Der Fehlstart des Hamburger SV in die neue Bundesliga-Saison hat nach drei Spieltagen historische Ausmaße angenommen. Nur zwei Teams waren in der Geschichte noch schlechter aus den Startlöchern gekommen als die Rothosen mit ihren null Punkten und 0:12 Toren – der FC Schalke 20/21 und Fortuna Düsseldorf 1986/87.
Ungeachtet der Krisen-Situation wird Aufstiegs-Coach Merlin Polzin und sein Trainerteam neue Verträge bis 2029 erhalten. Die Verantwortlichen im Volskpark vertrauen auf die Qualitäten des 35-Jährigen und wollen ihm den Rücken stärken.
HSV-Vorzeichen gegen Köln gut
So soll die Trendwende gelingen und im Besfall kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Mit-Aufsteiger 1. FC Köln eingeleitet werden. Gegen die Geißböcke hat der HSV nur eines der letzten sieben Pflichtspiele verloren. Dass der HSV gegen Köln zum Torerfolg kommt, ist wahrscheinlich. Unter FC-Coach René Wagner setzte es in den letzten elf Pflichtspielen immer ein Gegentor. Rechnet man die Zeit von Vorgänger Lukas Kwasniok mit ein, hat der Effzeh in den letzten 17 Bundesliga-Partien nie zu Null spielen können.
Der HSV auf der anderen Seite startete auch letzte Saison ohne eigenen Treffer in die ersten drei Spieltage. Im Anschluss folgte ein 2:1-Erfolg über Heidenheim. Auf einen ähnlichen Saisonverlauf hofft man an der Elbe vor der neuen XL-Länderspielpause ebenfalls.
Bornauw fällt aus – Røssing-Lelesiit vor Comeback
Mitnehmen kann man dabei die Euphorie vom Trainingscomeback von Mario Vuskovic. In der Bundesliga auflaufen darf der 24-Jährige allerdings noch nicht. Neuzugang Sebastiaan Bornauw dagegen dürfte, kann aber nicht. Der 27-jährige Belgier plagt sich weiter mit muskulären Problemen herum und fällt am Samstag aus, wie Polzin auf der Pressekonferenz bestätigte.
"Seb wird es nicht schaffen zum Spiel. Er hat noch muskuläre Probleme. Die wurden im Laufe der Woche schon besser. Er wird definitiv bald wieder mit der Mannschaft trainieren", so Polzin.
Gute Nachrichten hatte der HSV-Coach derweil bei Youngster Alexander Røssing-Lelesiit. Der 19-jährige Flügelstürmer fällt wegen der Folgen eines Syndesmosebandrisses schon seit Ende Januar aus, darf aber auf ein baldiges Comeback hoffen.
"Alex ist im Aufbautraining, konnte da aber auch schon Teile mit der Mannschaft mitmachen, was sehr positiv ist, nach der langen Ausfallzeit", freute sich Polzin.
Zu Vuskovic erklärte er noch, dass man die Belastung bei ihm "nach und nach" steigern wolle. Nach vierjähriger Dopingsperre darf der Verteidiger ab dem 14. November wieder Pflichtspiele für den HSV absolvieren. Bei seinem ersten Training am Dienstag im Stadion waren rund 7.500 Fans auf den Tribünen und feierten den Kroaten, der bei der Einheit auch gleich mit einem herrlichen Distanztreffer glänzte.
