Die Vorbereitung von Werder Bremen verläuft nicht perfekt. Niklas Stark und Felix Agu sind quasi dauerverletzt, dazu herrscht seit Wochen ein Transferstau, der das Ziel von Fußball-Geschäftsführer Clemens Fritz torpediert, den endgültigen Kader bis zum Pflichtspielauftakt am 22. August beisammen zu haben.
Insbesondere im Sturm drückt trotz der Verpflichtungen von Cedric Itten und Youngster Kenny Quetant weiterhin der Schuh, konkret wurde es jedoch bislang mit keinem Kandidaten.
Doch trotz all dieser Probleme gibt es für Werder-Fans auch Grund zur Freude. Denn einer hat seine Chance in der Vorbereitung bislang voll genutzt: Rechtsaußen Paul Erevbenagie.
Erevbenagie sammelt Pluspunkte
Der 18-Jährige erzielte starke vier Tore in fünf Testspielen und zeigte damit, über was für ein großes Potenzial er verfügt. Erevbenagie ist dabei mit 1,81 Metern für einen Flügelspieler zwar verhältnismäßig groß, verfügt aber dennoch über ein hohes Tempo, gutes Dribbling und einen eiskalten Abschluss.
Auch Trainer Daniel Thioune ist voll des Lobes für den 18-Jährigen, der im Juli seinen ersten Profivertrag unterschrieb: "Er hat Abschlussqualität und bringt Torgefahr mit. Außerdem kämpft er um jeden Ball. Er trifft noch nicht immer die richtige Entscheidung. Aber er hat noch Zeit. Paul ist ein junger Spieler und hat Eindruck hinterlassen."

In der Regionalliga ließ er sein Talent in der letzten Saison dabei bereits mehrmals aufblitzen. Als 17-Jähriger sammelte er sechs Scorerpunkte in 18 Spielen, in der U19-Liga waren es sogar fünf Torbeteiligungen in acht Partien.
Von der Regionalliga in die Bundesliga?
Es zeigt: Erevbenagie weiß, wo das Tor steht, kann aber auch seine Mitspieler in Szene setzen. Kann er diese Qualitäten auch bald in der Bundesliga zeigen?
Thioune machte diesbezüglich Hoffnung: "Es hat sich einer angemeldet und gesagt: Ich will auch mitspielen. Das tut der Junge gerade. Ich freue mich darüber und würde ihm zugestehen, dass er aktuell sehr nah dran ist, perspektivisch Bundesliga-Minuten zu sammeln."

Viele Werder-Fans werden hoffen, dass dieser Moment eher früher als später kommt. Und die Chance darauf steht nicht schlecht.
Denn auf dem rechten Flügel hat der 18-Jährige aktuell nur Justin Njinmah als Konkurrenz – und dieser steht nach der enttäuschenden letzten Saison vor einer ungewissen Zukunft am Osterdeich.
Varibalität als Trumpf
Doch Erevbenagie ist nicht nur auf den rechten Flügel festgelegt, sondern kann auch als Stoßstürmer spielen – also genau der Position, wo bei Werder aktuell noch besonders der Schuh drückt.
Mit ihm, Kenny Quetant und Salim Musah hätten die Grün-Weißen dann ein junges und vielversprechendes Sturmtrio mit großem Potenzial. Nur traut sich Thioune, die Talente auch von der Leine zu lassen?
Es braucht nämlich wenig Fantasie, um zu erkennen, dass Erevbenagie gemeinsam mit Musah das nächste Bremer Eigengewächs wird, das in der neuen Saison durchstarten kann. Zwar wäre ein direkter Stammplatz noch etwas hochgegriffen, doch Thioune sollte nicht verlegen darum sein, ihm Minuten als Einwechselspieler zu geben.

Erevbenagie beeindruckt
Schließlich war die Gefahr von den Flügeln neben der katastrophalen Sturmsituation in der letzten Saison mit die größte Problemzone der Bremer. Mit Erevbenagie verfügen die Grün-Weißen nun endlich wieder über einen Spieler, der als Joker mit seinem Tempo und Dribbling noch Akzente setzen kann.
Zudem ist der 18-Jährige unbekümmert und geht gerne ins Eins-gegen-eins – zwei Dinge, die man in der vergangenen Spielzeit bei Werder vermisste. Und zu guter letzt ist Thioune ein Trainer, der gute Leistung honoriert.
"Wenn mich jemand mit Leistung bedroht, honoriere ich das. Daher kann ich mir vorstellen, dass er noch häufiger bei uns zu sehen sein wird", sagte er nach dem Test gegen Bochum zum Abschluss des ersten Trainingslagers über Erevbenagie.

Auf dem besten Weg, sich einen Namen zu machen
Seitdem hat der 18-Jährige noch einmal mächtig Eigenwerbung für sich machen können und gezeigt: Mit ihm ist zu rechnen.
Und wer weiß: Vielleicht kann sich dann auch Thioune den Namen des 18-Jährigen besser merken. Dieser sagte kürzlich nämlich: "Der Name Chuki ist einfacher als der von Paul. Damit tue ich mich noch schwer."
Macht Erevebenagie aber so weiter, dann wird nicht nur sein Trainer seinen Namen bald genau kennen – sondern jeder Bundesliga-Fan.
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