Schlussendlich ging doch alles recht schnell: Noch keine drei Wochen ist es her, da Carney Chukwuemeka seinen Verbandswechsel bekanntgegeben und sich somit der österreichischen Nationalmannschaft verpflichtet hat. Am vergangenen Freitag bekam er dann auch prompt seinen ersten Einsatz – bei dem er direkt einen Treffer zum 5:1-Sieg über Ghana beisteuern konnte.
Man könnte also meinen, Ralf Rangnick als Nationalcoach könnte nicht zufriedener mit Chukwuemeka sein. Das ist aber ausdrücklich nicht der Fall. Der 67-Jährige zeigte sich enttäuscht von den Deutschkenntnissen des 22-Jährigen, der in Wien geboren wurde.
Rangnick von fehlender BVB-Initiative "überrascht"
"Das kenne ich aus meiner Zeit in Leipzig oder Hoffenheim anders", hielt sich Rangnick deshalb auch nicht mit Kritik an Borussia Dortmund zurück. Seit dem letzten Sommer steht Chukwuemeka bei Schwarz-Gelb unter Vertrag. Deshalb zeigte sich der Trainer "überrascht" davon, dass es vom Bundesligisten aus offenbar noch keine nennenswerte Initiative gab, dass der Offensivspieler regelmäßigen Deutschunterricht bekommt.
"Da war das Pflicht, dreimal die Woche [den] Deutschunterricht zu besuchen. Wenn da einer nicht gekommen ist, war das, als wenn man unentschuldigt beim Training gefehlt hatte", berichtete Rangnick von seinen vorigen Stationen und forderte damit ein solches Engagement auch vom BVB ein. Diese Verantwortung liegt seiner Ansicht nach also eindeutig beim Verein.
Erste Maßnahmen hat jedoch auch das ÖFB-Team bereits ergriffen: Für die Team-Besprechungen bekommt Chukwuemeka zurzeit einen Dolmetscher zur Verfügung gestellt und dazu ein kleines Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen.
