Die Frage, ob das DFB-Team Weltmeister werden kann, beschäftigt ganz Fußball-Deutschland. Bundestrainer Julian Nagelsmann und seine Spieler halten zwar an ihrem Titelwunsch fest, im DFB-Lager musste man sich vor Turnierstart aber eingestehen, dass man nicht zum engsten Favoritenkreis zählt.
Immerhin: Der 7:1-Auftaktsieg über Curacao hat die positive Stimmung im DFB-Team weiter gestärkt. Es war gemeinsam mit dem WM-Halbfinale 2014 gegen Brasilien der zweithöchste Sieg in der deutschen WM-Geschichte. Nur 2002, zum Auftakt in die Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea, gewann Deutschland höher. Damals fertigten Dreierpacker Miroslav Klose und Co. Saudi-Arabien mit 8:0 ab. Am Ende reichte es fürs Finale, wo man Brasilien unglücklich unterlag.
Löw lobt "gute Entwicklung" im DFB-Team
Die deutsche Nationalmannschaft von damals war sicher weniger Talentiert als die Mannschaft von heute. Auch Weltmeister-Trainer Jogi Löw lobte das DFB-Team nach dem Start gegen Curacao.
"Die Mannschaft hat seit der EM 2024 eine gute Entwicklung gemacht. Wir waren ein paar Jahre nicht auf dem allerhöchsten Niveau. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir wieder eine gute Idee haben, Dynamik, eine gewisse Kreativität. Und vor allem können wir spielerische Akzente setzen", erklärte der Ex-Bundestrainer in der Live-Show 'Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe' auf Tiktok.
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Löw gab allerdings auch zu Bedenken: "Man darf sich jetzt aber nicht im siebten Himmel wähnen. Das war sicher der leichteste Gegner bei dieser WM."
Deutschland fehlt es an Stabilität
"Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen."Jogi Löw
Ohnehin sieht Löw Deutschland noch nicht titelreif: "Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen."
"Sie lässt häufig den Gegner ein bisschen zurückkommen. Wenn wir es hinbekommen, stabil zu sein, solche Widerstände zu überwinden und mehr Orientierung, mehr Klarheit über 90 Minuten zu zeigen, dann gehören wir zum Favoritenkreis", schränkte Löw ein.
Sein Urteil begründete Löw auch mit der mangelnden Erfahrung und dem Fehlen von "Persönlichkeiten, wie wir sie 2014 hatten. Das muss sich in dieser Mannschaft jetzt erst einmal zeigen. Joshua Kimmich allein wird nicht reichen, oder Manuel Neuer. Wir brauchen schon noch ein paar mehr. Dann sind wir vielleicht stark genug."
Außer Manuel Neuer steht kein Spieler im deutschen WM-Kader, der bislang ein Spiel bei einer Weltmeisterschafts-K.o.-Runde bestritten hat.
