Vom Muskelprotz bis Gladbach-Flop: 10 vergessene Barça-Stars der letzten 10 Jahre

Wie, der hat mal für Barça gespielt? Das darf man sich tatsächlich beim Lesen der folgenden Liste dauerhaft fragen.
Adama Traore war sicher kein klassischer Barça-Spieler
Adama Traore war sicher kein klassischer Barça-Spieler | Eric Alonso/GettyImages

Die letzte Dekade des FC Barcelona war geprägt von finanziellen Schwierigkeiten, einem Generationenwechsel und das Warten auf den fünften Henkelpott.

Den gewann Barça letztmals unter Luis Enrique. In jener Saison 2014/15 stand am Ende sogar das Triple aus Meisterschaft in La Liga, spanischer Pokalsieg und Champoins-League-Triumph. Ex-Spieler Enrique verließ im Sommer 2017 die Seitenlinie der Blaugrana. Es folgte eine Ära mir recht vielen Wechseln. Die Nachfolger hießen Ernesto Valverde, Ronald Koeman und Xavi, ehe seit 24/25 Hansi Flick am Werk ist.

National schloss Barça in der letzten Dekade nie schlechter als Platz drei in La Liga ab. Diese Saison könnte die sechste Meisterschaft in zehn Jahren gefeiert werden. In der Champions League reichte es aber schon länger nicht mehr zum ersehnten großen Wurf. Zwei Halbfinal-Teilnahmen 18/19 und vergangene Saison waren das höchste der Gefühle in der Königsklasse.

Das Höchste der Gefühle war in den letzten zehn Jahren auch für einige Spieler der Wechsel ins Camp Nou. Diese Akteure im Barça-Trikot haben garantiert die wenigsten noch auf dem Schirm:

1. Adama Traore

Adama Traore
Adama Traore spielt jetzt bei den Hammers | West Ham United FC/GettyImages

Bei Barça (Profiteam): Rückrunde 2021/22

Wer bei FIFA (oder jetzt EA FC) nach dem physisch stärksten Spieler sucht, kennt Adama Traoré garantiert. Der 30-jährige Spanier (acht Länderspiele) stammt aus La Masia, ging aber den Umweg über England, um sich fürs Profiteam der Katalanen zu empfehlen. 2015 zahlte Aston Villa immerhin zehn Millionen Euro für den muskelbepackten Flügelspieler.

Es folgte ein Wechsel für 8,25 Millionen Euro nach Middlesbrough und später für 20 Millionen Euro zu den Wolves, wo sich Traore ins Rampenlicht spielen konnte. Der Premier-League-Klub lieh Traore Ende Januar 2022 zurück zu seinem Heimatverein aus. Bei Barça blieb Traore aber nur für ein halbes Jahr. Nach der Rückkehr nach Wolverhampton ging es ein Jahr später weiter zum FC Fulham, ehe Anfang 2026 der Wechsel zu West Ham United folgte.

Dort ist Traore aber nur Joker und kommt lediglich zu Kurzeinsätzen. Vielleicht auch, weil Trainer Nuno Espirito Santo seine Statur kritisiert: "Ich habe ihm gesagt, er solle sich vom Gym fernhalten. Das ist eine der Sachen, die er meiner Meinung nach begreifen muss. Er stemmt genug Gewicht und wird dort keine Gewichte mehr heben!"

Für die erste Mannschaft von Barça kam Traore in 21 Pflichtspielen zum Einsatz. Ein Tor und vier Vorlagen gelangen dabei. Seine erste Partie hatte Traore noch als Jugendspieler Ende 2013 in La Liga bestritten. 14/15 kam er zweimal in der Copa del Rey zum Einsatz und darf sich daher offiziell spanischer Pokalsieger nennen. Der bisher einzige Profititel seiner Laufbahn.

2. Sergio Agüero

Kun Aguero Press Conference In Barcelona
Sergio Agüero konnte nur 5 Spiele für Barça bestreiten | Europa Press Sports/GettyImages

Bei Barça: 2021/22

Der argentinische Torjäger wurde erst bei Atletico und später bei Manchester City zu einem der ikonischsten Torjäger der letzten 20 Jahre. Im Sommer 2021 erfüllte sich Agüero nochmals den Traum vom FC Barcelona. Barça schlug ablösefrei beim Routinier zu.

Wie geplant verlief das Intermezzo in Katalonien allerdings nicht. Lediglich fünfmal kam Agüero für die Blaugrana zum Einsatz (viermal La Liga, einmal Champions League). Ein einziger Treffer war Agüero vergönnt. Wegen Herzproblemen musste er seine aktive Karriere vorzeitig beenden.

3. Miralem Pjanic

Miralem Pjanic
Miralem Pjanic flüchtete schnell wieder aus Barcelona | NurPhoto/GettyImages

Bei Barça: 2020/21

Bekannt wurde der 115-fache bosnische Nationalspieler, der seine Fußballschuhe im Sommer 2025 an den Nagel hing, zunächst in Frankreich bei Olympique Lyon. 2011 folgte der Wechsel in die Serie A, zunächst zur AS Rom, dann zu Juve.

In Italien machte sich Pjanic als Mittelfeld-Stratege und vor allem als Freistoßschütze einen Namen. Barça war das im Sommer 2020 satte 60 Millionen Euro Ablöse wert. Doch Pjanic' Zeit in Katalonien war eine unglückliche und kurze.

Schon nach einer verkorksten Saison lieh Barça ihn zunächst zu Besiktas aus, ehe 2022 der ablösefreie Wechsel zu Sharjah FC in die Vereinigten Arabische Emirate folgte.

Für Barça lief Pjanic nur 30 Mal auf und stand dabei lediglich 13 Mal in der Startelf. Immerhin konnte der vierfache italienische Meister mit dem FCB den spanischen Pokalsieg feiern.

4. Arturo Vidal

Arturo Vidal
Arturo Vidal im Barça-Trikot | NurPhoto/GettyImages

Bei Barça: 2018-20

Wenn man an den chilenischen "Krieger" denkt, dann hierzulande an seine Zeit in der Bundesliga. Arturo Vidal gelang der Durchbruch in Europa nach seinem Abschied von Heimatklub Colo-Colo in Leverkusen. Dort blieb er vier Jahre, ehe es 2011 zu Juve ging. Vier weitere Jahre später kehrte Vidal für knapp 40 Millionen Euro Ablöse nach Deutschland zurück und trug drei Spielzeiten das Bayern-Trikot.

Von München ging es für ihn dann 2018 nach Barcelona, das 18 Millionen Euro Ablöse zahlte. Zwei Saisons verbrachte Vidal im Barça-Trikot, spielte damals noch mit Lionel Messi in einem Team und war Teil der Mannschaft, die im Champions-League-Viertelfinale 2020 mit 2:8 gegen die Bayern unterging.

Wenig später verließ Vidal Barcelona gen Inter Mailand, ehe es zwei Jahre später zurück nach Südamerika ging. Dort kickt der mittlerweile 38-Jährige immer noch - seit Anfang 2024 bei Heimatklub Colo-Colo.

Für Barça absolvierte Vidal 96 Einsätze (elf Tore, elf Assists) und wurde 2019 spanischer Meister und Superpokalsieger.

5. Kevin-Prince Boateng

Kevin-Prince Boateng
Richtig, KPB spielte auch mal für Barça | Quality Sport Images/GettyImages

Bei Barça: 2019

Der Berliner Wandervogel Kevin-Prince Boateng landete Ende Januar 2019 in Barcelona. Die Katalanen liehen den ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspieler und A-Nationalspieler Ghanas von Serie-A-Klub US Sassuolo aus.

KPB agierte damals in der Rolle des Mittelstürmers. Bei Barça fungierte er in der Rückrunde 18/19 im Sturmzentrum als Backup. Doch für beide Seiten war der Deal ein ziemlicher Flop. Boateng absolvierte lediglich drei Joker-Einsätze in La Liga und stand im Pokal einmal in der Startelf. Nach vier Spielen und ohne Scorer endete das Intermezzo im Sommer '19 schon wieder.

Boateng zog - immerhin als spanischer Meister - weiter zur AC Florenz. Einer von 13(!) Profiklubs seiner bunten Karriere.

6. Malcom

Malcom
Malcom sorgte in Barcelona für wenig Glanzmomente | TF-Images/GettyImages

Bei Barça: 2018/19

"Malcom mittendrin" war der Brasilianer in Barcelona nur selten. Der Flügelstürmer wechselte im Sommer 2018 für 41 Millionen Euro vom französischen Traditionsklub Girondins Bordeaux zu den Katalanen, blieb aber nur eine Saison bei Barça.

In 24 Pflichtspielen 18/19 gelangen dem zweifachen brasilianischen Nationalspieler nur vier Tore und zwei Vorlagen. Nach dieser Saison verkaufte Barça ihn nach Russland zu Zenit St. Petersburg - immerhin noch mit leichtem Gewinn von 500.000 Euro.

Seit 2023 kickt Malcom in der Wüste bei Al-Hilal. Der Saudi-Klub hatte ihn für 60 Millionen Euro verpflichtet.

Auch Malcom war Teil von Barças Meister-Mannschaft 2018/19.

7. Martin Braithwaite

Martin Braithwaite
Kein Photoshop: Martin Braithwaite im Barça-Trikot | Alex Caparros/GettyImages

Bei Barça: 2020-22

In den letzten zehn Jahren haben die Katalanen einige kuriose Stürmer-Transfers getätigt. Ganz vorne mit dabei ist sicher der 69-fache dänische Nationalspieler Martin Braithwaite.

Dieser kam im Winter 2020 zu Barça - ohne zuvor jemals bei einem europäischen Topklub gespielt zu haben (geschweige denn mit beeindruckenden Torquoten geglänzt zu haben). 18 Millionen Euro zahlte man für die Dienste des Dänen an CD Leganes, für die er zuvor in 48 Spielen 13 Treffer erzielen konnte.

Der "Arbeitertyp" wirkte in der katalanischen Offensive entsprechend fehl am Platz. Doch immerhin 1,5 Jahre hielt sich Braithwaite bei Barça, ehe es zum Stadtrivalen Espanyol ging. Mittlerweile kickt der heute 34-Jährige in Brasilien bei Gremio.

Für Barça stand Braithwaite 58 Mal auf dem Platz, erzielte zehn Tore und bereitete fünf Treffer vor. Der Torschützenkönig der 2. spanischen Liga 23/24 feierte mit den Blaugrana den Pokalsieg 2021.

8. Yusuf Demir

Barcelona vs Benfica - UEFA Champions League
Yusuf Demir wurde kurzzeitig als großes Talent gefeiert | Anadolu/GettyImages

Bei Barça: 2021-22

Viermal spielte Yusuf Demir bislang für die österreichische A-Nationalmannschaft. Nur fünfmal mehr betrat der Flügelstürmer das Feld für die Barça-Profis.

Die Katalanen hatten Demir im Sommer 2021 als damals gefeiertes Talent von Jugendklub Rapid Wien verpflichtet. Ungewöhnlich am Deal: Demir wurde lediglich ausgeliehen.

Weil der Durchbruch in Barcelona nicht gelang, war schon nach gut einem halben Jahr in Katalonien wieder Schluss. Stattdessen schlug Galatasaray für sechs Millionen Euro zu.

Doch auch bei Cimbom lief es für Demir nicht. Nach einer Leihe zum FC Basel ist er seit Anfang Februar zurück bei Rapid.

Für Barça gelang dem Angreifer in neun Pflichtspielen kein einziger Scorer.

9. Franck Kessie

Franck Kessie
Franck Kessie blieb nur ein Jahr in Barcelona | Dave Bernal/ISI Photos/GettyImages

Bei Barça: 2022/23

Als den Katalanen im Sommer 2022 Franck Kessie ablösefrei in die Hände fiel, glaubte man in Barcelona noch an einen Transfercoup. Der Ivorer zeigte schließlich in seinen drei Jahren bei der AC Mailand zuvor konstant starke Leistungen und mauserte sich zu einem der besten zentralen Mittelfeldspieler Europas.

Doch anders als bei den Rossoneri lief es für Kessie im Barça-Trikot nicht rund. Zwar absolvierte er in seiner ersten und einzigen Saison für die Blaugrana 43 Pflichtspiele. Nur 16 Mal stand er dabei aber in der Startelf. Überwiegend spulte Kessie seine 1.801 Barça-Minuten als Joker ab.

Entsprechend folgte die Flucht im Sommer 2023. In Saudi-Klub Al-Ahli fand Barça einen dankbaren Abnehmer, der 12,5 Millionen Euro Ablöse überwies. Kessie durfte zumindest die Titel spanischer Meister und Superpokalsieger auf seine Visitenkarte schreiben.

10. Luuk de Jong

Luuk de Jong
Luuk de Jong war mal Barça-Stürmer | Aitor Alcalde Colomer/GettyImages

Bei Barça: 2021/22

Luuk de Jong reiht sich ein in die Kategorie 'kuriose Stürmer-Transfers der letzten Barça-Dekade'.

Der 39-fache niederländische Nationalspieler fand 2021 per Leihe den Weg nach Katalonien. Zuvor stürmte de Jong zwei Jahre für den FC Sevilla, der immerhin 12,5 Millionen Euro Ablöse für den Mittelstürmer zahlte.

Ein Karriereverlauf beim kopfballstarken, aber technisch limitierten Angreifer, der sich Jahre zuvor kaum abzeichnete. 2012 hatte Borussia Mönchengladbach de Jong als großes Talent für zwölf Millionen Euro von Twente verpflichtet. Bei den Fohlen floppte de Jong aber total (acht Tore in 45 Spielen).

Erst im Anschluss nahm seine Karriere wieder einen positiveren Verlauf, der ihn schließlich zu Barça brachte. Für mehr als eine Saison für den FCB reichte es aber nicht. Für de Jong ging es zurück in die Heimat und zurück zur PSV, ehe 2025 der ablösefreie Wechsel zum FC Porto folgte.

Ähnlich wie Braithwaite passte de Jong eigentlich kaum ins Barça-System. Und ähnlich wie der Däne war der Niederländer auch meist nur Joker. Sieben Tore und ein Assist in 29 Einsätzen standen am Ende als Barça-Bilanz. Einen Titel gab es für den Europa-League-Sieger von 2020 (mit Sevilla) nicht zu feiern.