Ausgerechnet gegen den 1. FC Heidenheim, der sich längst nur noch rein rechnerisch eine Mini-Chance auf den Relegationsplatz auszumalen weiß, kam Borussia Mönchengladbach am Samstag nicht über ein ernüchterndes 2:2-Unentschieden hinaus. Vor heimischem Publikum verpasste die Fohlenelf damit einen potenziell vorentscheidenden Dreier auf dem Weg zum Klassenerhalt.
Ein solches Spiel, so versuchte Rouven Schröder nach dem Abpfiff zumindest das Positive aus dem Remis zu ziehen, könne man genauso gut verlieren. Und trotzdem betonte er (via Rheinische Post): "Unser Anspruch ist definitiv, dass wir das Spiel gewinnen. Doch es war zu spüren, dass wir bei Standardsituationen und zweiten Bällen nicht sattelfest waren."
Zunächst sei seine Mannschaft "richtig gut" in das Spiel gestartet, befand Eugen Polanski. So konnte durch das Tor von Wael Mohya auch früh in der 16. Spielminute in Führung gegangen werden. Es war allerdings auch ein Treffer, der die Borussia ein, zwei Gänge zurückschalten ließ. Insbesondere in der zweiten Halbzeit zeigte sich die Fohlenelf – ein weiteres Mal – ziemlich träge und uninspiriert. "Das ist sehr schade und völlig unnötig, weil am Ende sind das Basics, die wir da nicht abrufen. Das hat uns zwei Punkte geraubt", so das Fazit vom Cheftrainer.
Dementsprechend sprach Polanski zusammenfassend von einem "folgerichtigen Unentschieden", das sich aus einem guten Start und Ende auf der einen, sowie aus zwischenzeitlich schwachen Phasen auf der anderen Seite zusammensetzte.
Tabakovic überraschend auf der Bank – Polanski entschied sich für Machino
Doch während ein weiterer Glanzlos-Auftritt der Borussia eigentlich nicht überraschend war, brachte die von Polanski ausgewählte Startelf doch eine große Überraschung mit sich: Haris Tabakovic stand nicht in der Startelf und wurde auch erst für die letzten 20 Minuten eingewechselt.
Auf die Frage, ob er angesichts seiner zwei Einsätze für Bosnien (42 und 49 Minuten) in der Länderspielpause nicht noch länger hätte aufspielen können, antwortete der Stürmer: "Doch, ich denke schon. Aber es war die Entscheidung des Trainers." Trotz der Jubelarien unter der Woche habe er sich wieder "auf die Bundesliga gefreut".

Polanski habe ihm erklärt, dass er sich auch im Sinne der Frische für Shuto Machino entschieden hatte. "Wir haben ein Gespräch geführt und der Trainer hat es so begründet. Dann war es okay", so Tabakovic. Zugleich führte er aus: "Ich möchte immer auf dem Platz stehen. Ich hatte eine gute Chance, der Torwart hält. Wenn ich den besser platziere, geht er rein. Das kann ich mir selbst vorwerfen."
"Wir haben uns nicht gegen Haris, sondern für Shuto entschieden, der meiner Meinung nach ein gutes Spiel gemacht hat – defensiv wie offensiv", erklärte auch Polanski selbst seinen Entschluss. Mit seiner positiven Beurteilung der Leistung von Machino überraschte er aber gleich ein weiteres Mal.
Nun kann Gladbach am nächsten Sonntag den nächsten Schritt in Richtung des Klassenerhalts machen – dann aber gegen RB Leipzig. Bei diesem Auswärtsspiel dürfte Tabakovic dann auch wieder zur ersten Garde gehören.
