Verdurstet der BVB an Guirassys "Durststrecke"?
Von Leonard Schmidt

Schon im vergangenen Herbst wurde viel über eine Formdelle bei Serhou Guirassy gesprochen. Damals hatte der Stürmer in den ersten vier Partien allerdings noch fünf Treffer erzielt. Seit dem aufsehenerregenden 4:4 gegen Juventus sieht die Bilanz deutlich ernüchternder aus. In den folgenden 19 Einsätzen kam Dortmunds Angreifer nur noch auf vier Tore.
Hinzu kommt, dass Guirassy aktuell auch abseits der Treffer kaum positiven Einfluss auf das Spiel des BVB nimmt. Zuletzt verursachte er im Duell gegen Eintracht Frankfurt sogar selbst einen Elfmeter. Die Frage nach seiner Rolle dürfte damit auch bei Trainer Niko Kovač immer lauter werden.
Die Konkurrenz steht bereit
Auch wenn Konkurrent Fabio Silva bislang ebenfalls keine überzeugenden Zahlen vorweisen kann und in der Bundesliga noch ohne Tor ist, scheint Kovac zumindest offen für Veränderungen. Nach dem 3:3 gegen Frankfurt erklärte der Coach: "Fabio hat nach seiner Einwechslung richtig viel Betrieb gemacht. Und es war eine knappe Entscheidung. Ich hätte den ein oder anderen schon eher oder von Beginn an bringen können. Ich habe mich heute für Serhou entschieden."
Genau hier liegt die Gefahr für Guirassy. Sollte Silva mit mehr Einsatzzeit bessere Argumente sammeln, könnte sich die Situation für den aktuellen Stammstürmer weiter zuspitzen. Weniger Minuten, sinkendes Selbstvertrauen und wachsender Druck würden ein Comeback aus der Krise zusätzlich erschweren.
Wie lange darf eine "Durststrecke" anhalten?
Noch gibt sich Kovac gelassen. "Jeder Stürmer muss immer mal wieder durch so eine Durststrecke durch. Er kommt da wieder raus und wir werden ihn dabei unterstützen", betonte der Trainer.
Dennoch stellt sich die Frage, wie lange sich der BVB diese Geduld leisten kann. Mit dem Jahreswechsel warten auf Dortmund zahlreiche Herausforderungen. In der Bundesliga wächst der Abstand zu den dominanten Bayern weiter, während Leipzig und Leverkusen konstant Druck machen. Gleichzeitig muss man in der Champions League weiterhin um das Weiterkommen kämpfen.
Viel Zeit für Experimente im Sturm bleibt dem BVB damit kaum noch. Spätestens im Duell mit Tottenham wird Dortmund einen Angreifer brauchen, der verlässlich für Tore sorgt und den Unterschied ausmacht. Stand jetzt fehlt genau dieses Profil im Kader.
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