Vom Buhmann zum Helden: HSV-Star Königsdörffer erntet Sonderlob

Mit seinem Treffer in Heidenheim setzt der Angreifer sportlich und mental ein starkes Zeichen.
Königsdörffer trotzt Kritik
Königsdörffer trotzt Kritik / Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages
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Im Winter machten Wechselgerüchte die Runde und nach der Verpflichtung von Damion Downs schien sein Stammplatz ernsthaft gefährdet. Doch nach Wochen der Unsicherheit und teils heftiger öffentlicher Kritik hat sich Hamburgs Ransford Königsdörffer eindrucksvoll zurückgemeldet.

Beim 2:0-Erfolg des Hamburger SV in Heidenheim stellte der Angreifer mit seinem Führungstreffer die Weichen und zeigte endlich wieder jene Konsequenz und Entschlossenheit, die seinem Spiel zuletzt so oft gefehlt hatten. Seine Mitspieler hatten das Vertrauen in ihn aber wohl nie aufgegeben, entsprechend groß war die Freude in der Mannschaft über den Treffer des gebürtigen Berliners.

Königsdörffer besteht den Charaktertest

Cheftrainer Merlin Polzin hatte die Reise zur Ostalb als "Charaktertest“ bezeichnet. Genau diesen bestand Königsdörffer letztlich mit Bravour. Kurz vor der Pause nutzte er ein Zuspiel von Neuzugang Philip Oetele, verarbeitete den Ball stark, setzte sich gegen den Heidenheimer Marnon Busch clever durch und vollendete mit einem sehenswerten Abschluss mit links.

Im Team ist das Vertrauen in den Stürmer ungebrochen. "Im Training haut er die Dinger genauso rein“, berichtete Mittelfeldmann Nicolai Remberg nach Abpfiff. Er hatte Teamkollege Königsdörffer bereits vor dem Spiel Mut zugesprochen: "Ich habe ihm gesagt, dass er mit so einem guten linken Fuß einfach nur schießen muss.“

Für den HSV wären weitere Tore des 24-Jährigen Gold wert, besonders mit Blick auf die kommenden Abstiegskracher gegen den 1. FC Union Berlin und den 1. FSV Mainz 05. Polzin betonte die Bedeutung des Angreifers: "Ransi gibt der Mannschaft als Typ sehr viel, indem er viel arbeitet, Räume aufzieht und Mitspieler einsetzt. Das ist eine Qualität, die wir brauchen.“

Mannschaft springt Königsdorffer bei

Zuletzt stand Ransford Königsdörffer bei den eigenen Fans massiv in der Kritik, besonders in den sozialen Netzwerken. Nach seinem Treffer in Heidenheim deutete er demonstrativ auf den Namenszug auf seinem Trikot, ein stiller, aber unübersehbarer Hinweis an seine Zweifler.

Mitspieler Nicolai Remberg kann die Reaktion nachvollziehen: "Ransi hat so viel abbekommen. Jeder hat gegen ihn geschossen, oft zu Unrecht. Er arbeitet unglaublich viel für die Mannschaft.“ Trotz der Anfeindungen habe Königsdörffer nie den Kopf hängen lassen, betonte auch Keeper Daniel Heuer Fernandes: "Wer ihn kennt, weiß, dass Ransi immer eine Leichtigkeit verspürt. Er glaubt immer an sich.“

Nach seinem ersten Saisontor gegen Borussia Dortmund war noch eine Flaute gefolgt, diesmal jedoch überwiegt der Optimismus. Innerhalb des Teams ist die Hoffnung groß, dass der Treffer in Heidenheim zum echten Startschuss für den Angreifer werden könnte.


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