Aufgrund seiner Gelb-Roten Karte hat Michael Olise nicht nur die letzten 20 Minuten beim 3:3-Unentschieden gegen Viking FK verpasst. Stattdessen wird er auch beim Heimspiel gegen den FC Arsenal am Mittwochabend noch gesperrt fehlen. Dementsprechend muss sich Vincent Kompany überlegen, mit welchem Spieler er den wohl wichtigsten Akteur des FC Bayern im Champions-League-Kracher ersetzt.
Sicher ist soweit eines: Einen glasklaren Ersatz haben die Münchener soweit nicht. Das gilt sowohl für die Rolle an sich, als auch für das Leistungsniveau von Olise. Er wird nicht eins zu eins zu ersetzen sein, der FCB muss also ausgerechnet gegen Arsenal einen selbst verschuldeten Qualitätsverlust hinnehmen. Trotzdem gibt es mehrere Spieler, die für diese Position in Frage kommen – und dabei wohl einen Favoriten.
Jamal Musiala ist das derweil nicht. Der 23-Jährige wird das Duell mit den Gunners höchstwahrscheinlich noch verpassen (90min berichtete).
Olise-Ersatz: Karl mit den besten Karten?
1. Lennart Karl

Zurzeit ist Lennart Karl soweit der einzige Spieler, der ganz klar das gleiche Positionsprofil wie Olise abdeckt. Er ist somit die klare Alternative für den rechten Flügel, dürfte die größten Chancen auf die Startelf-Beförderung haben.
Ungeachtet dessen: Wenn ein 18-Jähriger, der sein großes Können und Talent zwar schon zur Schau gestellt hat, der aber zurzeit gänzlich außer Form aufspielt, die erste und wohl deutlichste Alternative zu Olise darstellt, muss der FCB zwangsweise mit dem bereits erwähnten Qualitätsverlust rechnen.
Zwar könnte Karl auch im offensiven Zentrum auflaufen, wie er es am Dienstagabend in Stavanger getan hat. Dadurch könnten andere Positionswechsel ermöglicht werden. Das ist jedoch eine unwahrscheinliche Variante. Am ehesten ist wohl davon auszugehen, dass der Youngster für Olise auf der rechten Außenbahn aufspielen wird.
2. Ismael Saibari

Mit Ismael Saibari haben die Münchener einen Sommer-Neuzugang in den eigenen Reihen, der eigentlich alle offensiven Rollen übernehmen kann. So hat er schon als Stürmer aufgespielt, als Zehner sowie als Außenspieler. Einen Haken gibt es jedoch: Auf der linken Seite hatte er schon zwei Einsätze zu verzeichnen – auf rechts hat er aber noch gar nicht gespielt.
Es wäre zweifelsohne eine Umstellung für den 25-Jährigen. Mit seinem starken rechten Fuß sollte er aber mit dieser Umstellung keine allzu großen Probleme haben. Wenngleich er sich noch nicht endgültig beim FCB eingefunden zu haben scheint und dafür auch noch etwas Zeit brauchen wird, so könnte dieses Experiment eine überraschende Wirkung erzielen.
Durch den weiteren Ausfall von Jamal Musiala scheint es aber wahrscheinlicher zu sein, dass er im Zentrum und stattdessen Karl auf rechts aufspielen wird.
3. Serge Gnabry

Für die aktuelle Saison ist Serge Gnabry fast noch als Neuzugang angesehen, nachdem er den Start in die Spielzeit mit seiner Adduktorenverletzung verpasst hatte. Seine ersten drei Einsätze absolvierte er auf links und im Zentrum.
Nichtsdestotrotz fühlt sich Gnabry auch auf der rechten Außenseite heimisch. So wäre auch er ein eher positionstreuer Ersatz, hat er diese Rolle doch zuletzt auch unter Jürgen Klopp in der DFB-Auswahl übernommen.
Trotzdem dürfte er noch nicht zur engeren Wahl für einen Startelfeinsatz gegen den FC Arsenal stehen. Auch wenn sie selbst noch nicht wirklich im Saft stehen, so dürften Karl und Saibari die naheliegenderen Alternativen sein.
4. Nathaniel Brown

Von hinten links nach vorne rechts? Das größte Experiment, um Olise zu ersetzen, wäre ein Einsatz von Nathaniel Brown auf der rechten Seite. Zwar ist soweit bekannt, dass der 23-Jährige längst nicht nur als Linksverteidiger aufspielen kann, hat er doch auch schon den Rechtsverteidiger und den offensiven Spielmacher gegeben. Doch wäre die offensive Ausrichtung auf der ihm theoretisch fremden Seite doch sehr gewagt.
Mit seiner Spielintelligenz und Übersicht wäre Brown zwar sicherlich nicht auf verlorenem Posten, doch auch nicht die beste Wahl. Zu viele Veränderungen müsste er selbst bewältigen, um eine gute Leistung abrufen zu können. Ausgerechnet gegen die Gunners aus London wäre ein solches Wagnis wohl eher fehl am Platz – wenngleich auch nicht undenkbar.
