Warum der BVB immer weniger gute Transfers landet

Getreu dem Motto: Zu viele Köche verderben den Brei.
Sebastian Kehl und Lars Ricken
Sebastian Kehl und Lars Ricken / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages
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Borussia Dortmund hat sein ausgezeichnetes Händchen für Transfers in den letzten Jahren ein Stück weit verloren. Natürlich gelangen dem BVB hier und da noch immer gute Verpflichtungen, wie zum Beispiel Daniel Svensson, Waldemar Anton oder Serhou Guirassy. Doch die richtigen starken Deals wurden in den letzten Jahren weniger - da kann es keine zwei Meinungen geben.

Wie schwach der BVB mitunter verhandelt, zeigt das Beispiel Aaron Anselmino, der in dieser Woche vorzeitig zum FC Chelsea zurückkehren musste. Grund war eine Klausel, die aufgrund der geringen Spielzeit des Innenverteidigers aktiviert wurde.

Das ist umso peinlicher, da mit Simon Rödder im Sommer sogar ein sogenannter Verhandlungsexperte von BVB-Boss Lars Ricken eingestellt worden war. Rödder war direkt an den Gesprächen um Anselmino und somit bei der "fatalen Fehleinschätzung in den Verhandlungen" beteiligt. So wird der Anselmino-Deal laut Angaben der Sport Bild intern angesehen.

Zu viele Personen reden mit

Rödder ist nur einer von mehreren Akteuren, die beim BVB mitreden. So listet die Sport Bild auf, dass einfach zu viele Personen bei Transfers involviert sind - gemäß dem Motto: "Zu viele Köche verderben den Transfer-Brei."

Neben Sportdirektor Sebastian Kehl, BVB-Boss Ricken, Trainer Niko Kovac und Berater Matthias Sammer sind nämlich auch Rödder, zwei persönliche Assistenten von Kehl sowie natürlich die Scoutingabteilung am Start. Viele Personen, viele Meinungen - wenig Erfolg?! Die Wege, um Deals abzuschließen, sind jedenfalls lang und umständlich. Einen Konsens zu finden, wird da schwierig.

Kehl wollte eigentlich Huijsen holen

So berichtet die Sport Bild, dass Kehl beispielsweise im Sommer 2024 Dean Huijsen verpflichten wollte; die Rede ist von konkrete Verhandlungen, die der Sportdirektor damals führte. Letztlich wurde Kehl jedoch von Ricken und dem damaligen Kaderplaner Sven Mislintat ausgebremst, konnte Huijsen nicht verpflichten.

Heute ist der Verteidiger nicht nur spanischer Nationalspieler, sondern auch Stammspieler bei Real Madrid und 70 Millionen Euro wert. Genau solche Spieler hatte der BVB früher regelmäßig für sich gewonnen, heute sind sie die Ausnahme. Weil zu viele Köche bei Schwarzgelb mitkochen wollen.


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