Nach einer enttäuschenden Saison hat Bayer 04 Leverkusen mit der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart und der wohl verpassten Champions-League-Qualifikation einen bitteren Tiefpunkt erreicht. Spätestens jetzt ist klar: Nach dem historischen Double-Erfolg 2024 ist die Werkself wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.
Vieles deutet zudem darauf hin, dass sich Bayer im Sommer von Trainer Kasper Hjulmand trennen wird (90min berichtete). Nachdem Geschäftsführer Sport Simon Rolfes bereits mit Erik ten Hag und nun wohl auch mit Hjulmand kein glückliches Händchen bewies, muss die nächste Trainerentscheidung sitzen – sonst könnte langfristig auch seine eigene Position stärker hinterfragt werden.
Entsprechend wichtig wird es für Leverkusen sein, zeitnah Klarheit auf der Trainerbank zu schaffen, damit der neue Coach frühzeitig in die Kaderplanung und Transferstrategie für den Sommer eingebunden werden kann. Wir stellen euch die aktuell gehandelten Kandidaten vor und schätzen ein, wie realistisch ein Wechsel zur Werkself tatsächlich wäre.
Die Kandidaten in der Übersicht:
5. Fabian Hürzeler

Fabian Hürzeler galt lange als Wunschkandidat von Bayer Leverkusen. Der ehemalige Trainer des FC St. Pauli wechselte bereits im Sommer 2024 zu Brighton & Hove Albion in die Premier League. Der 33-Jährige steht für modernen, intensiven Fußball mit aggressivem Pressing, taktischer Flexibilität und einer klaren Spielidee. Zudem gilt Hürzeler als akribischer Arbeiter und starker Entwickler junger Spieler.
Erst vor wenigen Wochen verlängerte der englische Klub den Vertrag des Deutschen vorzeitig bis 2029 und setzte damit auch ein klares Zeichen gegen das Interesse anderer Vereine wie Bayer Leverkusen. Ein Wechsel zur Werkself ist daher nahezu ausgeschlossen.
Wechselwahrscheinlichkeit: 1%
4. Danny Röhl

Der Deutsche Danny Röhl gehört offenbar zum Kandidatenkreis von Bayer Leverkusen. Der 37-Jährige trainiert aktuell die Glasgow Rangers und gilt als einer der spannendsten Trainer der jüngeren Generation. Röhl steht für modernen, strukturierten Fußball mit hoher Intensität und klaren Abläufen im Spielaufbau. Laut Medienberichten beschäftigt sich Bayer intern bereits mit dem Deutschen, dessen Vertrag in Glasgow noch bis 2028 läuft.
Allerdings deutete Röhl zuletzt selbst an, weiterhin großes Vertrauen innerhalb des Vereins zu genießen. Ein Wechsel nach Leverkusen erscheint deshalb aktuell eher als Außenseiterlösung. Zwar passt seine moderne Spielidee grundsätzlich gut zur Werkself, allerdings fehlt ihm bislang noch die Erfahrung auf absolutem Topniveau und internationaler Bühne. Daher wirkt es momentan wahrscheinlicher, dass Bayer auf einen etablierteren Namen setzen wird.
Wechselwahrscheinlichkeit: 10%
3. Andoni Iraola

Auch Andoni Iraola wird mit Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht. Der Spanier verlässt Bournemouth nach Saisonende ablösefrei und zählt nach starken Jahren in der Premier League zu den gefragtesten Trainern Europas. Unter Iraola entwickelte sich Bournemouth trotz begrenzter Mittel zu einem starken Team und spielte zwischenzeitlich sogar um die internationalen Plätze mit. Parallelen zu Xabi Alonso, beide sind Basken und arbeiten mit demselben Berater, wecken zusätzlich Hoffnungen auf eine mögliche Zusammenarbeit.
Laut mehreren Berichten beschäftigt sich Bayer tatsächlich mit Iraola. Allerdings sollen die Verantwortlichen der Werkself Zweifel haben, ob sein pragmatischer und eher auf Intensität ausgelegter Stil wirklich zur offensiven, kontrollierten Bayer-DNA passt. Weder bei Bournemouth noch zuvor bei Rayo Vallecano habe man laut Bild die klare spielerische Handschrift erkannt, die sich Leverkusen langfristig wünsche. Deshalb gilt Iraola trotz seines großen Namens aktuell wohl nicht als Favorit auf die Nachfolge von Kasper Hjulmand.
Stattdessen soll Iraola nach übereinstimmenden Berichten einer der Favoriten auf den vakanten Trainerposten beim FC Chelsea sein.
Wechselwahrscheinlichkeit: 15%
2. Oliver Glasner

Auch Oliver Glasner wurde zuletzt immer wieder mit Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht. Der Österreicher gilt als Garant für sportlichen Erfolg und führte in den vergangenen Jahren nahezu jeden seiner Vereine zu einem Höhenflug. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2022 die Europa League, mit Crystal Palace holte er 2025 überraschend den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte – den FA Cup. Glasner steht für intensiven, mutigen Fußball, klare Strukturen und die Fähigkeit, aus einem Kader das Maximum herauszuholen.
Genau dieses Profil würde grundsätzlich gut zu Bayer passen. Allerdings deutet derzeit vieles darauf hin, dass der 51-Jährige weiterhin in der Premier League arbeiten möchte. Obwohl Glasner seinen Abschied von Crystal Palace für den Sommer bereits angekündigt hat, gilt ein Wechsel nach Leverkusen aktuell daher eher als schwierig.
Wechselwahrscheinlichkeit: 30%
1. Filipe Luis

Filipe Luis soll auf der Kandidatenliste von Bayer Leverkusen stehen. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes beschäftigt sich bereits seit Jahren mit dem Brasilianer und wollte ihn sogar schon 2019 als Spieler zur Werkself holen. Beide kennen sich zudem noch aus gemeinsamen Zeiten als Profis und trafen sich zuletzt im vergangenen Sommer während des Trainingslagers in Rio de Janeiro. Luis steht für einen stark vom spanischen Fußball geprägten Spielstil mit viel Ballbesitz, Dominanz und kontrolliertem Passspiel. Eine Philosophie, die hervorragend zu den Vorstellungen in Leverkusen passen würde.
Als Trainer feierte der 40-Jährige mit Flamengo große Erfolge und gewann 2024 sowie 2025 insgesamt sechs Titel, darunter die brasilianische Meisterschaft und die Copa Libertadores. Nach internen Problemen mit der Vereinsführung und einem schwachen Saisonstart wurde Luis im März 2026 allerdings entlassen und ist seitdem vereinslos. Genau das könnte Bayer im Werben um den jungen Trainer in die Karten spielen.
Wechselwahrscheinlichkeit: 44%
