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Warum Norwegen beim WM-Gruppenfinale freiwillig auf seine Stars verzichtete

Trainer Ståle Solbakken rechtfertigte den Verzicht auf seine größten Stars nun als alternativlose Entscheidung.
Blieb im Prestigeduell gegen Frankreich komplett auf der Bank: Norwegens Tormaschine Erling Haaland
Blieb im Prestigeduell gegen Frankreich komplett auf der Bank: Norwegens Tormaschine Erling Haaland | Mattia Ozbot/GettyImages

Eigentlich ging es im prestigeträchtigen WM-Duell gegen Frankreich um den Sieg in der Gruppe I und damit um den vermeintlich einfacheren Turnierbaum in der anstehenden K.o.-Runde. Doch wer erwartet hatte, dass die Norweger im Kampf um Platz eins ihre schärfsten Waffen ins Rennen schicken, wurde vor dem Anpfiff bitter enttäuscht.

Nicht nur Superstar Erling Haaland, bisher vier Turniertore in zwei Spielen, suchten die Fans in der Startelf vergebens, auch Kapitän Martin Ödegaard und acht weitere Stammkräfte wurden von Trainer Ståle Solbakken knallhart auf die Bank rotiert.

Satte zehn Veränderungen im Vergleich zum vorherigen 3:2-Sieg gegen den Senegal sorgten besonders in der Heimat für ein heftiges Medienecho. Von "Schock-Aufstellung" bis hin zu "Norwegen wird im Ausland verspottet" reichten die Schlagzeilen.

Solbakken: "Wir sind nicht zum Spaß hier"

Nach der deutlichen 1:4-Klatsche gegen die furios aufspielenden Franzosen um Dreierpacker Ousmane Dembélé erklärte Nationalcoach Solbakken die umstrittene XXL-Rotation. Für den 58-Jährigen, der einst den 1. FC Köln trainierte, war die Maßnahme schlichtweg ein "No-Brainer"

"Wir sind nicht nur zum Spaß hier. Wir wollen so lange hierbleiben wie möglich, deshalb war es eine klare Sache", rechtfertigte sich Solbakken und verwies auf handfeste medizinische Daten. Das norwegische Team habe nach dem intensiven Senegal-Spiel alarmierende Ermüdungserscheinungen gezeigt, was interne Tests eindeutig belegt hätten. Die logische Konsequenz für das Trainerteam: Eine Komplettschonung der wichtigsten Schlüsselspieler.

"Wir haben für diesen Entscheid keine Zeit verschwendet", betonte der norwegische Coach. Und die Sehnsucht der Fans nach den großen Namen? Für Solbakken auf diesem Turnier-Niveau zweitrangig: "Hätten wir sie gebracht, hätte das die Weltmeisterschaft auch nicht verlängert."

Schwerer Weg in der K.o.-Runde

Die Belastungssteuerung für Haaland, Ödegaard und Co. war erfolgreich, sportlich müssen die Skandinavier den Preis für Platz zwei nun aber bezahlen. Im Sechzehntelfinale wartet am Dienstag (19.00 Uhr) die Elfenbeinküste. Sollten die Norweger, die erstmals seit 28 Jahren wieder an einer WM teilnehmen, diese Hürde nehmen, droht im Achtelfinale möglicherweise das ganz große Kaliber: Rekordweltmeister Brasilien.

Doch als Gruppensieger wäre der Weg wohl kaum entspannter gewesen: Frankreich trifft nun auf Schweden und könnte anschließend im Achtelfinale auf Deutschland stoßen. Haaland wird gegen die Ivorer jedenfalls wieder frisch in der Startelf stehen – und auf weitere WM-Tore jagen.

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