Für Borussia Dortmund gehört es zur Selbstverständlichkeit der eigenen Ambitionen dazu, möglichst lange in der Saison auch auf drei Hochzeiten tanzen zu müssen – oder eher zu dürfen. Neben dem Alltag in der Bundesliga hofft Schwarz-Gelb mehr oder weniger heimlich auf den ganz großen Erfolg im DFB-Pokal, während auch in der Champions League überzeugt werden soll.
Diese Dreifachbelastung hat aber natürlich nicht nur der BVB, sondern gleich mehrere deutsche Klubs. Soweit so normal, so sollte es auch sein. Dennoch zeichnet sich schon jetzt ein recht stressiger Herbst und Frühwinter für den aktuellen Tabellenführer ab. "Die nächsten Wochen werden uns von der Logistik und Regeneration einiges abverlangen", wusste Niko Kovac schon vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen zu betonen (via WAZ).
Und während es immerhin ein Heimspiel mit entsprechend kurzer Anreise ist, so beginnen die Strapazen für die Dortmunder bereits mit dieser Partie. Immerhin ist es das frühestmögliche Spiel nach der jüngsten Länderspielpause, von der einige Spieler erst im Laufe dieser Woche zurückgekehrt sind. Manche von ihnen haben ein hohes Pensum fahren müssen, wie etwa der erst 18-jährige Konstantinos Karetsas: Für Griechenland hat er innerhalb von anderthalb Wochen gleich vier Einsätze abgespult mit über 292 von maximal 360 möglichen Einsatzminuten.

Während das Heimspiel gegen Werder also schon eine nennenswerte Herausforderung an sich ist, beginnt der große Stress aber erst anschließend: Fünf Tage später muss der BVB in Norwegen gegen Bodø/Glimt antreten, wiederum drei Tage später bei Union Berlin und nochmal drei Tage später beim Sabah FK in Aserbaidschan. Laut der WAZ umfasst dieses Reiseprogramm alleine eine Strecke von über 11.000 Kilometern, zusätzlich zu den (inklusive Bremen) vier Spielen innerhalb von anderthalb Wochen.
Anscheinend wurde in Dortmund diskutiert, ob nach dem Union-Spiel überhaupt zwischendurch ins Ruhrgebiet zurückgekehrt werden sollte. "Schlafe ich in meinem eigenen Bett, in den eigenen vier Wänden? Auch das ist ein Punkt, den man berücksichtigen muss", begründete Kovac die Entscheidung für die Rückreise. Zuhause fühle man sich immerhin am wohlsten. "Deswegen", so der BVB-Coach weiter, "haben wir uns entschieden, dass wir zurückreisen, zu Hause regenerieren und von dort aus zu den nächsten Spielen fliegen."
30 Tage mit 9 Spielen
Doch wer davon ausgeht, dass es anschließend eine kurze Verschnaufpause gibt, der irrt: Nachdem unter der Woche beim Sabah FK gespielt wird, steht am darauffolgenden Samstag das Topspiel gegen Eintracht Frankfurt in der Liga an. Dann geht es direkt weiter: Im Pokal empfängt man unter der Woche nochmal Werder, dann folgt das Auswärtsspiel beim FC Bayern am Wochenende – und dann geht es unter der Woche in der Champions League weiter, mitsamt eines weiteren Liga-Spiels am Wochenende.
Bis zur nächsten Länderspielpause sieht das BVB-Programm vom heutigen Heimspiel ausgehend also wie folgt aus: 30 Tage und neun Spiele – also im Schnitt alle drei Tage ein Spiel, über einen Zeitraum von rund vier Wochen. Dieses Programm wird den Spielern viel abverlangen. Zugleich ist es aber auch das, was der Klub angesichts der eigenen Ambitionen haben möchte und was einige andere Vereine in einem mehr oder weniger gleichen Rahmen ebenfalls bewältigen müssen.
