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WM-Politikum um den Iran: Kommt es zum Ausschluss?

Die angespannte politische Situation könnte dafür sorgen, dass der Iran nicht bei der WM antreten wird. Es gibt offenbar nur noch eine Alternative.
Spielt der Iran bei der WM?
Spielt der Iran bei der WM? | NurPhoto/GettyImages

Noch 90 Tage sind es bis zum offiziellen Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko. Doch statt Vorfreude herrscht bei vielen Fans und auch Verbänden aufgrund der angespannten politischen Situation vor allem Skepsis.

Die Rolle von Amerika im Krieg in Nahost, dazu die Unruhen in Mexiko nach dem Tod von Drogenboss El Mencho sorgen dafür, dass einige Teams sogar überlegen, das Turnier zu boykottieren. Zu diesen Mannschaften gehört auch der amtierende Europameister Spanien.

Noch angespannter ist die Lage im Iran – also dem Land, das die USA gemeinsam mit Israel angriffen und das sich seitdem im Krieg mit den beiden Ländern befindet. Vor allem der Tod des Staatsoberhauptes Ali Chamenei sorgt für große Wut im Iran.

Verlegung der Gruppenspiele?

Sportminister Ahmed Donjamali hatte kürzlich in einem TV-Interview erklärt: "Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen." Doch mittlerweile gibt es eine Alternative.

Donjamali erklärte, dass der iranische Verband bei der FIFA nach einer Verlegung der Gruppenspiele angefragt hat. "Ich hoffe, dass die Bedingungen geschaffen werden, damit unsere Jungs doch noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen können", erklärte der Sportminister und ergänzte: "Es ist wichtig, alle sportlichen Aspekte sorgfältig zu nutzen, um eine Teilnahme doch noch zu ermöglichen."

Aktuell soll der Iran seine Gruppenspiele gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten in Los Angeles und Seattle ausrichten.

Trump hat Bedenken

Es wäre ein in der WM-Geschichte einmaliger Vorgang. Noch nie zuvor wurden Spiele einer Mannschaft aufgrund der politischen Situation in ein anderes Land verlegt. Doch in trockenen Tüchern ist noch nichts.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt öffentlich erklärt, dass es aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht angemessen sei, dass der Iran bei der WM dabei sei. Der iranische Verband konterte daraufhin, dass die Entscheidungsgewalt in diesem Fall bei der FIFA liege und nicht bei ihm.

Es bleibt also weiterhin offen, ob der Iran tatsächlich an der Weltmeisterschaft teilnehmen wird bzw. das überhaupt will. Hier spielt auch die Entwicklung der Situation in Nahost eine Rolle. Sollte diese weiter eskalieren, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass der Iran wirklich antritt.

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