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Wechselpoker an der Weser: Werder-Trainer Thioune spricht Klartext über abwanderungswillige Stars

Sowohl in der Angriffsreihe als auch im Mittelfeld ranken sich hartnäckige Wechselgerüchte um einen vorzeitigen Abschied aus der Hansestadt.
Stehen trotz laufender Verträge im Fokus von Transfergerüchten: Justin Njinmah und Jens Stage
Stehen trotz laufender Verträge im Fokus von Transfergerüchten: Justin Njinmah und Jens Stage | picture alliance/GettyImages

Der Auftakt in die neue Spielzeit begann für die Fans des SV Werder Bremen direkt mit einem kleinen Schreckmoment. Nur rund eine Viertelstunde nach Beginn der ersten offiziellen Trainingseinheit verließ Angreifer Justin Njinmah das Team und absolvierte auf einem Nebenplatz lediglich ein halbstündiges Individualprogramm.

Böses Blut oder gar ein geplanter Trainingsstreik stecken jedoch nicht hinter dieser Maßnahme. Wie Werder-Coach Daniel Thioune nach der Einheit erklärte, handelte es sich dabei um reine Belastungssteuerung aufgrund leichter muskulärer Probleme. Bereits am kommenden Mittwoch soll der 25-jährige Offensivmann, dessen Marktwert aktuell bei rund fünf Millionen Euro liegt, wieder voll in das Mannschaftstraining einsteigen.

Angebote werden geprüft – England lockt

Dennoch ist die Personalie an der Weser aktuell ein heißes Thema. Nach Informationen der DeichStube beschäftigt sich der pfeilschnelle Stürmer intensiv mit einem Vereinswechsel, vorzugsweise in die englische Premier League. Sein kürzlicher Wechsel zur renommierten Berateragentur Sports 360 unterstreicht diese Ambitionen zusätzlich.

Thioune macht indes keinen Hehl daraus, dass er den gebürtigen Hamburger, der in der vergangenen Bundesliga-Saison fünf Tore in 33 Einsätzen erzielte, am liebsten behalten würde. "Ich erwarte ihn am Mittwoch auf dem Trainingsplatz", stellte der 51-Jährige klar. Gleichzeitig räumt er ein: "Dass er aufgrund seiner Qualität Interesse hervorruft, ist bei einem Spieler mit seinem Tempo völlig normal.“

Da Werder Bremen laut Sportchef Clemens Fritz zwingend auf Transfererlöse angewiesen ist, würde man sich bei einem passenden Angebot jedoch gesprächsbereit zeigen.

Wichtiges Signal für die Werder-Fans

In einer ganz ähnlichen Situation befindet sich auch Werders torgefährlichster Spieler der abgelaufenen Saison, Jens Stage. Der dänische Nationalspieler, der mit zehn Treffern erneut eine überragende Spielzeit absolvierte und noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, hatte im Frühsommer öffentlich seinen Wechselwunsch geäußert.

Da sein angestrebter Transfer zur TSG 1899 Hoffenheim aufgrund der Bremer Ablöseforderungen - geschätzt auf etwa 14 Millionen Euro - vorerst auf Eis liegt, stellte sich für viele Werder-Fans die bange Frage nach der aktuellen Motivation. Diese Sorgen wischte Trainer Thioune nach dem Trainingsauftakt laut der Bild jedoch direkt vom Tisch.

"Wenn der Spieler aktuell kein Commitment zu uns hätte, wäre er heute nicht so aufgetreten. Wie er die Bälle reingeschossen hat, wie viel Spaß er hatte – das war der Jens, den ich kenne“, schwärmte der Coach über den Trainingseifer seines Schützlings. Der Mittelfeldmann verhalte sich weiterhin hochprofessionell und laufe als Vorbild vorweg.

Dennoch bleibt Thioune auch hier Realist: "Es gibt Dinge, auf die ein Trainer keinen Einfluss nehmen kann, sondern die man als Verein sehen muss. Das sind zum Beispiel wirtschaftliche Gründe. Am Ende muss der Spieler selbst entscheiden, was für ihn gut und was für ihn wichtig ist." Bis zum Ende der Transferperiode am 1. September droht Werder Bremen bei beiden Leistungsträgern also weiterhin eine unangenehme Hängepartie.


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