Jürgen Klopp ist der 13. Bundestrainer der DFB-Geschichte. Auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag wurde offiziell verkündet, was eigentlich längst schon klar war. Der 59-Jährige wird ab dem 15. August offiziell seinen Dienst aufnehmen und hat einen Vertrag bis nach der WM 2030 unterschrieben.
An Klopps Seite werden Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender als Co-Trainer fungieren. Für Klopp das "bestmögliche" Trainerteam für diese Aufgabe.
Die wichtigsten Klopp-Aussagen
- Klopp droht auf dem Karriere-Höhepunkt mit Rücktritt
- Klopp will "jeden Stein umdrehen"
- Klopp über Erwartungen und Rock 'n' Roll-Fußball
- Klopp plant mit Gegenpressing und Viererkette
Klopp droht auf dem Karriere-Höhepunkt mit Rücktritt
"An dem Tag, an dem ihr das nicht mehr wollt, sagt ihr es und ich bin weg. Und zwar ohne Abfindung."Jürgen Klopp
Eine Aufgabe, die Klopp mit Stolz erfülle, wie er auf der Pressekonferenz erklärte: "Ich hatte schon eine Ahnung, wie groß das Amt des Bundestrainers ist. Aber wenn man direkt damit in Verbindung gebracht wird, dann fühlt man die Größe und die Verantwortung, die dahintersteckt, noch mehr. Da ich weiß, wo ich herkomme, ist es für mich unvorstellbar gewesen, dass es mal dazu kommt."
Für den 59-Jährigen ist der Bundestrainer-Job "idealerweise der Höhepunkt". Klopp sprach dabei von sich in der dritten Person: "Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft."
Gleichzeitig betonte er, dass er die Aufgabe nicht für sich selbst übernommen hatte. Und drohte mit sofortigem Rücktritt: "Wem es egal ist, wie es mit dem deutschen Fußball weitergeht, dem kann ich nicht helfen. [...] Ich bin kein unbeschriebenes Blatt, habe Partner mit hergebracht. Ich mache das nicht für mich. An dem Tag, an dem ihr das nicht mehr wollt, sagt ihr es und ich bin weg. Und zwar ohne Abfindung. Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Nicht einzelne, es müssten schon mehr sein. Wenn der DFB sagt, der ist scheiße, bin ich weg. Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg. Weil ich den Job mache, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian [Nagelsmann] umgeht. Obwohl ich mitbekommen habe, wie England mit Tuchel umgeht."
Jürgen Klopp spricht von sich in der dritten Person und droht den Medien bei fragwürdiger Berichterstattung mit sofortigem Rücktritt. Da weht kein neuer Wind, da droht ein Orkan beim DFB
— Waldemar Hartmann (@hartammann) July 24, 2026
Klopp ist ja richtig auf Krawall aus.
— BayernTalente (@CampusVid2) July 24, 2026
Zur Spitze gegen die Medien führte Klopp weiter aus: "Ich bin weit davon entfernt, perfekt zu sein, wenn man mir eine blöde Frage stellt. Heute bin ich super relaxt, aber ich weiß, dass das nicht so bleiben wird. Dann kann ich auch extrem blöde Antworten geben. Aber jeder, der wirklich Lust drauf hat, das mit uns gemeinsam anzugehen, ist super herzlich willkommen."
Die Klopp PK ist jetzt schon außergewöhnlich, so wie er spricht und sagt was er denkt, klar fordert was er will und braucht von allen Seiten, das bekommt man nur von ihm
— Max Kirchi 🦊 | ❤️💚🤍 | 🏳️🌈 (@max_kirchi) July 24, 2026
Er ist nicht auf Krawall aus, sondern nordet alle von Anfang an ein, insbesondere Journalisten und die DFB Combo
— Thomas Boettcher (@tomkat1900) July 24, 2026
Wer Klopp will bekommt Klopp
Genauso mit dieser Autorität muss man auftreten , von Anfang an, damit jeder gleich weiß wo der Hammer hängt
Klopp will "jeden Stein umdrehen"
"Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen. Weil ich gerne mutig sein werde."Jürgen Klopp
Zu seinen Plänen mit der A-Nationalmannschaft und innerhalb des Verbandes äußerte Klopp am Freitag bereits klare Vorstellungen. "Wir werden wichtig vor schnell stellen", betonte er dabei.
"Mir geht es nicht nur um die A-Nationalmannschaft, aber das ist der erste Job. Es ist eine Riesenehre, ich werde dafür sehr gut bezahlt. Ich werde alles reinlegen, was mir zur Verfügung steht", führte er aus.
"Wir wollen tatsächlich jeden Stein umdrehen. Meine Hauptaufgabe ist es, der A-Nationalmannschaft zu helfen, aber darüber hinaus diesen Verband in die Zukunft zu führen, ist eben auch die Idee", so Klopp weiter, der zudem schon ankündigte, den ein oder anderen Überraschungskandidaten nominieren zu wollen: "Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen. Weil ich gerne mutig sein werde. Das war ich schon immer und werde ich auch bleiben. Ich habe Lust, mit Jungs zusammenzuarbeiten, die einen Fußball spielen, der allen gefällt. [...] Jeder, der berechtigt ist, für die Nationalmannschaft zu spielen, sollte sich Mühe geben. Ich werde gucken. Aber heute wird niemand abgeschrieben. Es ist ein Neustart."
Innerhalb des DFB wolle Klopp "sehr in die Strukturen reingehen. Wer Jürgen holt, kriegt ihn. Heute haben sich alle gefreut, bin mir nicht sicher, ob das jeden Tag der Fall sein wird."
Klopp über Erwartungen und Rock 'n' Roll-Fußball
"Haben wir Spieler wie Dembélé, Mbappé, Doué, Barcola? Die Antwort ist nein. Aber wir können sie trotzdem schlagen."Jürgen Klopp
Notwendige Veränderungen sind für Klopp zwangsläufig – auch um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. "Ich möchte alles verbessern. Die deutsche Nationalmannschaft positiv darstellen, um irgendwann wieder nach oben zu kommen. Ich habe Lust auf die Aufgabe", betonte er.
Lust sollen bald wieder alle auf die Nationalmannschaft bekommen: "Es ist eine Weile her, wo ich Länderspiele links und rechts von großen Turnieren geguckt habe. Ich hätte echt gerne, dass wir alle wieder alle Länderspiele gucken. Wir sind uns alle einig, dass erfolgreicher Fußball ein Land verändern kann."
Um wieder in die Spur zu finden, will sich Klopp mit dem DFB-Team vor allem auf sich selbst fokussieren. "Erfolg ist, wie du in Bezug auf die Erwartungen abschneidest. Wir brauchen eine realistische Erwartungshaltung. Da wird gefragt: Sind wir so gut wie Frankreich? Und die Antwort lautet nein – dann stimmt das nicht. Die Frage sollte lauten: Haben wir Spieler wie Dembélé, Mbappé, Doué, Barcola? Die Antwort ist nein. Aber wir können sie trotzdem schlagen", erklärte Klopp.
"Es ist nicht wichtig, auf Frankreich, Spanien, Argentinien zu schauen. Das Wichtigste ist, auf uns selbst und darauf zu schauen, wie wir Fußball spielen. Wir sind im Moment nicht Nummer eins der Welt, das ist wahr. Es gibt elf Nationen vor uns im Ranking – aber wir müssen es möglich machen, sie zu schlagen, mit der Art, wie wir Fußball spielen", so der neue Bundestrainer weiter.
Klopp plant mit Gegenpressing und Viererkette
"Das werden wir auch tun [mit Viererkette spielen]. Wir werden auch mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Generation sind auf dem Flügel."Jürgen Klopp
Ein wichtiger Aspekt in Klopps Mannschaften ist das Gegenpressing. Klopp selbst sagte einmal: "Gegenpressing ist der beste Zehner." Auch das DFB-Team soll nach dieser Mentalität spielen.
"Gegenpressing wird ein wichtiges Thema sein, eine stabile Formation, eine klare Fußballidee. Mit allen Unwägbarkeiten. Wir werden keine Manndeckung spielen. Aber die beste Mannschaft in Deutschland spielt Manndeckung [FC Bayern]."
Schon jetzt legte sich Klopp auf eine Formation mit Viererkette fest: "Die Mannschaften, die das Turnier gewinnen konnten, haben hinten mit vier Mann gespielt. Das werden wir auch tun. Wir werden auch mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Generation sind auf dem Flügel."
Klopp weiter: "Wir werden definitiv mit einem Rechtsverteidiger spielen." Und allgemein über die Positionskämpfe: "Spielen wird, wer sehr gut ist, richtig Bock hat. Und in dem Moment, wenn er das Trikot anzieht, noch ein bisschen besser wird. Es geht darum, dass die Jungs mir zeigen, dass es etwas ganz Besonderes ist, für die Nationalmannschaft zu spielen."
Eine herausragende PK von #Klopp! Bei seinen Aussagen über guten Fußball, die Viererkette und Außenspieler sollten einige mal ganz genau hinhören.
— schwarzundgelb (@schwarzundgelb1) July 24, 2026
Wir werden mit #Kovac-Ball und der Dreierkette keinen nachhaltigen Erfolg haben.#BVB #DFBTeam pic.twitter.com/UfB8B67kTn
