Mittlerweile ist es immer wahrscheinlicher, dass Manuel Neuer tatsächlich von seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft zurücktritt und bei der anstehenden Weltmeisterschaft zwischen den deutschen Pfosten steht.
Es ist eine unfassbare Kehrtwende, schließlich hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann über die letzten Monate immer wieder Oliver Baumann verbal den Rücken gestärkt und ein Neuer-Comeback kategorisch ausgeschlossen. Nun jedoch die Kehrtwende – wobei Lothar Matthäus und Dietmar Hamann insbesondere die Kommunikation nicht gefällt.
Kommunikations-Fan Matthäus
"Es ist ein Schlag ins Gesicht von Oliver Baumann, vor allem wenn man noch nicht mit ihm gesprochen hat."Lothar Matthäus
"Es ist ein Schlag ins Gesicht von Oliver Baumann, vor allem wenn man noch nicht mit ihm gesprochen hat. Man hätte ihn darauf vorbereiten sollen – aus menschlicher Sicht sogar müssen", erklärte Matthäus bei Sky Sport.
Gleichzeitig sei für den Rekord-Nationalspieler Manuel Neuer weiterhin "der beste Torhüter", wenngleich Baumann "Riesenspiele" gemacht habe.
"Wenn ich es im letzten Moment erfahre, würde ich mir überlegen, ob ich diesem Trainer noch vertrauen kann."Lothar Matthäus
Generell begrüßt Matthäus zwar die Nominierung des 40-Jährigen, allerdings nur unter der Bedingung, dass vorher eben alles klar und offen mit Oliver Baumann kommuniziert worden ist. Wäre dies nicht der Fall, dann würde Matthäus an Stelle des Hoffenheimers über einen Rücktritt nachdenken.
"Wenn ich es im letzten Moment erfahre, würde ich mir überlegen, ob ich diesem Trainer noch vertrauen kann. Das ist schon ein Vertrauensverhältnis. Wir spekulieren und wissen nicht alle Einzelheiten. Aber: Wichtig wäre es aus menschlicher Sicht, mit Baumann zu sprechen", betonte der 65-Jährige.
Hamann gegen eine Neuer-Nominierung
Im Gegensatz zu seinem Experten-Kollegen sieht Dietmar Hamann die Sache ein wenig anders. Der frühere Liverpooler hätte Neuer nicht zurückgeholt. "Ich würde es nicht machen. Baumann hat die Quali gespielt. Das ist anders als bei Toni Kroos, als es keine Quali gab. Aber jetzt nach dem letzten Spieltag zu sagen: Der Neuer ist wieder da, halte ich für keine gute Idee", erklärte Hamann.
Angesichts dieser Debatte, der Nagelsmann am Samstagabend im aktuellen sportstudio keinen Wind aus den Segeln nehmen konnte, dürfte ganz Deutschland umso gebannter am 21. Mai auf die Kadernominierung des Bundestrainers blicken.
