Vom Ex-Bundesliga-Star bis zum größten Flop der Vereinsgeschichte: 10 vergessene Real-Stars der letzten 10 Jahre

Der hat wirklich mal für Real Madrid gespielt? Bei der folgenden Liste muss man sich definitiv die Augen reiben.
Eden Hazard kam mit großen Erwartungen nach Madrid – enttäuschte jedoch komplett
Eden Hazard kam mit großen Erwartungen nach Madrid – enttäuschte jedoch komplett | NurPhoto/GettyImages

Die vergangene Dekade war eine der erfolgreichsten in der ruhmreichen Geschichte von Real Madrid. Ganze fünfmal gewannen die Königlichen in den letzten zehn Jahren die Champions League und ergänzten die Trophäensammlung dabei auch noch um vier Meistertitel, vier UEFA-Supercups, vier Klub-Weltmeisterschaften und vier Pokalsiege.

Die prägenden Figuren kennt dabei jeder: Den BBC-Sturm aus Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema zum Beispiel. Oder das kongeniale Mittelfeld-Trio bestehend aus Toni Kroos, Luka Modric und Casemiro. Und auch Pepe und Sergio Ramos dürfen in keiner Aufzählung fehlen.

Es gab in den letzten zehn Jahren aber auch viele Spieler, die kamen und gingen. Bei folgenden Profis sagt man sich heute (zurecht): Ach stimmt, der hat auch mal für Real Madrid gespielt!

1. Mateo Kovacic

Mateo Kovacic
Mateo Kovacic zieht heute bei Manchester City die Fäden | Matthias Hangst/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2015/16 bis 2018/19

Für Mateo Kovacic erfüllte sich mit dem Wechsel zu Real Madrid ein Kindheitstraum. Er konnte nämlich endlich mit seinem großen Idol Luka Modric zusammenspielen, dem er früher als Balljunge bei Dinamo Zagreb zujubelte.

Eine ähnliche Karriere bei den Königlichen wie sein Vorbild konnte Kovacic dabei allerdings nicht hinlegen. In seinen drei Jahren bei Madrid konnte Kovacic auch aufgrund der enormen Konkurrenz im zentralen Mittelfeld nie komplett überzeugen.

Trotzdem sammelte er insgesamt 109 Pflichtspiele für Real – eine beachtliche Anzahl, wenn man sich seine Rolle über die drei Jahre anschaut.

Sein richtiges Glück fand Kovacic erst auf der Insel. Nach starken Leistungen beim FC Chelsea folgte zur Saison 2023/24 der Wechsel zu Manchester City, wo er sich sofort im Mittelfeld festspielte.

2. Marcos Llorente

Marcos Llorente
Marcos Llorente machte den eigentlich undenkbaren Wechsel von Real zu Atlético | Manuel Queimadelos Alonso/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2015/16 bis 2018/19

In der langen Fußballgeschichte gab es gerade einmal drei Spieler, die direkt von Real Madrid zum Stadtrivalen Atlético wechselten: Bernd Schuster, Jose Manuel Jurado und Marcos Llorente.

Der Transfer von Llorente ist also etwas ganz Besonderes – erst Recht, wenn man bedenkt, dass die Rojiblancos satte 30 Millionen Euro für den Allrounder auf den Tisch legten, der zuvor gerade einmal 39 Spiele für Real Madrid bestritten hatte.

Das Echo war dennoch verständlicherweise enorm, insbesondere die Fans waren extrem wütend. Ihr Zorn richtete sich allerdings weniger gegen Llorente, sondern mehr gegen Real selbst. Denn der heute 31-Jährige erarbeitete sich in der Saison 2018/19 einen Platz im Kader und sah eigentlich so aus, als wäre der Schritt in die Startelf nur eine Frage der Zeit.

Bei den Rojiblancos ist Llorente längst nicht mehr wegzudenken. 286 Pflichtspiele absolvierte er bislang für die Stadtrivalen von Real und ist einer der absoluten Schlüsselspieler von Diego Simeone – und bei Real werden sie heute wohl deshalb mit ein bisschen Wehmut ins Metropolitano blicken.

3. Theo Hernández

Theo Hernandez
Sein richtiges Glück fand Theo Hernandez erst beim AC Mailand | Rob Foldy/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2017/18

Nach seinem Durchbruch bei Deportivo Alaves war halb Europa hinter Hernández her. Der Franzose, der eigentlich Atlético Madrid gehörte, ging dabei den umgekehrten Weg wie Llorente und entschied sich ausgerechnet für die Königlichen, die 24 Millionen Euro bezahlten.

Ein gewaltiger Schritt für den damals 19-Jährigen, der bei Real der Linksverteidiger der Zukunft werden sollte. Doch der Schritt zum Rekordsieger der Champions League kam für Hernandez zu früh.

Nach nur einem Jahr folgte eine Ausleihe zu Real Sociedad und im Anschluss schlug die AC Mailand zu und holte sich Hernández für 22,8 Millionen Euro. Dort fand er sein Glück und reifte zu einem der besten Außenverteidiger des Kontinents.

Umso überraschender kam sein Wechsel im letzten Sommer nach Saudi-Arabien – mit gerade einmal 28, also mitten in seinen besten Jahren.

Real muss sich angesichts der Entwicklung von Hernández vorwerfen, nicht genug Geduld mit dem Franzosen gehabt zu haben – denn die Linksverteidiger-Position ist seit dem Karriereende von Marcelo eine große Baustelle. Einen adäquaten Nachfolger haben die Königlichen nämlich bis heute nicht gefunden.

4. Luka Jovic

Luka Jovic
Bei Real wurde Luka Jovic nie richtig glücklich | Gonzalo Arroyo Moreno/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2018/19 bis 2020/21 (Hinrunde) und 2021/22 bis 2022/23

Einer der größten Transfer-Flops des vergangenen Jahrzehnts. Bei Eintracht Frankfurt schoss Luka Jovic alles kurz und klein, erzielte in seiner letzten Saison für die Adler 17 Torre in 32 Bundesliga-Spielen und war der aufstrebende Stern am Stürmer-Himmel. Bis heute ist er der jüngste Fünferpacker der Bundesliga-Geschichte.

Real Madrid, das seit jeher gute Beziehungen mit der Eintracht pflegt, bekam am Ende den Zuschlag – für satte 63 Millionen Euro. Zurück bekamen die Königlichen drei Tore und fünf Vorlagen in 51 Spielen. Die Blancos bezahlten also im Schnitt 7,8 Millionen Euro pro Scorerpunkt.

Jovic erreichte in Madrid nie sein Niveau aus Frankfurter Tagen – danach übrigens auch nicht mehr. Er tingelte nach einer mäßigen Leih-Rückkehr zur Eintracht durch Italien und ging für die AC Florenz und die AC Mailand auf Torejgad, ohne allerdings groß überzeugen zu können.

Sein Glück fand der heute 28-Jährige dann in dieser Saison in Griechenland. AEK Athen schnappte sich den Serben, der aktuell bei 13 Treffern und einer Vorlage in 21 Ligaspielen steht.

5. Eden Hazard

Eden Hazard
Die Zeit von Eden Hazard bei Real Madrid verkam zum Desaster | Flor Tan Jun/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2019/20 bis 2022/23

Was ist in den wenigen Wochen zwischen seinem Abschied beim FC Chelsea und seinen ersten Tagen nur passiert? Diese Frage stellen sich Real- wie Fußball-Fans gleichermaßen wohl heute noch.

Bei den Blues war Eden Hazard einer der besten Spieler des Planeten und zeitweise der beste Flügelspieler der Welt. Zudem war er von Kindesbeinen an großer Real-Madrid-Fan. Und wie es kam, brauchten die Königlichen unbedingt einen Ersatz für Cristiano Ronaldo, den es zur Saison 2018/19 zu Juventus Turin zog.

Es schien alles perfekt, Hazard bekam den Wechsel zu seinem Traumklub und sogar die legendäre Nummer sieben, Chelsea eine Ablöse von 115 Millionen Euro und Real seinen Ronaldo-Nachfolger – soweit zumindest die Theorie.

In der Praxis verkam der Wechsel jedoch zum absoluten Flop. In drei Jahren machte Hazard insgesamt nur 76 Pflichtspiele und fiel mehr durch Verletzungen und Übergewicht auf als durch sportliche Glanzleistungen.

Am Ende löste Real den Vertrag mit dem Belgier auf, der daraufhin seine Karriere beendete – es war das unrühmliche Ende der Laufbahn Hazards, ebenso wie das Ende eines der größten Enttäuschungen der Real-Geschichte.

6. Alphonse Areola

Alphonse Areola
Alphonse Areola legte in der Premier League eine gute Karriere hin | DeFodi Images/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2019/20

Alphonse Areola bringen viele sofort mit der Premier League in Verbindung. Dort ist der Franzose seit Jahren eine Konstante, zunächst beim FC Fulham, aktuell bei West Ham United.

Davor jedoch wurde er von seinem Stammverein Paris Saint-Germain etliche Male verliehen – auch an Real Madrid, die sogar extra eine Leihgebühr von zwei Millionen Euro in die französische Hauptstadt überwiesen.

Schon damals fragte man sich, weshalb die Königlichen diesen Deal überhaupt abschlossen. Schließlich hatte man mit Thibaut Courtois und Keylor Navas bereits zwei Keeper mit Nummer-eins-Qualitäten im Kader.

Navas fiel im Laufe der Saison jedoch immer mehr in Ungnade, sodass Areola trotzdem auf neun Pflichtspiele für die Madrilenen kam. Am Ende der Saison verabschiedete er sich dann wieder in Richtung Paris.

Dieser Transfer war ohne Zweifel einer der am schwersten nachzuvollziehbaren der letzten Dekade bei Real.

7. Jese

FBL-EUR-C1-REALMADRID-MAN CITY
Jese galt einst als gefeiertes Real-Talent | JAVIER SORIANO/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2013/14 bis 2015/16

Das einst gefeierte Talent. Jese stammte aus der vereinseigenen Castilla und schaffte 2012/13 mit 34 Scorerpunkten in 38 Spielen in der spanischen Segunda Division den großen Durchbruch.

Real zog den vielversprechenden Linksaußen folgerichtig zur nächsten Saison zu den Profis hoch, wo er trotz kleinerer Rolle auf neun Torbeteiligungen in 18 La-Liga-Spielen kam.

Doch der endgültige Durchbruch kam trotz vielversprechendem Start nicht – was allerdings auch mit der enormen Konkurrenz zu tun hatte. Schließlich spielte damals auf Jesés Paradeposition ein gewisser Cristiano Ronaldo.

Und so verabschiedete er sich zur Saison 2016/17 in Richtung Paris Saint-Germain, wo er allerdings kein Bein auf den Boden bekam und sich in der Folge zu einem Wandervogel entwickelte.

Stoke City, Betis Sevilla und UD Las Palmas lauteten seine anschließenden Stationen. Bei Letzteren konnte er abseits der großen Scheinwerfer endlich sein Potenzial abrufen. Nach 17 Scorern in der Saison 2021/22 wurde er erneut zum Weltenbummler und fügte seiner Vita unter anderem noch die Türkei, Italien und sogar Malaysia hinzu. Zur aktuellen Spielzeit kehrte Jesé übrigens wieder nach Las Palmas zurück.

8. Marco Asensio

Marco Asensio
Marco Asensio war ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Ära von Real | NurPhoto/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2016/17 bis 2022/23

Bei RCD Mallorca reifte Marco Asensio zu einem der gefragtesten Talente im spanischen Fußball. Am Ende bekam Real den Zuschlag, das sich dabei auch gegen den FC Barcelona durchsetzte.

Und Asensio spielte gut. So gut, dass sich alle Beobachter sicher waren, dass die Königlichen mit dem flexiblen Offensivsspieler den nächsten großen Star an Land gezogen hatten.

In der mit Stars gespickten Offensive sammelte Asensio über sieben Jahre immer seine Scorerpunkte und gehörte stetig zur erweiterten Startelf. Umso überraschender kam dann der Abschied zur Saison 2023/24.

Wie einst Jesé zog es Asensio zu PSG – und wie einst Jesé kam auch er in der französischen Hauptstadt auf keinen grünen Zweig, weshalb er im letzten Sommer nach einem Zwischenstopp bei Aston Villa an Fenerbahce Istanbul abgegeben wurde.

9. Joselu

Jose Luis Mato 'Joselu'
Joselu kann auch auf eine lange Laufbahn in der Bundesliga zurückblicken | Alex Caparros/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2023/24 bis 2024/25

Diesen Namen haben vor allem die Bayern-Fans noch schlecht in Erinnerung. Im Halbfinale der Saison 2023/24 sorgte Joselu mit zwei späten Toren im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals für den K.o. der Münchner.

Es war die Sternstunde des gebürtigen Stuttgarters, der einst aus der zweiten Mannschaft der Königlichen nach Hoffenheim wechselte. In der Bundesliga legte er dann eine solide Karriere hin, spielte neben den Kraichgauern noch für Eintracht Frankfurt und Hannover 96, ehe er auf die Insel wechselte.

Dort lief es aber weder bei Stoke City noch bei Newcastle United sehr berauschend, weshalb er wieder in sein Heimatland zurückkehrte. Dank konstant guter Leistungen bei Deportivo Alaves und Espanyol Barcelona spielte er sich so ins Blickfeld von Real, die ihn nach einer Leihe schließlich fest verpflichteten.

Heute lässt der 35-Jährige seine turbulente Karriere in Katar bei Al-Gharafa ausklingen.

10. Danilo

Danilo
Danilo spielt heute in seinem Heimatland bei Flamengo Rio de Janeiro | TF-Images/GettyImages

Bei Real (Profiteam): 2015/16 bis 2016/17

Beim FC Porto entwickelte sich Danilo zu einem der vielversprechendsten Außenverteidiger Europas. Real schlug zur Saison 2015/16 für 31,5 Millionen Euro zu und hoffte, einen ernsthaften Herausforderer für Dani Carvajal gefunden zu haben.

Doch nach einer starken Debütsaison mit sieben Scorerpunkten in 24 Ligaspielen verglühte sein Stern in der darauffolgenden Saison schnell. Plötzlich war der flexible Abwehrspieler nur noch Ergänzungsspieler.

Manchester City bezahlte trotzdem 30 Millionen Euro für ihn. Doch auch bei den Skyblues konnte er sich nie komplett durchsetzen und war wie schon bei Real nur Ergänzungsspieler.

Auch hier war nach zwei Jahren Schluss, die Cityzens gaben Danilo im Rahmen des Transfers von Joao Cancelo an Juventus Turin ab. Dort war der Brasilianer dann endlich Stammspieler und war in turbulenten Jahren eine der wenigen Konstanten bei der Alten Dame.

2025 folgte dann der Schritt zurück in sein Heimatland zu Flamengo Rio de Janeiro, wo er als Routinier und Leader eine wichtige Rolle einnimmt.

Loading recommendations... Please wait while we load personalized content recommendations