Es war vermutlich der größte Aufreger in der Partie zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach. In der 55. Minute tankte sich Nicolas Jackson im Doppelpass mit Jamal Musiala durch den Strafraum bis knapp vor das Gladbacher Tor.
Dabei hatte der Stürmer kurz Kontakt mit Gegenspieler Rocco Reitz, der knapp hinter ihm zu Boden ging. Jackson geriet dadurch zwar ins Straucheln, kam aber noch zum Abschluss, den Moritz Nicolas parierte. Erst danach ging der Angreifer endgültig zu Boden. Aus Sicht von Schiedsrichter Robert Schröder lag hier die Vereitelung einer klaren Torchance vor. Entscheidung: Rot und Elfmeter.
Die Stimmen zur Doppelbestrafung
Durch diese Szene mussten die Gladbacher in einem ohnehin schweren Spiel sowohl den Elfmeter-Treffer durch Jamal Musiala, als auch den Platzverweis hinnehmen. Zudem muss der Verein direkt auf die nächste wichtige Partie gegen den FC St. Pauli schauen. Das Fehlen eines Führungsspielers dürfte dort äußerst schmerzhaft sein.
Aufgrund des eher kleineren, aber klar erkennbaren Kontakts durch Reitz hat die Entscheidung zumindest Argumente auf ihrer Seite. Weil aber beide klar gegeneinander arbeiteten und Jackson sogar noch zum Abschluss kam, fielen die Gegenstimmen aus Mönchengladbach deutlich aus.

Gladbach-Boss Rouven Schröder erklärte, angesprochen auf die Aktion: "Wir suchen hier keine Ausreden, aber das ist alles richtig schlecht für uns gelaufen. Ich verstehe die Doppelbestrafung auch nicht, die Szene kann man sich zumindest mal ansehen. Man muss auch mal überlegen, was sowas für uns als Verein bedeutet, jetzt vor diesen wichtigen Duellen im Abstiegskampf. Und vor dem 0:2 liegt ein Foul an Hugo Bolin vor – aber das wird auch einfach so wegentschieden, ohne jede Überprüfung."
Auch Trainer Polanski fand deutliche Worte gegen die Entscheidung: "Wenn man in München etwas holen will – und das wollten wir eindeutig – dann brauchst du einen Gegner, bei dem nicht alles passt und einen Schiedsrichter, der richtige Entscheidungen trifft. Beides lag leider nicht vor. Nach dem Elfmeter und der Roten Karte war das Spiel gegessen, obwohl wir als Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte richtig gut dagegengehalten haben."
"Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte."Robert Schröder
Die Begründung für seine Entscheidung lieferte Robert Schröder nach der Partie: "Ich hatte eine gute Sicht. Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt. Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss. Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte."
