Verliert Steffen die Mannschaft? Werder-Trainer verteidigt Knallhart-Kurs
Von Fabian Küpper

Es war ein turbulenter Start, den Werder Bremen in das neue Jahr erlebte. Erst fiel dank Sturmtief Elli das Spiel gegen die TSG Hoffenheim aus, dann sorgte Sportchef Clemens Fritz mit einer peinlichen Transfer-Beichte für weitere Schlagzeilen.
Und dann fingen sich die Grün-Weißen am Freitag auch noch dramatisch in der Nachspielzeit den Ausgleich gegen Eintracht Frankfurt. Ein Sieg hätte den kriselnden Hanseaten zweifellos gut getan. Doch es war nicht nur das Ergebnis, das für Diskussionsstoff sorgte – sondern auch eine Personalentscheidung von Trainer Horst Steffen.
Sorgt Bittencourt für Stress?
Der 56-Jährige verzichtete wie schon beim Spiel gegen den BVB eine Woche zuvor auf Leonardo Bittencourt in seinem Aufgebot. Eine Entscheidung mit viel Zündstoff, schließlich hat das Wort des 32-Jährigen in der Kabine immer noch viel Gewicht, auch wenn er sportlich nur noch eine Nebenrolle spielt.
Riskiert Steffen also einen Streit zwischen ihm und der Mannschaft, wenn Bittencourt irgendwann der Kragen platzen sollte? Der Trainer glaubt nicht: "Für mich ist das eine sportliche Entscheidung. Und für mich ist es wichtig, das so zu machen. Ich treffe mutige Entscheidungen und erwarte das auch von den Spielern. Wenn ich dadurch weniger populär bin, ist das okay."
Das Beste für die Mannschaft
Mit wenig populären Entscheidungen kennt sich Steffen bei Werder schließlich aus. Schon in der Hinrunde sorgte er für Aufsehen, als er Romano Schmid und Marco Friedl auf neuen Positionen einsetzte. Den beiden Österreichern gefiel das gar nicht, Steffen begründete diese Entscheidungen damit, dass diese das Beste für die Mannschaft seien.
Mögliche Kritik von außen lässt ihn dabei kalt. "Ich habe eine große Überzeugung in meine Arbeit, spitze aber immer wieder die Ohren, was links und rechts passiert. Ich nehme die Dinge nicht persönlich, fokussiere mich darauf, was ich der Mannschaft geben kann und wie das Gefühl im Team ist", erklärt Steffen.
Zumindest in Teilen der Mannschaft scheint Steffens harter Kurs sehr gut anzukommen. "Die Mannschaft vertraut dem Trainer. Dass es aktuell nicht so gut läuft, hat damit nichts zu tun" erklärte Justin Njinmah bei Sky nach dem Spiel gegen Frankfurt.
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