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Verletzten-Misere und Transfer-Wirbel bei Werder - Thioune schlägt Alarm

Beim SV Werder Bremen brennt kurz vor dem Saisonstart der Baum. Eine Verletzten-Flut legt den Kader lahm, während ein Top-Star vor dem Absprung steht.
Werder-Trainer Daniel Thioune schlägt wegen der Personalsituation in Bremen Alarm und fordert rasche Transfers
Werder-Trainer Daniel Thioune schlägt wegen der Personalsituation in Bremen Alarm und fordert rasche Transfers | DeFodi Images/GettyImages

Die Vorbereitung des SV Werder Bremen auf die neue Bundesliga-Saison befindet sich aktuell an einem überaus kritischen Punkt. Beim XXL-Testspiel gegen den SC Paderborn (2:2 über viermal 35 Minuten) offenbarte die Mannschaft im niedersächsischen Oythe unübersehbare sportliche Defizite.

13 Ausfälle legen den Trainingsbetrieb lahm

Eine wirkliche Überraschung war der zähe Auftritt jedoch nicht. Trainer Daniel Thioune musste auf sage und schreibe 13 Spieler verzichten. Die meisten davon fallen verletzungsbedingt aus und legen den Trainingsbetrieb an der Weser aktuell regelrecht lahm.

Ein prominenter Name fehlte gegen die Ostwestfalen jedoch aus einem völlig anderen Grund: Romano Schmid. Der 26-jährige Österreicher befand sich am Wochenende bereits auf dem Sprung in Richtung Süden.

Der offensive Mittelfeldspieler, der bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika noch mit starken Leistungen geglänzt hatte, steht unmittelbar vor einem Transfer zum italienischen Aufsteiger Frosinone Calcio.

Der Mittelfeld-Star steht vor einem Transfer nach Italien. Werder Bremen kassiert für den Österreicher wohl acht Millionen
Der Mittelfeld-Star steht vor einem Transfer nach Italien. Werder Bremen kassiert für den Österreicher wohl acht Millionen | DeFodi Images/GettyImages

Die Rahmenbedingungen des bevorstehenden Deals zeichnen sich bereits deutlich ab. Werder Bremen wird sein Tafelsilber an den Serie-A-Club aus der Region Latium abgeben und darf sich im Gegenzug über eine erwartete Ablösesumme von rund acht Millionen Euro freuen. Diese Summe könnte durch spätere Bonuszahlungen sogar noch in den zweistelligen Bereich anwachsen.

Im vergangenen Sommer hatten die Bremer für ihren Spielmacher mit einem geschätzten Marktwert von 15 Millionen Euro noch stolze 20 Millionen Euro aufgerufen. Da der Vertrag des Nationalspielers 2027 ausläuft, gibt sich Werder nun offenbar mit deutlich weniger zufrieden, um einen ablösefreien Abgang im kommenden Jahr zu vermeiden.

Fritz bestätigt fortgeschrittene Verhandlungen

Werders Geschäftsführer Profifußball, Clemens Fritz, mauerte am Wochenende gegenüber der Bild-Zeitung zwar noch bezüglich des genauen Abnehmers, bestätigte die fortgeschrittenen Verhandlungen aber ganz offen. Er könne bestätigen, dass es aktuell Gespräche und ein konkretes Interesse an dem Spieler gebe, werde sich aber vorerst nicht zu Namen oder Klubs äußern.

Die Goldmine an der Weser fehlt weiterhin

Mit den erwarteten Einnahmen bekommt der klamme Bundesligist zwar dringend benötigten finanziellen Handlungsspielraum. Wer jedoch glaubt, dass Werder das Geld nun mit vollen Händen auf dem Transfermarkt reinvestiert, sieht sich getäuscht. Fritz dämpfte die Hoffnungen auf sofortige und teure Top-Transfers massiv.

Große Sprünge könnten die Bremer auch mit den frischen Millionen nicht machen, stellte der Ex-Profi klar und betonte vielsagend, dass er die besagte Goldmine in Bremen noch nicht gefunden habe. Man brauche bei der Spielersuche weiterhin Geduld. Es sei schlichtweg nicht so, dass am nächsten Tag direkt ein neuer Spieler unterschreiben werde. Das gehöre zur ehrlichen Wahrheit an der Weser dazu.

Thioune baut öffentlich Druck auf die Bosse auf

Sätze, die bei Cheftrainer Daniel Thioune aktuell wohl nur für wenig Begeisterung sorgen dürften. Angesichts der eklatanten Lücken im Kader formulierte der 52-Jährige am Rande des Paderborn-Tests unmissverständliche Forderungen an seine Vorgesetzten.

Die Mannschaft müsse die Qualität dringend erhöhen, forderte der Bremer Coach deutlich. Es brauche zwingend Zuwachs in der Defensive, im zentralen Mittelfeld und auch in der Offensive. Die Erwartungshaltung, dass sich im Kader noch etwas tun müsse, sei definitiv da und werde nicht nur von ihm exklusiv so vertreten.

Letzte Frist bis zum Liga-Auftakt in Freiburg?

Besonders auf der Rechtsverteidiger-Position und im Maschinenraum drückt den Bremern aktuell massiv der Schuh. Thioune baut bereits jetzt öffentlich Druck für das Ende der Transferperiode auf.

Sollte der Bundesliga-Auftakt am 30. August beim SC Freiburg holprig verlaufen, schließt der Trainer späte Nachbesserungen keineswegs aus. Man müsse genau schauen, wie weit die Mannschaft in Freiburg sei, um dann zu erkennen, ob Werder noch einmal zwingend nachsteuern müsse.


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