Nach dem desolaten Saisonstart mit null Punkten aus den ersten drei Bundesliga-Spielen hat Borussia Mönchengladbach die Reißleine gezogen und Eugen Polanski nach einem Jahr im Amt entlassen. Klar ist aber auch, dass der Trainerwechsel allein nicht alle Probleme der Fohlen lösen wird. Gleichzeitig werden angesichts der bisherigen Leistungen auch die Leistungen jedes einzelnen Spielers hinterfragt.
Bereits unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte könnten beim kommenden Heimspiel gegen Mainz 05 (Samstag, 15:30 Uhr) unpopuläre Entscheidungen getroffen werden. Laut Bild hat Sportdirektor Rouven Schröder dem bisherigen Assistenzcoach keine Grenzen gesetzt. Somit könnte sich theoretisch jeder Spieler, unabhängig von Rang und Namen, auf der Bank wiederfinden.
Selbst Stammkeeper Nicolas droht die Bank
Dabei steht vor allem die Defensive im Fokus. Dem Bericht zufolge muss überraschenderweise auch Torhüter Moritz Nicolas zittern! Ihn auf die Bank zu setzen, wäre zwar mutig, von Lichte aber gleichzeitig ein klares Signal, dass bei der Borussia nichts und niemand mehr seinen Platz sicher hat.
Selbst in der schwachen vergangenen Borussia-Saison war Nicolas noch ein sehr verlässlicher Rückhalt, weshalb es im Sommer sogar zahlreiche Gerüchte über einen Abschied gab. Der 28-Jährige blieb den Fohlen dann zwar zur Freude aller Fans treu, musste in den ersten drei Ligaspielen aber schon zwölf Mal hinter sich greifen und patzte dabei vor allem beim 0:5 in Freiburg schwer.
Dass am Samstag Daniel Batz gegen seinen Ex-Klub im Kasten stehen wird, ist daher nicht auszuschließen. In der vergangenen Saison vertrat der 35-jährige Routinier bei den Rheinhessen den verletzten Robin Zentner souverän. Nun könnte er der Borussia wieder mehr Sicherheit verleihen.
Weiteres Defensiv-Trio muss zittern
An der Gegentorflut ist aber selbstverständlich nicht nur Nicolas schuld, weshalb laut Bild auch die beiden Innenverteidiger Ko Itakura und Kevin Diks klare Wackelkandidaten sind. Insbesondere vom eigentlichen Abwehrchef Itakura, dessen Rückkehr im Sommer noch bejubelt wurde, ist man bislang schwer enttäuscht. Stattdessen könnten nun gegen Mainz die beiden Youngster Fabio Chiarodia und Jan Leszczynski eine Chance erhalten.

Und auch auf der Sechs könnte Lichte wieder auf Matthieu Nguefack setzen. Der 18-Jährige erlebte gegen die SV Elversberg (3:4) noch einen Tag zum Vergessen, eine Woche später bei der Klatsche in Freiburg machte es der deutlich erfahrenere Kevin Stöger aber auch nicht besser.
Wie stark Lichte seine Elf gegen Mainz umkrempeln wird, bleibt jedoch abzuwarten. Denn klar ist auch, dass es in der aktuellen Situation nicht nur mit jungen, unerfahrenen Spielern gehen kann. Wobei die Routiniers es zuletzt auch nicht besser machten...
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