Der 30. Juni 2027 gilt schon jetzt als wichtiger Tag im Kalender des FC Bayern. An diesem Tag laufen nach derzeitigem Stand nicht nur die Verträge von Harry Kane und Konrad Laimer, sondern auch von Sportvorstand Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und CEO Jan-Christian Dreesen aus.
Sprich: Die drei wichtigsten Bayern-Bosse gehen mit auslaufenden Verträgen in die neue Saison. Wer glaubt, dass die Verlängerungen der Verantwortlichen aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit in den vergangenen Jahren nur noch Formsache sind, könnte sich getäuscht sehen.
Denn offenbar wackelt vor allem die Vertragsverlängerung von Max Eberl. Wie die Sport Bild berichtet, ist die Zukunft des Sportvorstands deutlich offener als gedacht. Es ist sogar von einer 50:50-Chance, dass Eberl sein Arbeitspapier bei den Münchnern verlängert, die Rede.
"Kein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis" zwischen Eberl und Bayern-Bossen
Obwohl der 52-Jährige mit Vincent Kompany eine überragende Trainerlösung präsentierte, im Sommer Gehälter einsparen konnte und der FC Bayern in dieser Saison auf Triple-Kurs ist, scheint er an der Isar alles andere als unantastbar zu sein. Das soll am "nicht uneingeschränkten Vertrauensverhältnis" zwischen ihm und der Münchner Chefetage liegen.
Der frühere Sportchef von Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig soll den Aufsichtsrat bei millionenschweren Vertrags- und Transferentscheidungen erst spät eingebunden haben, so lautet die Kritik. Zudem soll Eberl Deals nach dem Geschmack der Bosse häufig zu schnell durchgewunken haben, statt noch einmal nachzuverhandeln.
Ein Beispiel hierfür ist der Abgang von Kingsley Coman in Richtung Saudi-Arabien. Nachdem sich Eberl mit Al-Nassr auf eine Ablöse von 25 Millionen Euro geeinigt habe, sah sich Vereinspräsident Herbert Hainer dazu gezwungen, nachzuverhandeln. So konnte der Franzose schlussendlich immerhin 30 Millionen Euro einbringen.
Auch Uli Hoeneß lieferte mit seinem denkwürdigen 'Doppelpass'-Auftritt im September einen weiteren Nachweis, dass Eberl beim Rekordmeister nicht den leichtesten Stand hat. Der Ehrenpräsident bezeichnete ihn als "ziemlich empfindlich" und kritisierte ihn für seine Arbeit im vergangenen Sommertransferfenster. Eine gemeinsame Zukunft scheint so nur bedingt denkbar zu sein.
Eberl-Zukunft klärt sich im August
Doch wie genau geht es jetzt bei Eberl weiter? Dem Bericht zufolge soll das Thema rund um Verlängerungen der Vorstände im Mai auf der Aufsichtsratssitzung erstmals angesprochen werden, ehe es im August bei einem weiteren Termin auf der Tagesordnung landet.
Nach einem potenziellen Nachfolger halten die Bayern aber wohl noch nicht Ausschau: Auch weil Dreesen und Freund den möglichen Verlust von Eberl alleine auffangen könnten, scheint auch der medial gehandelte Markus Krösche derzeit kein Thema zu sein.
