Es ist noch keine drei Monate her, da strahlte Lukas Ullrich in die Kameras. Der junge Außenverteidiger hatte gerade seine Vertragsverlängerung bei Borussia Mönchengladbach unterschrieben, die ihn bis 2029 an den Klub bindet.
In den letzten Wochen hat der 22-Jährige aber kaum mehr eine nennenswerte Rolle gespielt. Zwar gab es auch ausgehend von seiner Vertragsunterschrift bereits zwei Spiele, in denen er gar nicht erst zum Einsatz kam – diese wurden jedoch von mehreren Einsätzen aus der Startelf flankiert. Das gab es in den letzten vier Spieltagen allerdings gar nicht mehr. Einmal mehr musste Ullrich über die vollen 90 Minuten zuschauen, zuletzt gab es dann nur noch drei Einwechslungen in Folge. Bei der U21-Nationalmannschaft konnte er nun wieder überzeugen.
Obwohl mit Luca Netz der vermeintlich größte Konkurrent um die Startelf-Plätze im vergangenen Transfer-Winter gewechselt ist, setzte Eugen Polanski zuletzt immer weniger auf Ullrich. Stattdessen vertraute er auf Jens Castrop auf der linken und Joe Scally auf der rechten Seite. Während Castrop auch mit guten Leistungen gesetzt ist, schwimmt Scally zumeist eher mit der Masse mit. Und dennoch bekommt Ullrich nicht die Chance, den US-Amerikaner womöglich zu verdrängen.
Ist Ullrich das Bauernopfer für einen wichtigen Scally-Verkauf?
Die Bild mutmaßt, dass das mit einem zum Sommer angedachten Verkauf von Scally zusammenhängen könnte. Die Rechnung wäre einfach: Ein Verkaufskandidat, der zumeist auf der Bank sitzt anstatt zu spielen, könnte weniger Geld einbringen. Gladbach wiederum ist auf möglichst hohe Transfereinnahmen angewiesen, um den Kaderumbruch vorantreiben zu können.
Ullrich wäre dahingehend der Leidtragende, der einerseits an den guten Leistungen von Castrop nicht vorbeikommt und der andererseits einen noch positiven Verkauf von Scally riskieren würde – sollte er ihn in einem offenen Konkurrenzkampf auf die Bank verdrängen.
Auf diesen potenziellen Dreikampf um zwei Positionen angesprochen, fokussierte sich Polanski natürlich auf die Eindrücke seinerseits: "Es geht nicht um die Verteilung von Belastung, sondern um Leistung. Ich bin froh, dass sich die Jungs da batteln, ein starker Konkurrenzkampf ist wichtig für die Mannschaft."
Angesichts des Abstiegskampfes, der sich aus der Sicht der Borussia zuletzt wieder etwas entspannt hat, dürften die Chancen für Ullrich nicht gerade steigen. Er wird zwar im Saison-Endspurt weiterhin seine Einsätze bekommen, doch ein regulärer Startelf-Platz ist für die letzten sieben Spieltage wohl nicht mehr in Sicht.
