Über den gesamten Transfer-Sommer hinweg war nicht sicher, ob Fabio Silva auch in dieser Saison Schwarzgelb tragen wird. Am Ende entschied sich der Portugiese für einen Verbleib in Dortmund, wo er hinter Serhou Guirassy allerdings nur Mittelstürmer Nummer zwei ist. Das machte Trainer Niko Kovac zum Start in die neue Spielzeit wieder einmal deutlich.
Dem 24-jährigen Portugiesen, für den der BVB vor einem Jahr 22,5 Millionen Euro Ablöse zahlte, drohte damit erneut nur die Joker-Rolle. Am ersten Spieltag saß Silva beim 2:0 gegen den HSV 90 Minuten auf der Bank. Gegen Hoffenheim (3:2) und Villarreal (3:2) wurde er eingewechselt – zum 32. Mal in seinen 44 Pflichtspielen für die Borussia.
Silva nutzt Chancen – BVB-Traumduo mit Guirassy?
Doch Silva nutzte seine Chancen perfekt. Ein Treffer gegen die TSG, ein Assist gegen Villarreal und zuvor ein Tor im Pokal deuteten bereits an, dass der Portugiese auch eine heiße Option für die Startelf ist. Zumal der BVB auf seine beiden Offensiv-Neuzugänge Giannis Konstantelias und Konstantinos Karetsas verzichten muss.
Beim 3:0-Sieg über Aufsteiger Paderborn setzte Kovac daher zum ersten Mal in dieser Saison auf Guirassy und Silva. Letzterer kann im 3-4-2-1-System der Dortmunder auch hinter dem Mittelstürmer eingesetzt werden. Und harmoniert in dieser Rolle gut mit Guirassy. Die Formkurve bei Silva zeigt zum Start in die neue Runde steil nach oben. Guirassy und Silva könnten zusammen ein Erfolgsmodell der BVB-Saison sein.
VfB-Boss schwärmt von Silva
"Es gibt wenige so komplette Stürmer wie ihn."Fabian Wohlgemuth (Sky90)
Über welch hohes Potenzial Silva verfügt, weiß man beim kommenden Bundesliga-Gegner längst. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth bezeichnete den Portugiesen bei Sky90 als "herausragenden Spieler". Kommenden Samstag empfangen die Schwaben den BVB und Silva zum Topspiel des 4. Spieltags (18:30 Uhr).
"Es gibt wenige so komplette Stürmer wie ihn", schwärmte Wohlgemuth weiter. Sollte Silva in dieser Spielzeit konstanter scoren, werde er auch die Blicke der europäischen Topklubs auf sich ziehen, war sich der VfB-Sportchef am Sonntagabend sicher.
Dabei verriet Wohlgemuth auch, dass die Stuttgarter ebenfalls Interesse an einer Silva-Verpflichtung gezeigt hatten. Oder zumindest darüber nachdachten: "Wir haben uns vor einem Jahr auch mal mit ihm auseinandergesetzt."

"Dortmund kann glücklich sein, dass er da ist"
Finanziell wäre eine Verpflichtung vor einem Jahr für die Schwaben wohl ein zu großer Kraftakt gewesen. Nach der Rückkehr in die Champions League schlug der VfB diesen Sommer bei einem anderen talentierten Angreifer zu: Dzenan Pejcinovic kam für 25 Millionen Euro aus Wolfsburg. In der Bundesliga läuft es für den 21-Jährigen im VfB-Trikot aber noch nicht so rund wie aktuell bei Silva. Nach einem Dreierpack im DFB-Pokal wartet Pejcinovic noch auf sein Debüt-Tor für die Stuttgarter im Oberhaus.
Kommenden Samstag trifft er mit dem VfB im direkten Duell auf Silva und den BVB. Wohlgemuth wird hoffen, dass er nach dem Spiel ähnliches über Pejcinovic sagen kann wie über Silva. Zu dem meinte er am Sonntagabend noch: "Offensichtlich hat er gerade eine gute Phase und Dortmund kann deshalb glücklich sein, dass er da ist."
Bis 2030 steht Silva beim BVB noch unter Vertrag. Nach dem starken Saisonstart dürften die Dortmunder Bosse tatsächlich sehr glücklich sein, dass der Portugiese noch da ist.
