Erstmals seit 13 Jahren hat Werder Bremen wieder das erste Heimspiel einer Saison gewonnen - und wie! Gleich drei Mal ertönte das ikonische Schiffshorn, das die Tormusik der Bremer einleitet. Und das gegen keinen geringeren als Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig. Ein Achtungserfolg, der nach den schwierigen Wochen mit Verletzungssorgen, harten Kämpfen auf dem Transfermarkt und der deutlichen Auftaktniederlage beim SC Freiburg (1:4) für große Erleichterung sorgt.
Der Auftritt gegen Leipzig macht Hoffnung: Das Mittelfeldzentrum mit den beiden Neuzugängen Ludovit Reis und Youri Regeer überzeugte - und vorne waren die Rückkehrer Niclas Füllkrug und Eren Dinkci zur Stelle. Nachdem Dinkci (4.) die Bremer in der ersten Hälfte in Führung gebracht hatte, legte Füllkrug (68.) nach dem Seitenwechsel per Kopf nach. Marco Grüll (80.) erhöhte noch auf 3:0, ehe Ridle Baku (90.+6) der Leipziger Ehrentreffer gelang.
Druck? "Ich habe keinen gespürt"
"Schön, Werder macht es schlau: verkauft die Spieler für viel Geld und holt sie dann billig zurück" witzelte Füllkrug anschließend lachend bei Sky: "Es hat unheimlich viel Spaß gemacht heute. Das war die Reaktion, die wir brauchten." Die Mannschaft habe "wahnsinnig viel Intensität auf den Platz gebracht", erklärte der 33-Jährige.
Durch den Sieg dürfte vorerst wieder etwas Ruhe ins Vereinsumfeld einkehren, wobei Eren Dinkci betonte, gar keinen gesteigerten Druck wahrgenommen zu haben. "Ich habe jetzt keinen gespürt, um ehrlich zu sein", sagte der 24 Jahre alte Offensivspieler, der im Sommer vom SC Freiburg an die Weser zurückgekehrt war: "Das haben wir heute auf dem Platz gezeigt."

Insgesamt standen sechs Neuzugänge in der Werder-Startelf. Auch wenn es gegen Leipzig in der neuen Zusammenstellung bereits gut klappte, sei der "Prozess noch nicht durch", betonte Füllkrug: "Genau wie das erste Spiel darf man auch das zweite nicht überbewerten." Die Bremer hätten eine sehr gute Trainingswoche gehabt, "mit einer sehr hohen Intensität", berichtete der Stürmer: "Ich glaube, dass diese Intensität und die Bereitschaft füreinander zu arbeiten sehr viel wett macht - was man als Zuschauer gar nicht sieht."
Dieser Zusammenhalt könnte zum Faustpfand der Bremer werden und auch bei der nächsten Aufgabe am kommenden Samstag beim 1. FC Köln zum Sieg verhelfen. Dazu müssten sie in das Spiel "genau mit der selben Intensität reingehen, das ist das A und O momentan", sagte Dinkci: "Und dann bin ich zuversichtlich, dass wir auch dort drei Punkte holen können."
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