VfB Stuttgart stolpert am Millerntor: Stimmen zum Ausrutscher gegen FC St. Pauli

Die Schwaben kassieren ihre erste Niederlage im neuen Jahr. Sowohl Enttäuschung als auch Erleichterung prägen die Reaktionen beider Teams.
Hoeneß zeigt sich nach der Niederlage bei St.Pauli enttäuscht
Hoeneß zeigt sich nach der Niederlage bei St.Pauli enttäuscht / picture alliance/GettyImages
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Der starke Jahresstart von VfB Stuttgart ist beendet: Am Millerntor kassierten die Schwaben ein 1:2 gegen einen leidenschaftlich auftretenden FC St. Pauli, die erste Bundesliga-Niederlage im neuen Kalenderjahr. Für die abstiegsbedrohten Kiezkicker hingegen war der Erfolg ein wichtiger Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Nach dem Spiel meldeten sich Verantwortliche und Spieler beider Teams ausführlich zu Wort.

VfB wirkt ausgelaugt – Hoeneß und Demirovic kritisieren fahrigen Auftritt

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß fand nach der Niederlage klare Worte für die Leistung seiner Mannschaft. "Für uns ist es ein gebrauchter Nachmittag. Das kann man nicht anders ausdrücken. Das war ein erkämpfter, verdienter Sieg der Sankt-Paulianer.“ Hoeneß sprach offen darüber, wie sehr seinem Team die vergangenen intensiven Wochen anzumerken waren: "Das war ein Spiel, wo die Belastung der letzten Wochen sichtbar wurde. Wir waren fahrig, unkonzentriert.“

Auch spielerisch blieb der VfB hinter den eigenen Ansprüchen zurück. "Wir kommen gut raus, aber dann passiert der Elfmeter und danach wurde es schwer. Wir haben lange Zeit wenig kreiert, erst hinten raus wurde das besser. Unterm Strich geht der Sieg für St. Pauli völlig in Ordnung.“

Ähnlich bewertete Stürmer Ermedin Demirovic die Partie: "Wir haben am Anfang die Basics nicht auf den Platz bekommen. Die waren eklig und bei uns hat überall ein bisschen an entscheidenden Prozenten gefehlt. So verlierst du dann ein Spiel in der Bundesliga.“ Für ihn bleibt das Ergebnis jedoch ein Ausrutscher: "Wenn man sieht, was wir die letzten Wochen geleistet haben, kann man uns eine Niederlage auch mal zugestehen.“

Elfmeterszene im Fokus – Führich und Wohlgemuth erklären das unglückliche Handspiel

Im Mittelpunkt der spielentscheidenden Szene stand das Handspiel von Chris Führich. Der Flügelspieler zeigte sich selbst ratlos. "Eine ganz komische Situation, die nichts mit Absicht zu tun hat. Ich weiß selbst nicht, was mein rechter Arm da macht.“

VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sprach von einem unglücklichen, aber korrekten Pfiff: "Spiel und Gegner so unbequem wie das Wetter. Wir sind auf eine gallige Mannschaft getroffen. Vorne hat uns das Glück gefehlt und dann kommt hinten auch noch Pech dazu. Das Handspiel ist unglücklich, aber ein klarer Elfmeter.“

Pauli nach Befreiungsschlag im Abstiegskampf erleichtert

Bei den Kiezkickern war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff deutlich zu spüren. Trainer Alexander Blessin zeigte sich sichtlich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft und fand klare Worte für den intensiven Nachmittag am Millerntor. "Wir sind sehr glücklich, dass wir uns endlich mal für eine gute Leistung belohnt haben. Wir haben gut dagegengehalten, Stuttgart wenig gestattet.“

Für Blessin war der Sieg nicht nur das Ergebnis eines gelungenen Matchplans, sondern vor allem eines außergewöhnlichen Einsatzes. Gerade in den letzten Minuten sei es zum Kraftakt geworden: "Es fehlten etwas die Kräfte, aber wir haben es mit viel Leidenschaft 96 Minuten lang durchgezogen. Das war eine Top-Performance.“

Auch Kapitän Jackson Irvine bestätigte, wie viel Arbeit in diesem Erfolg steckte. Die Partie gegen eines der formstärksten Teams der Liga verlangte alles ab: "Wir haben eine ausgezeichnete Leistung gebraucht gegen eines der Topteams der Liga. Heute war so ein Tag. Wir sind sehr glücklich.“ St. Pauli zeigte damit nicht nur Moral, sondern auch eine Reaktion auf die schwierigen Wochen zuvor – ein Sieg, der Mannschaft und Fans gleichermaßen Auftrieb gibt.


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