Vertauschte Rollen: Ist Schalkes größte Stärke plötzlich eine Schwäche?
Von Fabian Küpper

Es war ein wichtiger Sieg, den der FC Schalke 04 am vergangenen Sonntag gegen Holstein Kiel einfuhr. Nach zuvor fünf sieglosen Spielen in Serie war der Druck gegen die Störche immens – und die Königsblauen lieferten.
Kenan Karaman und Hasan Kurucay brachten die Knappen früh auf die Siegerstraße. Allerdings war nach dem Anschlusstreffer der Kieler in der 55. Minute noch ordentlich Zittern angesagt. Doch am Ende hielt die Schalker Defensive, und die Königsblauen sind wieder Tabellenführer.
Defensive plötzlich das große Problem?
"Defensiv halte ich weiterhin noch eine Menge Entwicklungspotenzial für möglich. Das macht mir doch Sorge, wenn Schalke sich da nicht weiterentwickelt."
- Dirk große Schlarmann (Schalker Markt)
Dennoch war es etwas verkehrte Welt, die Verteidigung zeitweise so schwimmen zu sehen – sie war in der Hinrunde schließlich das große Faustpfand. Dazu haben natürlich auch Verletzungen wie die von Shootingstar Vitalie Becker beigetragen, dennoch sagt auch Sky-Reporter Dirk große Schlarmann in Schalker Markt – der S04-Podcast: "Defensiv halte ich weiterhin noch eine Menge Entwicklungspotenzial für möglich. Das macht mir doch Sorge, wenn Schalke sich da nicht weiterentwickelt. Dann könnte das durchaus in den nächsten Wochen auch schwierig werden."
Sieben Gegentore kassierte S04 in der Rückrunde bereits – in der gesamten Hinrunde waren es gerade einmal zehn. Neben Verletzungen konnten auch Spieler wie Nikola Katic oder Timo Becker ihr hohes Niveau aus der Hinserie bislang nicht halten.
Eine neue Situation
Hinzu kommt die psychologische Komponente. Schalke hat durch die Wintertransfers von Edin Dzeko, Dejan Ljubicic und weiteren Spielern klar gemacht: Wir wollen aufsteigen. Die Königsblauen sind in vielen Spielen jetzt Favorit und müssen dementsprechend viel selbst mit dem Ball machen – etwas, das der Muslic-Elf bislang noch nicht liegt.
Auch deshalb sei der Sieg gegen Kiel so eminent wichtig gewesen, sagt große Schlarmann: "Der Druck von außen war dann schon spürbar. Das kennt die Mannschaft so nicht, weil bisher gab es ja ausschließlich Lob. Und jetzt hast du zum ersten Mal so eine Dürrephase gehabt. Und deswegen war das, auch für den Kopf, gar nicht so unwichtig."
Positiv für Schalke: Mit Magdeburg, Greuther Fürth und Arminia Bielefeld kommen jetzt drei vermeintlich leichtere Gegner, gegen die S04 Selbstvertrauen für das Spitzenspiel gegen Hannover 96 am 15. März tanken kann. Bis dahin muss Muslic unbedingt die Defensive wieder in den Griff bekommen.
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