Der spanische Fußballverband (RFEF) fordert den FC Barcelona und Atlético Madrid auf, jeweils eine Darstellung der Ereignisse rund um Barças Bemühungen für Julian Alvarez vorzulegen.
Atlético hatte bereits am 30. Juni offiziell Beschwerde gegen den FC Barcelona eingereicht und dem La-Liga-Meister vorgeworfen, außerhalb des Transferfensters unzulässige Kontaktversuche unternommen zu haben, nachdem der Verein durch die Nachricht von einem Angebot in Höhe von 100 Millionen Euro bereits öffentlich in Aufruhr geraten war.
Laut MARCA wurde Barcelona nun vom RFEF kontaktiert, um den Beginn der Untersuchung dieser Affäre zu bestätigen, die am Donnerstag erstmals ans Licht kam.
Sobald beide Vereine ihre jeweilige Darstellung der bisherigen Ereignisse vorgelegt haben, wird ein Disziplinarausschuss entscheiden, ob Anklage gegen den FC Barcelona erhoben werden muss, wobei bereits davon ausgegangen wird, dass der Verein eigene Einwände einlegen wird.
Die möglichen Konsequenzen für den FC Barcelona
Atlético vertritt weiterhin den Standpunkt, dass man Alvarez nicht verkaufen will – insbesondere nicht nach Barcelona –, obwohl der Stürmer seinen Wunsch nach einem Wechsel öffentlich geäußert hat. Sein Vertrag läuft noch bis 2030.
Rechtlich gesehen müsste Barça sich zunächst mit Atlético über eine Ablösesumme einigen, bevor es die Erlaubnis erhält, mit Alvarez zu sprechen. In der Realität ist der Ablauf jedoch äußerst undurchsichtig, da Vermittler und Agenten oft Schlupflöcher in den Vorschriften ausnutzen.
Im Mittelpunkt der Beschwerde von Atlético steht der Vorwurf, dass Barcelona absichtlich und ohne vorherige Genehmigung Kontakt zu Personen aus dem Umfeld von Alvarez aufgenommen habe – ein Vorgang, der als Tapping-up bezeichnet wird. Zudem werfen sie den Blaugrana eine "Verleumdungskampagne" und "Fake News" vor, mit denen versucht worden sei, Alvarez zu verunsichern und Druck auf Atlético auszuüben.
Wir haben diese Situation schon einmal erlebt. Im Jahr 2019 beschwerte sich Atlético beim spanischen Fußballverband über Barcelonas letztendlich erfolgreiches Werben von Antoine Griezmann für 120 Millionen Euro und beharrte darauf, dass Barça bereits Verhandlungen mit Griezmann aufgenommen hatte, als seine Ausstiegsklausel noch bei 200 Millionen Euro lag, und dass ihnen daher die volle Ablösesumme zustehe.
Der RFEF entschied zwar zugunsten von Atlético, doch das Problem war, dass die Rojiblancos den geplanten Weggang von Griezmann bereits lange im Voraus öffentlich bestätigt hatten. Da Atlético nicht mehr versuchte, den Franzosen zu halten, wurde der Regelverstoß von Barcelona als geringfügig eingestuft und lediglich eine lächerliche Geldstrafe von gerade einmal 300 Euro verhängt.
Es ist offensichtlich, dass Atlético im Fall Alvarez eine weitaus entschlossenere Haltung eingenommen hat, und ein Schuldspruch würde diesmal wahrscheinlich eine härtere Strafe nach sich ziehen.
Im Falle eines Regelverstoßes ist mit einer Geldstrafe zu rechnen, doch es besteht die Gefahr einer weitaus schwerwiegenderen Sanktion. Die FIFA ist in der Vergangenheit bereits in Fällen von unerlaubter Abwerbung eingeschritten und hat Transfersperren verhängt. Die konkrete Art des Verhaltens der Katalanen würde darüber entscheiden, ob eine derart harte Sanktion angemessen wäre.
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