschied von Robert Lewandowski im Sommer bereits beschlossene Sache ist. Lediglich herausragende Leistungen im letzten Saisondrittel könnten die Verantwortlichen noch umstimmen. Der Abschied von Lewa soll auch mit Ferran Torres zusammenhängen, dem man bei Barça eine größere Rolle in der Zukunft zutraut.

Ferran Torres
Ferran Torres steht noch bis Sommer 2027 in Barcelona unter Vertrag | Soccrates Images/GettyImages

Daher wolle man ihm mehr Spielzeit im Sturmzentrum verschaffen, weshalb man sich von Lewandowski trennen möchte. Hinzu kommt das Alter des Polen: Lewa wird im August 38 Jahre alt, Barça will sich hingegen verjüngen, weshalb Lewandowski nicht mehr perfekt zur Altersstruktur der Katalanen passt.

Der große Alvarez-Traum

Wer dagegen sehr gut zur Blaugrana passen würde, wäre Julian Alvarez. Laut The Athletic ist der Argentinier weiterhin der Name, der auf der Wunschliste von Sportdirektor Deco ganz oben steht. Zudem herrscht bei Barça Zuversicht, dass sich der 26-Jährige dem spanischen Meister anschließen möchte.

Insbesondere sein Skill-Set soll die Barça-Verantwortlichen dabei begeistern, hier sind vor allem seine Pressing-Fähigkeit sowie das Spiel zwischen den Ketten zu nennen, was Alvarez beides perfekt beherrscht.

Julian Alvarez, Fermin Lopez
Julian Alvarez hat es den Katalanen angetan | Quality Sport Images/GettyImages

In der selben Qualitätskategorie wie den Argentinier sehen Katalanen dabei übrigens auch Harry Kane. Eine Verpflichtung des Bayern-Stürmers ist aber mehr als unwahrscheinlich, da Kanes Ausstiegsklausel zum einen abgelaufen ist und Deco zum anderen nicht dafür bekannt ist, große Summen für Spieler über 30 Jahre zu bezahlen.

Sollte eine Alvarez-Verpflichtung nicht zu realisieren sein, wären laut dem Bericht Omar Marmoush und Victor Osimhen mögliche weitere Kandidaten. Hier ist das Interesse aber noch in einem sehr frühen Stadium.

Klare Tendenz bei Rashford

Völlig klar ist die Sachlage hingegen bei Marcus Rashford. Der Engländer soll in Barcelona bleiben, ganz unabhängig von der andauernden Stürmersuche. Flick will den 28-Jährigen unbedingt behalten, um auch in der kommenden Saison im Sturm breit und tief besetzt zu sein.

Ein Problem könnten die Präsidentschaftswahlen darstellen. Denn Deco will nur unter Joan Laporta weitermachen. Die anderen beiden Kandidaten Victor Font und Marc Ciria würden eigene Vertraute mitbringen. Der unklare Ausgang der Wahlen erschwert also mögliche aktuelle Transfergespräche.

Marcus Rashford
Marcus Rashford überzeug in Barcelona | NurPhoto/GettyImages

Finanziell gut aufgestellt?

Eins ist aber bei allen drei möglichen Sportdirektor-Szenarien gleich: Sie haben Geld zum investieren. Die Verantwortlichen in Barcelona sind optimistisch, in diesem Sommer finanziell besser aufgestellt zu sein als in den vergangenen Jahren.

"Wir sind nur noch zwölf Millionen Euro davon entfernt, die 1:1-Regel der Gehaltsgrenze der La Liga zu erfüllen“, erklärte Schatzmeister Ferran Olive letzte Woche gegenüber Cronica Global. "Barça ist in der Lage, im nächsten Sommer einen Top-Stürmer zu verpflichten."

Die 1:1-Regel bedeutet, dass Barcelona jeden Euro, den es an Gehältern einspart, für die Verpflichtung neuer Spieler ausgeben kann – diese Position besaßen sie in den letzten beiden Transferperioden nicht.

Diese Woche veröffentlichte die Liga zudem ihre aktualisierten Gehaltsobergrenzen. Die von Barcelona wurde dabei um rund 80 Millionen Euro angehoben. Die Katalanen dürfen nun 433 Millionen Euro für Gehälter ausgeben, während ihre Grenze im letzten Sommer bei 351 Millionen Euro lag.

Der amtierende spanische Meister scheint also wieder liquide genug zu sein, um im Sommer ein gewaltiges Wörtchen auf dem Transfermarkt mitreden zu können. Welcher Stürmer am Ende aber seinen Weg ins Camp Nou findet, ist jedoch noch völlig offen.


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