Chris Führich hat sich beim VfB Stuttgart nicht nur zu einem pfeilschnellen Flügelflitzer, sondern auch zum A-Nationalspieler entwickelt. Bei den Testspielen des deutschen Nationalteams im März war der 28-Jährige nach über eineinhalb Jahren wieder dabei und absolvierte bei seiner Einwechslung gegen Ghana (2:1) seinen neunten Länderspieleinsatz.
Daher darf Führich zurecht hoffen, auch bei der WM im Sommer im Kader zu sein. Angesichts der großen Konkurrenz in der deutschen Offensive läuft der Stuttgarter aber Gefahr, schnell wieder aus dem Kader herauszurutschen. Denn hinzu kommt, dass Führich mit sieben Toren und acht Vorlagen in 48 Pflichtspielen eine gute, aber auch keine herausragende Saison bei den Schwaben spielt.
Formtief rechtzeitig überwunden
Sein zwischenzeitliches Formtief hat Führich allerdings rechtzeitig überwunden. "Solche Phasen machen für einen Spieler nie Spaß", lässt der Linkaußen im Gespräch mit Sky Sport tief blicken. "Ich probiere immer, die Phase entspannter zu sehen, mich da rauszuarbeiten. Mental ist es anstrengend, wenn du deiner Leistung hinterherläufst, obwohl du Gas gibst und viel investierst. Im Fußball ist es so, dass nach Höhen auch Tiefen kommen - diese gilt es zu überstehen. Das ist mir ganz gut gelungen. Einfach entspannt zu bleiben, geduldig zu sein und weiterzuarbeiten."
"In diesen Phasen schafft man sich einen neuen Puffer, um stabiler und mental stärker zu sein. Es fühlt sich so an, als hätte ich in diesem Jahr nochmal einen Entwicklungsschritt gemacht. Es freut mich, dass das schließlich mit Leistung und Scorern auf dem Platz zu sehen ist. Genauso möchte ich weitermachen", so Führich weiter.
Die Nominierung im März habe Führich daher sehr gefreut, "weil es ein Stück weit auch den Erfolg der letzten Monate oder des Jahres 2026 gezeigt hat. Ich wusste dann, dass ich gut drin bin und dass meine Leistung gesehen wurde", erklärt er. "Sowas pusht einen nochmal weiter nach vorne und gibt einmal mehr Energie, genau an diesem Punkt weiterzumachen, konstant zu bleiben. Außerdem ist es immer etwas Besonderes, für die Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen."
Ziele mit dem VfB im Visier, die WM im Hinterkopf
In erster Linie habe er zwar die Ziele mit dem VfB im Kopf, schließlich geht es mit den Stuttgartern bis zum Saisonende noch um die Champions-League-Qualifikation, ehe das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern steigt. Doch Führich gibt auch zu, die WM bereits im Hinterkopf zu haben.
"Es wäre komisch, wenn das nicht der Fall wäre. Ich weiß, dass ich mich über den VfB empfehlen kann. Wenn ich hier meine Leistungen zeige, steigen meine Chancen - so gehe ich dieses Thema an", erklärt der Offensivstar befreit.
Aufgrund der Verletzung von Serge Gnabry sind die Chancen von Führich, mit zum großen Turnier zu fahren, zuletzt eher gestiegen. Dennoch muss er bis Saisonende weiter Gas geben, wenn er im Aufgebot von Julian Nagelsmann stehen will.
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