Werder: Friedl-Aussage nach nächster Pleite lässt tief blicken

Werder wollte unter neuem Trainer endlich die Wende einleiten, doch die alten Muster waren sofort wieder da.
Was kann sich in Werder noch ändern?
Was kann sich in Werder noch ändern? / picture alliance/GettyImages
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Die 0:1-Niederlage beim SC Freiburg war für Werder Bremen mehr als nur ein weiteres schlechtes Ergebnis. Eigentlich hätte das Spiel den Startschuss für eine Trendwende unter dem neuen Trainer Daniel Thioune markieren sollen. Stattdessen bestätigte die Partie all das, was die Bremer schon seit Monaten begleitet. Werder fehlt es weiter an Durchschlagskraft - und vor allem an Toren.

Warum diese Niederlage besonders schmerzt

Neben dem nackten Resultat spricht vor allem der Spielverlauf eine klare Sprache. In Überzahl kam Werder auf 67 Prozent Ballbesitz, 17 Abschlüsse und eine Großchance. Über fast eine komplette Halbzeit hinweg hatte Bremen die Möglichkeit, allein über Spielkontrolle und individuelle Qualität zumindest den Ausgleich zu erzwingen.

Doch genau hier liegt das Kernproblem. Die Dominanz blieb folgenlos, die Abschlüsse harmlos, die Lösungen im letzten Drittel fehlten erneut. Es ist ein Muster, das sich durch die gesamte Saison zieht und das auch mit einem Trainerwechsel nicht sofort verschwindet.

Thioune kann nicht alles reparieren

Die entscheidende Frage lautet nun, wie viel Daniel Thioune kurzfristig überhaupt verändern kann. Es fehlt nicht nur an einem neuen Ansatz, sondern vor allem an geeignetem Personal für die Offensive. Bereits in der Hinrunde hatte Werder es versäumt, die Baustellen im Angriff konsequent zu schließen. Das Scheitern rund um Victor Boniface war dabei nur das sichtbarste Beispiel einer insgesamt mangelhaften Planung.

Die Folgen sind nun unübersehbar. Werder steht auf dem Relegationsplatz, nur zwei Punkte vor St. Pauli, das zeitgleich gegen Stuttgart dreifach punktete. Der Druck im Tabellenkeller wächst - und ohne spürbare Verbesserung vor dem Tor wird es schwer, sich aus eigener Kraft zu befreien.

Friedl bringt den Frust auf den Punkt

Nach Abpfiff sprach Kapitän Marco Friedl offen aus, was viele denken: "Wir spielen zwei Mal 40 Minuten in Überzahl, sind wieder im Spiel und unterm Strich ist es wieder zu wenig und reicht nicht. Wenn wir keine Tore schießen, werden wir es dieses Jahr nicht schaffen. Es hilft im Fußball nichts, wir müssen weitermachen."

Besonders bitter wirkt sein Satz: "Wir sind da wo wir hingehören." Eine nüchterne Einordnung der Lage, die zeigt, wie tief der Frust inzwischen sitzt.


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