Eigentlich wurde Moussa Ndiaye als klare Zwischenlösung und Backup-Option für die Linksverteidiger-Position verpflichtet. Immerhin hatte sich Vitalie Becker bis zu seiner verletzungsbedingten Zwangspause als klarer Stammspieler etabliert. Der Plan sah zunächst vor, dass das Eigengewächs bei seiner Rückkehr definitiv die Gelegenheit erhält, sich als solcher auch wieder in die Startelf zurückzuspielen. Dafür gab es sogar eine öffentliche Zusage seitens Frank Baumann.
Nun hat Ndiaye in seinen ersten Einsätzen für den FC Schalke so sehr überzeugen können, dass ein so einfacher und kampfloser Machtwechsel nur schwer vorstellbar ist. Und gerade deshalb ist es umso ärgerlicher, dass der 23-Jährige nur bis zum Saisonende ausgeliehen ist - und das ohne eine Kaufoption.
Das hindert den Zweitligisten aber offenbar nicht daran, dennoch über eine feste Verpflichtung von Ndiaye nachzudenken. Wie die Sport Bild berichtet, planen die S04-Verantwortlichen derzeit, zum Sommer mit dem RSC Anderlecht in entsprechende Verhandlungen einzutreten.
Ndiaye-Verpflichtung als Szenario: Aufstieg oder Becker-Abgang
Schon jetzt sei es das Ziel, mit Ndiaye auch in die nächste Saison zu gehen. Das ist ein großer Vertrauensvorschuss, immerhin muss Schalke wegen eines möglichen Aufstiegs in die Bundesliga zweigleisig planen. Ihm muss dieser Schritt also auch zugetraut werden. Als potenziell nötige Ablösesumme wären laut der Sport Bild wohl um die 1,5 Millionen Euro notwendig, damit Anderlecht ihn aus seinem noch bis 2028 gültigen Vertrag vorzeitig entlässt.
Eines dürfte angesichts dieser Summe klar sein: Einen Ndiaye-Verbleib gibt es sicherlich nur im Aufstiegsfall. Bleibt Schalke in der 2. Bundesliga, würde diese Summe wohl nur dann investiert werden, wenn es zu einem frühzeitigen Abgang von Becker kommt.
Ohnehin muss der Leih-Außenverteidiger aber noch länger überzeugen, damit sich Baumann schlussendlich in diese angedachten Gespräche begibt. Bislang hat Ndiaye immerhin nur vier Spiele absolviert, wenngleich mit guten Leistungen.
