Beim SV Werder Bremen herrscht im Angriff derzeit große Unruhe. Während Stuttgart-Leihgabe Jovan Milošević nach einem unglücklichen Ende der Rückrunde unmissverständlich seinen endgültigen Abschied ankündigt, stocken die Träume der Fans von einer spektakulären Rückkehr des ehemaligen Torschützenkönigs Niclas Füllkrug.
Milošević ist es offensichtlich leid, ständig seine Koffer packen zu müssen. Der 20-jährige Angreifer, der erst im vergangenen Winter vom VfB Stuttgart nach Bremen weiterverliehen wurde, zog in einem Interview mit dem serbischen Medium Mozzart Sport ein bitteres Fazit über seine Zeit im Norden. Nach einem verheißungsvollen Start, bei dem er mit drei Toren in acht Partien kurzzeitig als großer Hoffnungsträger galt, bremste ihn eine schwere Rückenverletzung komplett aus. Zum Saisonende spielte er unter anderem an den letzten beiden Spieltagen überhaupt keine Rolle mehr.
"Was zu viel ist, ist zu viel." Mit diesen deutlichen Worten untermauerte Milošević, dass er keine Lust auf ein weiteres Leihgeschäft hat und stattdessen einen permanenten Neuanfang in einer anderen Liga sucht. Da die Bremer nach dem Ablauf der Leihe ohnehin nicht bereit sind, eine stattliche Ablöse für den Serben als neue Nummer eins im Sturmzentrum auf den Tisch zu legen, ist das Kapitel Werder für ihn endgültig Geschichte. Die Stuttgarter Verantwortlichen wurden bereits darüber informiert, dass Milošević den Verein im Sommer fest verlassen möchte.
Das Füllkrug-Dilemma: Große Sehnsucht, riesiges Risiko

Auf der Suche nach dem neuen, verlässlichen Knipser für die kommende Saison fällt am Osterdeich zwangsläufig ein prominenter Name: Niclas Füllkrug. Der 33-jährige Nationalspieler erlebte bei West Ham United und zuletzt als Leihspieler bei der AC Mailand eine sportliche Albtraum-Saison und wurde von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für den WM-Kader nominiert. Obwohl es bereits erste lose Gespräche über eine Rückholaktion an die alte Wirkungsstätte gab, sind die Verhandlungen mit West Ham laut dem kicker noch keineswegs fortgeschritten.
In Bremen herrsche hinter den Kulissen eine spürbare Skepsis. Zum einen ist völlig unklar, ob der englische Klub den einst für 27 Millionen Euro verpflichteten Angreifer überhaupt zu erschwinglichen Konditionen abgeben würde. Zum anderen müsste Füllkrug für eine Rückkehr enorme Gehaltsabstriche in Kauf nehmen.
Abseits des Finanziellen werfen die Verantwortlichen auch sportliche Risikodiskussionen auf, die stark an die misslungenen Transfers von Naby Keïta oder Victor Boniface erinnern. Schafft es der verletzungsanfällige Routinier überhaupt noch, die Mannschaft als verlässlicher Führungsspieler anzuführen? Akzeptiert er die Bank, falls es sportlich nicht läuft? Endgültige Antworten auf diese Fragen gibt es an der Weser noch nicht, weshalb die Bremer Stürmersuche vorerst ein zähes Geduldsspiel bleibt.
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