Ähnlich wie Trainer Sebastian Hoeneß gilt Fabian Wohlgemuth als eines der Gesichter des positiven Umschwungs beim VfB Stuttgart. Seit seinem Amtsantritt im Dezember 2022 entwickelte sich der Klub vom Abstiegskandidaten der Bundesliga zum Vizemeister und zweimaligen Champions-League-Teilnehmer.
Aufgrund seiner guten Arbeit stieg Wohlgemuth im Sommer 2024 vom Sportdirektor zum Sportvorstand des VfB auf. Die Beförderung hatte sich der 47-Jährige mit einigen Mega-Transfers für Stuttgart auch verdient.
Zu seinen Meisterstücken gehörten zum Beispiel die Transfers von Deniz Undav (26,7 Millionen Euro), Nick Woltemade (ablösefrei), Bilal El Khannouss (15 Millionen Euro), Finn Jeltsch (9,5 Millionen Euro), Jeff Chabot (4 Millionen Euro), Angelo Stiller (5,5 Millionen Euro), Jamie Leweling (6 Millionen Euro), Ramon Hendriks (1 Millionen Euro) und Grischa Prömel (ablösefrei). Nicht ohne Grund wurde der Sportdirektor in Stuttgart unter den Fans zu Chefkoch Wohlgemuth getauft.
Doch auch Wohlgemuth kann nicht immer richtig liegen und hat Transfers getätigt, die sich in der Nachbetrachtung nicht sonderlich ausgezahlt haben.
Die größten Wohlgemuth-Fehlentscheidungen bei VfB-Transfers
1. Ameen Al-Dakhil (9 Millionen Euro)

So richtig Grund zum Lachen hat Ameen Al-Dakhil beim VfB nur selten. Der grundsätzlich hochveranlagte Innenverteidiger hat ein großes Problem: Seine Verletzungsanfälligkeit. Schon bei seiner Ankunft im Sommer 2024 kam der Belgier mit einer Muskelverletzung aus Burnley, die ihm die ersten Wochen im Ländle kostete.
Doch auch nach seiner Genesung wurde es nicht besser: Al-Dakhil hat in Stuttgart schon fast 200 Tage mit Verletzungen oder Krankheit verbracht. Auch aktuell plagen den 24-Jährigen wieder Knieprobleme.
Wenn Al-Dakhil denn mal fit war, fiel er leistungstechnisch nicht unbedingt stark ab, stach jedoch auch nie so richtig positiv heraus. Im internen VfB-Ranking haben Jeff Chabot, Finn Jeltsch, Luca Jaquez und Dan-Axel Zagadou ihren Platz vor dem Belgier. Insgesamt waren es die neun Millionen Euro für Al-Dakhil einfach nicht wert.
2. Jeremy Arevalo (7,5 Millionen Euro)

Aktuell ist Jeremy Arevalo nach Portugal zu Estrela Amadora ausgeliehen. Dort soll der ecuadoreanische WM-Fahrer auf wichtige Spielzeit kommen. Diese würde der junge Angreifer beim VfB nicht erhalten, da er eindeutig hinter Deniz Undav, Ermedin Demirovic und Dzenan Pejcinovic steht.
Als Wohlgemuth den 21-Jährigen im Winter für 7,5 Millionen Euro aus der zweiten spanischen Liga geholt hat, war klar, dass es sich um ein Langzeitprojekt handeln soll und Arevalo womöglich zunächst einen schweren Stand haben könnte. Dementsprechend ist dieser Transfer noch nicht abschließend zu bewerten.
Jedoch läuft Arevalo trotzdem bisher den Erwartungen hinterher, was vor allem an seiner bedenklichen körperlichen Verfassung liegt. Aktuell plagt sich der Stürmer erneut mit Rückenproblemen rum. Es bleibt abzuwarten, ob die Geschichte zwischen Arevalo und dem VfB doch noch ein Happy End findet.
3. Badredine Bouanani (15 Millionen Euro)

Auch Badredine Bouanani wurde im Sommer auf den letzten Drücker noch verliehen und läuft jetzt für die Glasgow Rangers auf. Im Vorjahr war der Flügelspieler für 15 Millionen Euro aus Nizza an den Neckar gekommen.
Immerhin: Sollten die Rangers tatsächlich Bouananis Kaufoption ziehen, würde der VfB sogar ein Plus von zwei bis drei Millionen Euro machen. Dann könnte man Wohlgemuth den Transfer nicht mehr so einfach als Flop ankreiden.
Aber aus sportlicher Sicht hat sich der Wechsel des Algeriers nicht ausgezahlt. Bouanani hat sein Talent und seine technischen Fähigkeiten immer wieder aufblitzen lassen, ohne dabei jedoch relevante Scorer einzufahren. Zu häufig scheiterte es bei dem 21.Jährigen an der Genauigkeit und Entscheidungsfindung im letzten Drittel.
4. Yannik Keitel (ablösefrei)

Weil Yannik Keitel im Sommer 2024 ablösefrei vom SC Freiburg in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs kam, ist der VfB immerhin kein finanzielles Risiko eingegangen.
Trotzdem kann man bei Keitel von einem Flop-Transfer sprechen. Im defensiven Mittelfeld mussten in der Saison 2024/25 fast immer Angelo Stiller und Atakan Karazor spielen, weil Keitel nicht die benötigte Qualität als Ersatz mitbrachte und sich dementsprechend nicht das Vertrauen von Sebastian Hoeneß erarbeiten konnte.
Als dann Chema im Sommer letzten Jahres verpflichtet wurde, war Keitel in Stuttgart komplett außen vor. Im Winter erfolgte schließlich die Flucht nach Augsburg.
5. Lorenz Assignon (12 Millionen Euro)

Bei Lorenz Assignon besteht noch die Hoffnung, dass sich sein Transfer von Stade Rennes zum Positiven wendet. Immerhin hat der Franzose schon in Ansätzen gezeigt, dass er eine Waffe auf der rechten Schiene sein kann.
Allerdings hatte man sich im Schwabenland durchaus Hoffnungen gemacht, dass sich Assignon als Stammspieler etabliert - gerade für den gezahlten Preis. Jetzt kämpft der 26-Jährige jedoch als Herausforderer von Josha Vagnoman um Minuten auf der Rechtsverteidigerposition.
Assignon hat mit wiederkehrenden Schulterproblemen zu kämpfen, die ihm schon mehrere Monate beim VfB kosteten. Offensiv fehlt es beim Rechtsverteidiger häufig noch an der entscheidenden Aktion, defensiv wackelt er noch zu oft. Allerdings ist das Potenzial bei Assignon eindeutig vorhanden - und vielleicht sprechen wir in einem Jahr nicht mehr über einen Flop-Transfer.
