Im vergangenen Sommer suchte Bayer Leverkusen ein Upgrade für den langjährigen Stammkeeper Lukas Hradecky und entschied sich für Mark Flekken. Elf Millionen Euro Ablöse legte die Werkself für den ehemaligen Freiburger auf den Tisch von Premier-League-Klub FC Brentford, wo Flekken zwei Jahre lang die Nummer eins war.
Am Rhein verläuft die erste Saison des Niederländers aber ziemlich holprig. Flekken hielt im Saisonverläuf selten mal erhoffte Punkte fest und leistete sich darüber hinaus den ein oder anderen Patzer. Beim 32-Jährigen war häufig zu spüren, dass Selbstvertrauen und Selbstverständnis fehlen.
Hjulmands klare Torwart-Hierarchie
Negativer Höhepunkt war Flekkens Bänderverletzung im rechten Knie, die er sich Mitte Januar gegen Hoffenheim zuzog. 16 Pflichtspiele verpasste Bayers Stammkeeper. Vertreter Janis Blaswich konnte sich in der Zwischenzeit in den Fokus parieren. Etwa beim Achtelfinal-Aus in der Champions League, als Blaswich im Rückspiel für Arsenal zunächst unüberwindbar schien.
Dass Trainer Kasper Hjulmand dennoch betonte, Flekken sei seine klare Nummer eins, stieß auf einige Kritik. Immerhin konnte Flekken das Vertrauen nach dem Comeback aber mit guten Leistungen zurückzahlen. Beim Pokal-Aus gegen Bayern war der elffache Nationalkeeper Bayers Bester.
"Ich habe das schon früher gesagt – Flekken ist unser erster Keeper. Er hat gegen die Bayern im Pokal eine Superleistung gezeigt, eine der besten Leistungen in dieser Saison", schwärmte Hjulmand auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Topspiel gegen RB Leipzig (Samstag, 18:30 Uhr).
Flekken spielt – wenn er fit ist
Allerdings fiel Flekken wegen muskulärer Probleme im Derby vergangene Woche erneut aus. Blaswich avancierte beim 2:1-Sieg zum Derbyhelden. "Janis hat ein sehr gutes Spiel gemacht", meinte Hjulmand zwar. "Aber Mark ist unsere Nummer eins", bekräftigte der Bayer-Coach.
Eine Entscheidung, wer gegen RB im Tor steht, stehe dennoch weiter aus: "Wir werden sehen, was passiert. Meine Entscheidung treffe ich am Freitag." Gemäß Hjulmands Aussagen wird Flekken spielen, sollte er nach dem Abschlusstraining am Freitag grünes Licht geben.
Für Leverkusen geht es noch um den Sprung auf die Champions-League-Ränge. Den hat man trotz Platz sechs wohl in der eigenen Hand, weil man noch die direkten Duelle gegen Leipzig und Stuttgart vor der Brust hat und sich am Samstag Hoffenheim und der VfB gegenseitig die Punkte wegnehmen.
Vor allem dann, wenn es keinen fünften Königsklassen-Platz für die Bundesliga gibt, könnten an den letzten drei Spieltagen aber drei Siege gegen RBL, VfB und HSV für die Leverkusener nötig sein.
